Einzelhandels-Tarifkonflikt: ver.di fordert 7 Prozent Lohnerhöhung
05.06.2026 - 13:40:31 | boerse-global.de
Die Proteste begannen am Donnerstag mit einer zentralen Demonstration in Kiel. Für Freitag sind weitere Kundgebungen in Erfurt, Berlin, Bochum und Saarbrücken geplant. In Berlin versammelten sich die Streikenden am Vormittag am Wittenbergplatz.
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Bereits am Donnerstag legten in Sachsen rund 100 Beschäftigte in mehreren Zentrallagern die Arbeit nieder. Die aktuellen Aktionen knüpfen an eine Streikwelle von Mitte Mai an. Damals beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 5.000 Beschäftigte in über 200 Betrieben – darunter Filialen von Edeka und Kaufland.
Worum geht es im Tarifkonflikt?
Im Kern streiten die Parteien über Lohnhöhe und Vertragslaufzeit. ver.di fordert eine Erhöhung der Entgelte um sieben Prozent, mindestens jedoch um 225 Euro pro Monat. Zudem soll der Tarifvertrag nur zwölf Monate laufen.
Die Arbeitgeberseite bietet für den Einzelhandel eine Anhebung um zwei Prozent ab November 2026 und weitere 1,5 Prozent ab August 2027. Dafür verlangt sie eine Laufzeit von 24 Monaten. Silke Zimmer, Vorständin bei ver.di, bezeichnete die Vorschläge als unzureichend.
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Wie reagieren die Handelsverbände?
Der Handelsverband Deutschland (HDE) signalisierte nur geringen Spielraum für Zugeständnisse. Die wirtschaftliche Lage lasse kaum höhere Abschlüsse zu, hieß es. Trotz der Warnstreiks erwartet der HDE keine spürbaren Auswirkungen für die Kunden. Die Versorgungssicherheit bleibe gewährleistet.
Die Verhandlungen in Berlin und Brandenburg waren am Montag ohne Ergebnis geblieben.
Wann geht es weiter?
Die Tarifparteien bereiten die nächsten Runden vor. Für den Einzelhandel in Baden-Württemberg ist der 8. Juni angesetzt. Im Großhandel in Niedersachsen und Bremen sollen die Gespräche am 12. Juni fortgesetzt werden. Für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist ein weiterer Termin am 30. Juni in Dresden geplant.
