Elterngeld-Reform: 3-6-3-Modell verkürzt Bezug auf 12 Monate
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 21:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein Gesetzentwurf von Ministerin Prien sieht kürzere Bezugszeiten und höhere Sätze vor. Ziel: 500 Millionen Euro jährlich sparen und mehr Väter in die Kindererziehung einbinden.
Das 3-6-3-Modell kommt
Die maximale Bezugsdauer des Basiselterngeldes sinkt von 14 auf 12 Monate. Kernstück der Reform ist das sogenannte 3-6-3-Modell. Drei Monate sind künftig fest für einen Elternteil reserviert, sechs Monate lassen sich flexibel aufteilen. Für Väter bedeutet das: Statt bisher zwei müssen sie drei Monate Elternzeit nehmen, damit Familien die volle Leistung erhalten.
Alleinerziehende profitieren von Ausnahmeregelungen. Sie können weiterhin bis zu 12 Monate das volle Elterngeld beziehen – ohne die Kürzungen, die für Paare gelten. Das Elterngeld Plus bleibt in seiner bestehenden Form erhalten.
Mehr Geld, kürzere Zeit
Parallel zur Verkürzung steigen die finanziellen Leistungen. Der Mindestbetrag klettert von 300 auf 330 Euro, der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro. Die Bemessungsgrundlage bleibt bei 65 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens.
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Flankiert wird die Reform durch Änderungen im Mutterschutzgesetz. Die Beschäftigungsverbote nach der Entbindung sollen angepasst werden – für bis zu 12 Monate, abgestimmt auf die neuen Elterngeldregelungen.
Sparen mit System
Das Ministerium peilt für 2027 Einsparungen von rund 540 Millionen Euro an. Hintergrund: Die Ausgaben für die Familienleistung sind zuletzt deutlich gestiegen. 2025 bezogen rund 1,61 Millionen Menschen Elterngeld – davon 1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer. Die Gesamtausgaben lagen bei 7,1 Milliarden Euro.
Durch die neuen Partnermonate soll der Väteranteil weiter steigen. Gleichzeitig begrenzt die Reform die Gesamtlaufzeit der Auszahlungen.
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Politischer Streit programmiert
Der Entwurf befindet sich in der Ressortabstimmung – doch der Widerstand zeichnet sich ab. Aus der SPD-Fraktion kommt bereits Ablehnung gegen die verkürzte Bezugsdauer. Kritiker befürchten: Trotz höherer Monatssätze droht jungen Familien eine finanzielle Mehrbelastung. Der Gesetzentwurf liegt seit Anfang Juli zur Prüfung vor.
