Elektroauto-Unfälle: Ense und Wickede trainieren zwei Tage für den Ernstfall
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Feuerwehren Ense und Wickede haben am 10. und 11. Oktober 2026 eine zweitägige Schulung zum Umgang mit Elektrofahrzeugen bei Verkehrsunfällen absolviert. Die Fortbildung fand im Gerätehaus Ense-Bremen statt und wurde von ASM Schulungen für Rettungskräfte durchgeführt, wie der Soester Anzeiger am 18. Oktober 2026 berichtete.
Hintergrund des Trainings sind die spezifischen technischen Risiken und veränderten Vorgehensweisen, die batterieelektrische Antriebe bei Rettungs- und Bergungsarbeiten erfordern.
Taktische Führung und praktische Sicherung an Hochvoltsystemen
Das Ausbildungsprogramm gliederte sich in zwei zielgruppenspezifische Module. Am Samstag, den 10. Oktober 2026, widmete sich die Schulung den Führungskräften der beiden Feuerwehren. Auf dem Lehrplan standen die Klassifizierung unterschiedlicher Elektrofahrzeuge, der bauliche Aufbau moderner Hochvoltsysteme sowie die Entwicklung darauf abgestimmter Einsatztaktiken und Einsatzkonzepte.
Der zweite Teil am Sonntag, den 11. Oktober 2026, richtete sich an die weiteren Einsatzkräfte. Im Mittelpunkt standen die praktischen Schutzmaßnahmen am Unfallort, insbesondere das Sichern der Einsatzstelle und das Deaktivieren der Hochvoltanlage. Zudem wurden der Einsatz spezieller Ausrüstung für Elektrofahrzeuge sowie das standardisierte Vorgehen bei einer Beschädigung und einem möglichen thermischen Durchgehen der Hochvoltbatterie vermittelt.
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Wachsender Schulungsbedarf durch veränderte Fahrzeug- und Energietechnik
Die Notwendigkeit spezialisierter Ausbildungen zeigt sich gegenwärtig bundesweit wie auch international. Die Feuerwehr Coesfeld nannte laut einem Bericht vom 16. Oktober 2026 neue Gefahren durch Elektrofahrzeuge, Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher neben Extremwetterereignissen als wesentliche künftige Anforderungen für ihre rund 180 Mitglieder in drei Löschzügen.
Ebenfalls im Bereich der technischen Hilfeleistung schulte der Löschzug Marsberg 30 Einsatzkräfte im Rahmen eines Seminars des Anbieters Weber Rescue, wie ein Bericht vom 17. Oktober 2026 darlegt. Dabei standen neben theoretischen Einheiten zu Fahrzeugtechnologien und Antriebssystemen auch praktische Schnittübungen an präparierten Unfallwagen auf dem Gelände der Autoverwertung Mula im Fokus. Die Kosten für diese Fortbildung übernahm der Freundeskreis des Löschzugs Marsberg e.V. über Spendengelder.
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Auch außerhalb Deutschlands intensivieren Rettungskräfte entsprechende Maßnahmen: Im Kreis Miaoli absolvierte der 3. Großverband der Feuerwehr am 15. Oktober 2026 eine Kombinationsübung zur Erkennung von Elektrofahrzeugen und zur Gefahrenabwehr bei Fahrzeugschäden.
Das Training umfasste Hochvolt-Systeme, das Beherrschen thermisch durchgehender Lithiumbatterien, die persönliche Schutzausrüstung, den Einsatz von Sicherheitsnotsteckern sowie spezielle Löschmittel wie Wasserbarrieren und Unterboden-Kühlstrahlrohre. Vorrangiges Ziel war dabei die fundierte Gefahrenerkennung und Risikobewertung direkt am Einsatzort.
