Niño, Super-Ausmaße

El Niño Super-Ausmaße: WMO warnt vor extremen Wetterereignissen bis Februar

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 20:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die WMO erwartet bis Februar 2027 anhaltende El-Niño-Bedingungen und warnt vor weltweiten Wetterextremen, Lieferkettenrisiken und Folgen für Energie.

WMO warnt vor außergewöhnlich starkem El Niño bis 2027
Aufgewühlter Ozean mit hohen Wellen an einer felsigen Küste unter einem dramatischen, wolkenverhangenen Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnt in einem aktuellen Bericht vor einem El-Niño-Phänomen außergewöhnlicher Intensität. Mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 100 % wird das Wetterereignis demnach bis Februar 2027 anhalten.

Die Experten prognostizieren eine Phase extremer Wetterereignisse weltweit, da das Phänomen bereits jetzt eine sehr starke Intensität erreicht hat und möglicherweise als stärkstes seit Beginn der Aufzeichnungen in die Geschichte eingehen wird. Ein Höhepunkt der Entwicklung wird für Ende 2026 erwartet.

Extreme Temperaturabweichungen im Pazifik

Die meteorologischen Daten belegen laut WMO die ungewöhnliche Stärke der aktuellen Entwicklung. Im Zeitraum von Ende Juli bis Mitte August lagen die Meeresoberflächentemperaturen im zentral-östlichen Pazifik zwischen 2,2 °C und 2,6 °C über dem langjährigen Durchschnitt.

Auch der Niño 3.4 Index verdeutlicht die Dynamik: Lag die Abweichung von Mai bis Juli noch bei 1,5 °C über dem Normalwert, stieg sie im Juli auf 2,0 °C und erreichte Mitte August einen Wert von 2,6 °C.

Besonders besorgniserregend bewerten die Forscher die Bedingungen unter der Meeresoberfläche im tropischen Pazifik. Dort wurden im Juli und Anfang August Temperaturen gemessen, die teilweise mehr als 8 °C über den Normalwerten lagen. Diese massiven Wärmespeicher im Ozean bilden die Grundlage für die erwarteten langanhaltenden atmosphärischen Störungen.

Historische Einordnung und globale Rekorde

Nach Einschätzung des Met Office handelt es sich um den intensivsten El Niño seit einem Jahrhundert. Berichte des Guardian verweisen sogar darauf, dass es die stärkste Ausprägung seit mindestens 1.000 Jahren sein könnte.

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WMO-Chefin Celeste Saulo betonte, dass die aktuelle Entwicklung die Skalen der vergangenen 40 Jahre sprenge. Sie warnte vor massiven Schlägen für Gesellschaften sowie erheblichen Risiken für die Bereiche Landwirtschaft, Gesundheit und Energieversorgung.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres mahnte, dass der El Niño Super-Ausmaße annehme und sich der Planet in unbekannten Gewässern befinde. Die Welt stehe unmittelbar in einer Gefahrenzone für extreme Wetterereignisse.

Nachdem bereits das Jahr 2024 mit einer Abweichung von 1,6 °C über dem vorindustriellen Niveau als bisher heißestes Jahr registriert wurde, besteht laut WMO die Möglichkeit, dass 2026 diesen Rekord einstellt und 2027 weitere Höchstwerte erreicht werden.

Regionale Auswirkungen und wirtschaftliche Folgen

Die Folgen des Wetterphänomens sind bereits in verschiedenen Weltregionen spürbar oder werfen ihre Schatten voraus. In Mittelamerika lösten die klimatischen Bedingungen Ende August in Honduras, Panama und El Salvador Dürre-Alarme aus. Der Panama-Kanal sah sich aufgrund des Wassermangels bereits dazu gezwungen, die Schiffsdurchfahrten um mehr als 10 % zu reduzieren, was Auswirkungen auf die globalen Lieferketten hat.

In Indonesien wurden Waldbrände auf einer Fläche von über 107.000 Hektar gemeldet. Für China wird derweil das Auftreffen von sieben Taifunen erwartet.

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In Westeuropa war der Juli 2026 mit einer Durchschnittstemperatur von 22,48 °C der zweitwärmste seit 2006, was 2,5 °C über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020 lag. Für den Zeitraum von September bis November prognostiziert die WMO zudem überdurchschnittliche Temperaturen auf fast allen Landflächen weltweit.

Angesichts dieser Bedrohungslage hat die WMO eine beispiellose Mobilisierung eingeleitet, die in dieser Größenordnung erstmals stattfindet. International werden zudem erste Hilfsmaßnahmen koordiniert; so entsenden die USA das Hospitalschiff USNS Comfort nach Peru, um auf mögliche medizinische Notfälle durch Extremwetter zu reagieren. Die Experten warnen weiterhin eindringlich vor den Risiken durch Überschwemmungen, langanhaltende Dürreperioden und extreme Hitzewellen.

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