Elektrofahrzeuge, VDI-Richtlinie

Elektrofahrzeuge: VDI-Richtlinie schreibt Löschwasser-Rückhaltung vor

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der VDI veröffentlicht Richtlinie 5950 Blatt 3 zur Brandbekämpfung von E-Fahrzeugen. Betriebe müssen Löschwasser künftig auffangen und entsorgen.

Neue VDI-Richtlinie: Löschwasserrückhaltung bei E-Auto-Bränden wird Pflicht
Spezialisierte Rückhalteeinrichtung für Löschwasser auf einem Werkstattgelände zum Schutz vor kontaminierten Abflüssen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Verein Deutscher Ingenieure veröffentlicht am 30. Juli 2026 die Richtlinie VDI 5950 Blatt 3. Sie adressiert die spezifischen Herausforderungen bei Bränden von Elektrofahrzeugen – insbesondere den Schutz von Gewässern vor kontaminiertem Löschwasser.

Rückhaltung von Löschwasser wird Pflicht

Lithium-Ionen-Batterien reagieren auch nach dem Löschen weiter. Das Risiko: wassergefährdende Substanzen gelangen in die Kanalisation oder Umgebung. Die Richtlinie schreibt daher vor, dass Löschwasser in speziellen Rückhalteeinrichtungen aufgefangen werden muss.

Für Betriebe und Werkstätten bedeutet das konkrete Anpassungen. Stellflächen brauchen widerstandsfähige Oberflächen, die kein Eindringen von Schadstoffen in den Boden zulassen. Zudem sind bauliche Maßnahmen zur kontrollierten Ableitung und Speicherung des kontaminierten Wassers nötig.

Aktuelle Brände zeigen die Gefahr

Erst am 29. Juli 2026 brannte in Kirchheim unter Teck ein Elektrofahrzeug während des Ladevorgangs vollständig aus. Das Feuer griff auf die Fassade einer Gaststätte über – Sachschaden: rund 120.000 Euro. 39 Feuerwehrleute mit acht Fahrzeugen waren im Einsatz. Das Fahrzeug musste in einem speziellen Tauchcontainer versenkt werden. Die Batterie war teilweise mit dem Asphalt verschmolzen.

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Nur einen Tag später löste ein technischer Defekt an einem Rallye-Fahrzeug bei Testfahrten in der Region Reichenbach/Birkenfeld einen Großbrand aus. Das Feuer breitete sich auf rund 10 Hektar Waldfläche aus. Rund 200 Einsatzkräfte, unterstützt durch Hubschrauber, die Bundeswehr und US-Streitkräfte, bekämpften die Flammen.

Hyundai ruft über 14.000 E-Autos zurück

Parallel zu den neuen Richtlinien verschärfen Hersteller ihre Sicherheitsmaßnahmen. Hyundai startet einen Rückruf für das Modell Inster. In Deutschland sind über 14.600 Fahrzeuge betroffen, weltweit mehr als 40.000. Ein potenziell undichtes Drei-Wege-Ventil könnte Kurzschlüsse und damit Brände verursachen. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum zwischen dem 14. Februar 2024 und dem 14. April 2026.

Hitze als Brandrisiko – Experten warnen

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Neben technischen Defekten warnt der ACE vor witterungsbedingten Gefahren. Bei anhaltender Hitze und Trockenheit können heiße Fahrzeugkomponenten wie Bremsen oder Katalysatoren trockenes Gras entzünden. Gras entzündet sich bereits ab rund 300 Grad Celsius – Katalysatoren erreichen Temperaturen von bis zu 800 Grad. Die Empfehlung: nicht auf unbefestigten Wiesen parken.

Neues EU-Recht stärkt Reparaturen

Seit dem 31. Juli 2026 gilt zudem eine neue EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur. Hersteller müssen Reparaturangebote auch nach Ablauf der Gewährleistung bereitstellen. Ersatzteile für Smartphones sind sieben Jahre vorzuhalten, für Waschmaschinen zehn Jahre.

Kritik gibt es jedoch: Für die Reparatur von Lithium-Ionen-Akkus fehlt bislang eine spezifische Qualifikationspflicht für Reparateure. Angesichts der sensiblen Batterietechnologie sehen Fachleute darin ein Sicherheitsrisiko. Zur Vermeidung von Bränden bei E-Bike-Akkus empfehlen Experten weiterhin Original-Ladegeräte sowie eine kühle und trockene Lagerung.

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