Einzelhandel-Streiks: Verdi fordert 7 Prozent Lohnplus, 225 Euro extra
04.06.2026 - 23:26:10 | boerse-global.de
In mehreren Bundesländern legen Beschäftigte im Einzel- und Großhandel die Arbeit nieder. Betroffen sind Standorte in Berlin, Bochum, Kiel und Saarbrücken. Auch in Sachsen beteiligten sich Mitarbeiter in Zentrallagern an den Protesten.
Die Gewerkschaft fordert 7 Prozent mehr Lohn – mindestens 225 Euro extra bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Arbeitgeber bieten weit weniger: 2 Prozent mehr ab November 2026, weitere 1,5 Prozent ab August 2027. Die Laufzeit: zwei Jahre.
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Der Handelsverband Deutschland (HDE) verweist auf enge finanzielle Spielräume. Verdi sieht das anders. Schon Mitte Mai hatten sich mehr als 5.000 Beschäftigte in über 200 Betrieben an Streiks beteiligt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Ende Juni in Dresden geplant.
Mindestlohn: Falschmeldungen im Netz
Der gesetzliche Mindestlohn steigt – trotz kursierender Falschinformationen. Ende Mai tauchten KI-generierte Videos auf Online-Plattformen auf. Sie suggerierten eine Kürzung des Mindestlohns auf 11 Euro. Das Bundespresseamt stellte klar: Desinformation.
Tatsächlich steigt der Mindestlohn von 13,90 Euro (2026) auf 14,60 Euro (2027). Die Inflationsrate sank im Mai auf 1,8 Prozent – der niedrigste Stand seit Jahren. Sinkende Energiepreise treiben die Entspannung voran. Das Reallohnwachstum liegt bei 2,9 Prozent. Experten des DIW sehen die Teuerung als weitgehend normalisiert an.
Apotheken: Fixum steigt – aber nicht ohne Kritik
Das Bundeskabinett hat Anfang Juni eine Reform für Apotheken beschlossen. Das Fixum wird stufenweise angehoben: ab Juli 2026 auf 9 Euro, ab Januar 2027 auf 9,50 Euro. Die Reform tritt zum 1. Juli in Kraft.
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Branchenverbände begrüßen die Anhebung grundsätzlich. Sie kritisieren jedoch gleichzeitig geplante Kürzungen durch einen höheren Apothekenabschlag. Ein klassischer Fall von „Gib mit der einen, nimm mit der anderen Hand“.
Luxemburg: Mindestlohn-Verhandlungen vertagt
Auch jenseits der Grenze wird um Mindestverdienste gerungen. In Senningen endeten die dreitägigen Tripartite-Gespräche zwischen Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern am 4. Juni ohne Einigung.
Die Gewerkschaften fordern eine strukturelle Erhöhung des Mindestlohns um bis zu 300 Euro. Ein Teil davon ist bereits für Anfang 2027 vorgesehen. Die Regierung prüft steuerliche Entlastungen für Geringverdiener als Kompromiss. Arbeitgeberverbände warnen vor zu hohen Belastungen. Weitere Gespräche sind für die kommenden Tage angesetzt.
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