Elektroautos werden im Oktober mehr als 2.900 Euro teurer
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRabatte und Antriebsvergleich im Oktober
- Das CAR-Institut vergleicht regelmäßig die Angebotspreise der jeweils 25 meistverkauften Autos beider Antriebskategorien.
- Der durchschnittliche Preisunterschied zwischen E-Autos und Verbrennern beträgt im Oktober mehr als 2.900 Euro.
- Bei Plug-in-Hybriden liegt der durchschnittliche Nachlass bei 20,3 Prozent, BYD bietet beim Seal 6 knapp 38 Prozent Rabatt.
Elektroautos gewinnen Nachfrage und verlieren Preisvorteile
Elektroautos werden in Deutschland beliebter, aber zugleich teurer, weil steigende Treibstoffkosten die Nachfrage nach Stromern erhöhen. Hersteller und Händler gewähren im Oktober bei Verbrennern und Plug-in-Hybriden höhere Rabatte, während die Nachlässe bei Elektroautos sinken.
Verbrenner mit größeren Rabatten
Das geht aus der regelmäßigen Marktstudie des privaten Center Automotive Research (CAR) in Bochum hervor. Betroffen sind unter anderem die Volumenmodelle VW Golf, Opel Astra und Fiat 500.
Bei Verbrennern liegt der durchschnittliche Nachlass auf den Listenpreis bei 19,6 Prozent. Für Elektroautos beträgt er 16,3 Prozent; zusätzlich können unter bestimmten wirtschaftlichen Voraussetzungen staatliche Förderprämien von bis zu 6.000 Euro greifen.
Preisabstand steigt auf mehr als 2.900 Euro
Der durchschnittliche Preisunterschied zwischen E-Autos und Verbrennern ist im Oktober auf mehr als 2.900 Euro gestiegen. Im Dezember 2025 waren Elektroautos bei deutlich niedrigeren Spritpreisen im Durchschnitt nur 1.328 Euro teurer als Verbrenner.
CAR beobachtet dafür regelmäßig die Angebotspreise der jeweils 25 meistverkauften Modelle in den beiden Kategorien. Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer erklärt den geringeren Rabatt bei Stromern mit dem höheren Spritpreis, der den Herstellern Spielraum für etwas höhere Preise verschaffe.
Plug-in-Hybride locken mit hohen Nachlässen
Für die 20 meistverkauften Plug-in-Hybridmodelle lag der durchschnittliche Preisnachlass im Oktober bei 20,3 Prozent. Besonders stark rabattiert BYD den Seal 6 mit bis zu knapp 38 Prozent unter dem Listenpreis.
Parallel haben die EU und China vereinbart, die Einfuhr chinesischer Hybridfahrzeuge zu begrenzen. Die Regelung kann den Wettbewerb und das Angebot in diesem Marktsegment beeinflussen.
Der Preisabstand zwischen Elektroautos und Verbrennern hängt nicht allein von den Listenpreisen ab. Entscheidend sind Rabatte, staatliche Förderung, Energiekosten und die konkrete Nutzung. Steigende Spritpreise verändern die Kalkulation zugunsten batterieelektrischer Modelle, weil sich deren laufender Kostenvorteil schneller bemerkbar macht.
Die CAR-Zahlen zeigen zugleich, dass Hersteller ihre Preispolitik nach Antriebsart differenzieren. Während Verbrenner und Plug-in-Hybride mit höheren Nachlässen in den Markt gedrückt werden, können Anbieter bei E-Autos einen größeren Teil des Listenpreises durchsetzen. Für Käufer steigt damit die Bedeutung des tatsächlichen Endpreises einschließlich Förderung, Finanzierung und Betriebskosten.
Markt zwischen Nachfrage und Handelspolitik
Die Nachfrageentwicklung wird zusätzlich vom Modellangebot beeinflusst. Eine aktuelle Marktanalyse berichtet für September 2026 von 88.599 neu zugelassenen batterieelektrischen Pkw in Deutschland und einem Anteil von 34,5 Prozent am Neuwagenmarkt. Das stärkt die Verhandlungsposition der Hersteller, erhöht aber zugleich den Druck, Reichweite, Ladeinfrastruktur und Software weiter zu verbessern.
Bei Plug-in-Hybriden kommt die europäische Handelspolitik hinzu. Die EU und China haben eine Begrenzung chinesischer Hybridimporte vereinbart; damit können sich Angebot, Wettbewerb und Rabatte in diesem Segment verändern. Für Verbraucher bleibt deshalb offen, wie dauerhaft die aktuellen Nachlässe sind und ob höhere Stromerpreise durch geringere Betriebs- und Energiekosten ausgeglichen werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: „Xpeng Top, Opel Flop: Welche E-Auto-Marken überzeugen“ (23.10.2026)
Der Beitrag bestätige die wachsende Verbreitung von Elektroautos und verweise auf 88.599 Neuzulassungen im September 2026. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich auf Zufriedenheit, Software und Ladeerlebnis und zeige damit, dass die Kaufentscheidung nicht nur vom Preis abhänge.
Euronews: „EU-Handelskommissar will EU-China-Handel neu justieren“ (23.10.2026)
Der Artikel ordne die Begrenzung chinesischer Hybridimporte in die breitere EU-Handelspolitik gegenüber China ein. Im Mittelpunkt stünden mögliche weitere Schutzmaßnahmen und das Risiko chinesischer Gegenreaktionen, während die Preisentwicklung einzelner Modelle nicht behandelt werde.
Gemeinsam ist beiden Beiträgen der Blick auf einen wachsenden und stärker umkämpften Elektroautomarkt. Unterschiede ergeben sich beim Schwerpunkt: Der eine betrachtet Verbraucher- und Produktqualität, der andere Handelsregeln; offen bleibt, wie sich diese Faktoren auf die künftige Preisgestaltung auswirken.
