Elterngeld-Reform: Bezugsdauer sinkt auf 12 Monate, Partnermonate steigen
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 10:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein Gesetzentwurf von Ministerin Karin Prien (CDU) befindet sich in der Ressortabstimmung. Ziel: Ausgaben senken und gleichzeitig Anreize für eine gleichmäßigere Aufteilung der Erziehungsarbeit schaffen.
Bezugsdauer sinkt auf 12 Monate
Die maximale Bezugsdauer des Elterngelds soll von 14 auf 12 Monate fallen. Das gilt, wenn beide Elternteile die Leistung nutzen. Die Bedingungen für die Partnermonate verschärfen sich: Künftig muss jeder mindestens drei Monate übernehmen. Bisher lag die Grenze bei zwei Monaten.
Für Alleinerziehende gilt eine Ausnahme. Sie können weiterhin bis zu 12 Monate das volle Elterngeld beziehen. Das Ministerium erhofft sich durch die Reform jährliche Einsparungen von rund 500 Millionen Euro.
Mindest- und Höchstbeträge steigen
Trotz der Kürzung der Bezugsdauer gibt es finanzielle Verbesserungen bei den monatlichen Auszahlungen. Der Mindestbetrag steigt von 300 auf 330 Euro. Der Höchstbetrag erhöht sich von 1.800 auf 1.900 Euro monatlich. Die Berechnungsgrundlage von 65 Prozent des Nettoeinkommens bleibt bestehen.
Die neue Elterngeld-Reform verkürzt die Bezugsdauer auf 12 Monate und verlangt mindestens 3 Partnermonate. Mit unserem kostenlosen Leitfaden behalten Sie den Überblick – inklusive Checkliste und Auszahlungsrechner. Jetzt Planungsleitfaden anfordern
Die Anpassungen erfolgen vor dem Hintergrund steigender Gesamtausgaben. 2025 bezogen 1,61 Millionen Menschen in Deutschland Elterngeld – 1,19 Millionen Frauen und etwa 417.000 Männer. Die staatlichen Gesamtausgaben lagen bei 7,1 Milliarden Euro. Die seit dem 1. April 2025 geltende Einkommensgrenze von 175.000 Euro bleibt unberührt.
Mutterschutz und gesellschaftliche Debatte
Der Entwurf sieht auch Änderungen am Mutterschutzgesetz vor. Beschäftigungsverbote nach der Entbindung sollen auf 12 Monate begrenzt werden.
Trotz Kürzung der Bezugsdauer auf 12 Monate steigen Mindest- und Höchstbetrag. Erfahren Sie in unserem Leitfaden, wie Sie die neuen Regelungen optimal nutzen – Schritt für Schritt zur Antragstellung. Leitfaden zur Elterngeld-Optimierung sichern
Die Reformpläne stoßen auf geteiltes Echo. Eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2025 zeigt: 45 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer befürworten ein egalitäres Modell mit gleicher Aufteilung der Betreuungszeit. Organisationen wie der Deutsche Frauenrat und das Zukunftsforum Familie äußerten bereits Kritik.
Der Gesetzentwurf wird nun innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Anschließend geht er ins Parlament.
