Elektroautos, Erstmals

Elektroautos August 2026: Erstmals mehr E-Autos als Benziner

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine ICCT-Studie sieht Elektroautos bei Betriebs- und Anschaffungskosten im Vorteil. Im August 2026 stiegen deutsche Neuzulassungen deutlich.

Elektroautos 2025: Betriebskosten sinken, Nachfrage zieht an
Moderne Ladesäulen auf einem leeren, weitläufigen Industriegelände bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Einer aktuellen Untersuchung des International Council on Clean Transportation (ICCT) zufolge haben Elektroautos in der Europäischen Union im Jahr 2025 einen signifikanten Kostenvorteil im laufenden Betrieb erreicht.

Die Studie zeigt, dass die Unterhaltskosten für elektrische Fahrzeuge rund 33 Prozent unter denen vergleichbarer Benziner liegen. Als Hauptgründe für diese Entwicklung führen die Analysten die weltweit sinkenden Batteriekosten sowie das hohe Preisniveau bei Erdölprodukten an.

Kostenparität bei Anschaffung und Betrieb

Die wirtschaftliche Attraktivität der Elektromobilität hat sich laut ICCT über die reinen Betriebskosten hinaus gefestigt. In den drei volumenstärksten Fahrzeugsegmenten in Deutschland haben die Anschaffungskosten für Elektroautos im Jahr 2025 das Niveau von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor erreicht. Begünstigt wurde dieser Prozess durch einen globalen Rückgang der Batteriekosten, die im Zeitraum von 2020 bis 2025 um 35 Prozent sanken.

Gleichzeitig belastet die Energiepreisentwicklung die Halter klassischer Antriebe. Die seit Februar 2026 anhaltende Ölkrise hat die Betriebskosten für Verbrenner um 12 bis 36 Prozent erhöht. Auch bei schweren Nutzfahrzeugen zeichnet sich ein Wandel ab: Die Studie prognostiziert für elektrische Lastkraftwagen in einigen Bereichen bereits bis zum Jahr 2030 eine Kostenparität mit Diesel-Lkw.

Die Verschiebung der Marktanteile spiegelt sich auch in der Produktion wider. Während der Anteil von Verbrennungsmotoren an der EU-Automobilproduktion im Jahr 2020 noch bei 91 Prozent lag, sank dieser bis 2025 auf 72 Prozent, während Elektroautos einen Anteil von 19 Prozent erreichten.

Marktwende bei den Neuzulassungen im August 2026

Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) belegen für den August 2026 eine deutliche Dynamik am deutschen Markt. Mit 68.930 neu zugelassenen Elektroautos verzeichnete das Segment ein Plus von 75,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Marktanteil stieg damit auf 32,4 Prozent. Erstmals wurden in Deutschland mehr reine Elektroautos neu zugelassen als Benziner (16,7 Prozent) und Diesel-Pkw (10,6 Prozent) zusammengenommen.

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Trotz rückläufiger gewerblicher Zulassungen (-5,3 Prozent) sorgte ein starkes Wachstum bei privaten Neuzulassungen (+16,9 Prozent) für ein insgesamt positives Marktergebnis von 212.563 Fahrzeugen.

Besonders chinesische Hersteller gewannen an Boden und erreichten einen Marktanteil von 6,1 Prozent. Während Tesla ein Zulassungsplus von 110,5 Prozent auf 3.034 Fahrzeuge erzielte, steigerte die Marke BYD ihre Zahlen um 371,8 Prozent auf 5.256 Einheiten.

Differenzierte Kostenbetrachtung und steuerliche Rahmenbedingungen

Trotz der allgemeinen Vorteile hängen die individuellen Kilometerkosten stark vom Modell ab. Ein Vergleich zwischen einem VW Tiguan und einem vollelektrischen ID.4 über eine Laufleistung von 60.000 Kilometern in vier Jahren beziffert die Kosten für den Tiguan auf 54 Cent pro Kilometer, während der ID.4 bei 64 Cent pro Kilometer liegt.

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Dennoch zeigt die Analyse Vorteile beim Werterhalt: Ein Elektroauto verliert nach drei Jahren etwa 50 bis 51 Prozent an Wert, während der Wertverlust bei Verbrennern zwischen 63 und 64 Prozent liegt.

Die steuerliche Belastung bleibt ein entscheidender Faktor für die Preisgestaltung an den Tankstellen. Im Juli 2026 machten Steuern und Abgaben etwa 57 Prozent des Benzinpreises und 47 Prozent des Dieselpreises aus.

Die CO2-Abgabe, die im Jahr 2026 zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne liegt, verteuert Benzin um bis zu 18,6 Cent und Diesel um bis zu 20,5 Cent pro Liter.

Während Großbritannien ab April 2028 eine fahrleistungsabhängige Abgabe für Elektroautos einführt, setzt Deutschland weiterhin auf steuerliche Anreize. Die Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer für reine Elektroautos wurde bis zum Jahr 2030 verlängert. Die politische Debatte über eine Entlastung der Autofahrer hält jedoch an.

Bundeskanzler Merz erwäge eine Erhöhung der Pendlerpauschale auf bis zu 45 Cent pro Kilometer, während die SPD einen Spritpreisdeckel fordert. Kritik an solchen Maßnahmen kommt unter anderem vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dessen Präsident die Instrumente als ineffizient bezeichnete.

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