Einzelhandel MV: 56.000 Beschäftigte erhalten ab Oktober 3,0 Prozent mehr
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Einzelhandel von Mecklenburg-Vorpommern haben sich die Tarifparteien auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Wie die Süddeutsche Zeitung am 29. September 2026 berichtete, erzielten die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaft ver.di in der zweiten Verhandlungsrunde einen Durchbruch.
Von der Einigung profitieren rund 56.000 Beschäftigte der Branche im Bundesland. Die Einigung sieht stufenweise Lohnerhöhungen sowie eine Anhebung der tariflichen Lohnuntergrenze vor.
Stufenweise Entgelterhöhungen und neuer Mindestlohn
Die getroffene Vereinbarung zwischen den Arbeitgebern und ver.di umfasst eine zweistufige Erhöhung der Gehälter. Ab dem 1. Oktober erhalten die Beschäftigten ein Lohnplus von 3,0 Prozent. In einem zweiten Schritt folgt zum 1. Juli 2027 eine weitere Anhebung um 2,0 Prozent. Der ausgehandelte Tarifvertrag besitzt eine Gesamtlaufzeit von 25 Monaten.
Neben den prozentualen Gehaltssteigerungen einigten sich die Verhandlungspartner auf Anpassungen bei den untersten Entgeltgruppen. Der tarifliche Mindestlohn im Einzelhandel Mecklenburg-Vorpommerns steigt demnach ab dem 1. Oktober auf 14,20 Euro pro Stunde.
Der neue Tarifabschluss im Einzelhandel von Mecklenburg-Vorpommern bringt 3,0 Prozent mehr ab dem 1. Oktober, weitere 2,0 Prozent zum 1. Juli 2027 und einen tariflichen Mindestlohn von 14,20 Euro — verteilt über 25 Monate Laufzeit. Wie Sie das ohne Fehler ins Lohnsystem übertragen und die Kosten über die volle Laufzeit planen, zeigt dieser kostenlose Leitfaden. Tarifanpassung Schritt für Schritt umsetzen
Zum 1. Juli 2027 ist eine weitere Erhöhung dieser tariflichen Untergrenze auf 14,90 Euro vorgesehen. Damit wird das Einstiegsniveau für einfache Tätigkeiten in der Branche spürbar heraufgesetzt.
Reaktionen der Tarifparteien und Verhandlungshintergrund
Mit dem nun erzielten Kompromiss weichen die Parteien von den ursprünglichen Forderungen der Gewerkschaftsseite ab. ver.di war für den Einzelhandel in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Ziel in die Tarifauseinandersetzung gegangen, ein monatliches Plus von 225 Euro bei einer deutlich kürzeren Laufzeit von zwölf Monaten durchzusetzen.
Für viele Einzelhandelsbetriebe liegt der Abschluss laut Arbeitgeberseite an der Belastungsgrenze — und die zweite Stufe kommt erst 2027. Wer die Lohnkosten jetzt nicht über die volle Laufzeit durchrechnet, verliert Marge in einem ohnehin engen Geschäft. Die Budget-Planungsvorlage für 25 Monate zeigt, welche Spielräume für Bindung und Personaleinsatz bleiben. Budget-Planung für 25 Monate jetzt sichern
Entsprechend unterschiedlich bewerteten die Verhandlungsführer das Verhandlungsergebnis. ver.di-Verhandlungsführer Bert Stach bezeichnete das Resultat als ein direktes Ergebnis des Drucks, den die Beschäftigten aufgebaut hätten.
Auf Seiten der Unternehmen verwies der Arbeitgeber-Verhandlungsführer Christian Lahrtz auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Er erklärte, dass der Abschluss für einige Unternehmen an der Belastungsgrenze liege. Durch die Laufzeit von 25 Monaten erhalten die beteiligten Einzelhandelsbetriebe jedoch Planungssicherheit für die kommenden Geschäftsjahre.
Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Tarifabschluss - Einzelhandel in MV - Beschäftigte erhalten mehr Geld - Wirtschaft“
