Elektro-Lkw: Sany liefert e263 seit Frühjahr 2026 in Deutschland
04.06.2026 - 15:18:19 | boerse-global.deLohfelden/Hannover – Die Wirtschaftlichkeit von Elektro-Lkw im Fernverkehr wird immer greifbarer. Branchenexperten diskutierten am Mittwoch über die entscheidenden Faktoren für den Durchbruch.
Steigende Dieselpreise und staatliche Förderung machen den Umstieg auf Elektro-Antriebe für Spediteure zunehmend attraktiv. „Die Rechnung geht immer öfter auf“, sagte Tobias Wagner vom Portal Elektrotrucker bei einer Podiumsdiskussion am neuen Ladepark von Milence an der A7 bei Kassel-Lohfelden. Auch DHL-Logistikerin Antje Huber bestätigte: „Durch die Kombination aus Subventionen und hohen Dieselkosten sind positive Business Cases bereits heute realisierbar.“
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Doch ohne politische Unterstützung wäre der Umstieg noch nicht profitabel. Edgar Graß vom Speditionsunternehmen Axel Steinberg machte deutlich: „Ohne die aktuellen Mautbefreiungen würden sich die Fahrzeuge für viele Betriebe noch nicht rechnen.“ Das Land Niedersachsen zog am Dienstag nach und startete eine Initiative, die Unternehmen bei der Beantragung von Bundesmitteln für Ladeinfrastruktur unterstützt – mit Fokus auf Depotladung und Netzanschlüsse.
Schnelllade-Korridore wachsen
Ein zentrales Hindernis für den Fernverkehr mit E-Lkw – die Ladezeit – wird durch die Megawatt-Ladetechnik (MCS) zunehmend entschwinden. Das HoLa-Projekt („High-Performance Charging in Long-Haul Trucking“) eröffnete am Montag seinen fünften und letzten Standort in Lehre an der A2. Damit ist der erste durchgehende MCS-Korridor zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin fertiggestellt.
Das mit rund zehn Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium geförderte Netz umfasst 1,2-MW-Ladestationen an Standorten wie Dortmund, Hamm-Rhynern, Lipperland Süd, Lehre und Wustermark. „Solche Korridore zeigen, dass Elektro-Lkw flexibler und wirtschaftlicher eingesetzt werden können“, betonte Staatssekretärin Dr. Claudia Elif Stutz. 40-Tonner könnten während der vorgeschriebenen 45-minütigen Fahrerpause geladen werden.
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Milence, ein Joint Venture für Ladeinfrastruktur, kündigte ehrgeizige Pläne an: Bis Ende 2026 sollen 16 Standorte in Deutschland und 50 in ganz Europa betrieben werden. Das Ziel für Ende 2028 liegt bei 90 Hubs.
Neue Modelle für den deutschen Markt
Auch das Angebot an verfügbaren Fahrzeugen wächst. Der chinesische Hersteller Sany liefert seinen Elektro-Sattelschlepper e263 seit dem Frühjahr 2026 in Deutschland aus. Das Fahrzeug verfügt über einen 636 kWh großen LFP-Akku und eine Reichweite von über 500 Kilometern. Auf der IAA Transportation in Hannover (15. bis 20. September 2026) will Sany weitere Modelle und einen Ausblick auf 2027 präsentieren.
Daimler Truck stellte am Montag den Mercedes-Benz eActros Lowliner vor. Diese Variante ist für die Volumenlogistik konzipiert und bietet eine niedrigere Kupplungshöhe für „Mega-Trailer“ mit drei Metern Innenhöhe. Die Reichweite der eActros-600-Version liegt bei rund 500 Kilometern. Bestellungen sind ab dem dritten Quartal 2026 möglich, die Auslieferungen aus dem Werk Wörth sollen im zweiten Quartal 2027 beginnen.
Neben den Serienmodellen wird an Zukunftstechnologien geforscht. Im Juni startete in Italien das sechsmonatige Pilotprojekt EMPOWER. Getestet wird ein batterieelektrischer IVECO S-eWay-Prototyp der Spedition Gruber Logistics. Das Konsortium mit 13 Partnern plant für 2027 einen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Demonstrator.
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