Einsatzkräfte, Notfälle

Einsatzkräfte trainieren Notfälle: Tunnel, U-Bahn, Straßenbahn bundesweit

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Feuerwehr, Rettungsdienste und Bundeswehr trainierten in mehreren Regionen Tunnelunfälle, Chemieszenarien, Brände und Unwetterlagen gemeinsam.

Großübungen im Katastrophenschutz: Einsatzkräfte testen ihre Abläufe
Leere, hell beleuchtete Tunnelröhre aus Beton mit industriellen Lichtern an der Decke Illustration mit AI erstellt.

Im Hechtsheimer Tunnel auf der Autobahn 60 bei Mainz haben Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste den Ernstfall geprobt. Für die groß angelegte Notfallsimulation wurde der Autobahnabschnitt ab 4 Uhr morgens voll gesperrt, ehe die Fahrbahn gegen 11:45 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte.

Das Übungsszenario sah einen schweren Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten vor, an dem ein brennendes Auto sowie ein Transporter mit Anhänger beteiligt waren. Rund 150 Einsatzkräfte trainierten die Bewältigung der Schadenslage, unterstützt von fünf Schauspielern, die betroffene Personen darstellten.

Realitätsnahe Simulation mit Pyrotechnik und dichter Rauchentwicklung

Wie unter anderem der Südwestrundfunk und die Allgemeine Zeitung in Berichten vom 20. September 2026 darlegten, wurde das Geschehen im Tunnel mit dichtem Rauch, echtem Feuer und Pyrotechnik simuliert, um möglichst realistische Einsatzbedingungen zu schaffen. Die beteiligten Einheiten probten dabei die rasche Brandbekämpfung im Tunnelbauwerk sowie die koordinierte Bergung und Erstversorgung der Verletzten unter Atemschutz.

Solche komplexen Trainingsszenarien bilden einen festen Bestandteil der betrieblichen Notfallkonzepte für kritische Verkehrsinfrastrukturen. Auch an anderen Verkehrsknotenpunkten trainieren Rettungsdienste regelmäßig unter erschwerten Bedingungen.

In Gelsenkirchen führte die Feuerwehr eine Vollübung in der Nacht in der U-Bahn-Station Consolidation durch. Beteiligt waren Berufs- und Freiwillige Feuerwehr, überörtliche Einheiten sowie umliegende Krankenhäuser, während der reguläre Rettungsdienst einsatzbereit blieb.

Geübt wurde bei einem Brand mit 21 verletzten Personen; die Einsatzleitung zog ein erstes positives Fazit. In Bad Laasphe probten die Feuerwehr Bad Laasphe und Rettungskräfte bei einem simulierten Busunglück die Befreiung eines eingeklemmten Fahrers und den Transport von 21 verletzten Fahrgästen unter Notrufen im Minutentakt.

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Bei einer Großübung im Vogtland trainierten die Feuerwehr Plauen und Rettungskräfte mit 180 Kräften, Helfern und Statisten die Rettung, Bergung und Triage nach einer Kollision zwischen einer Straßenbahn und einem Auto mit 20 Verletzten und einem Toten.

Kooperationen in Industrie und Katastrophenschutz

Parallel zu Tunnel- und Verkehrsübungen testen auch Industrieunternehmen und der überregionale Katastrophenschutz ihre Abläufe. Am Standort der BASF Ludwigshafen fand erstmals eine gemeinsame Großschadensalarmübung der BASF-Gefahrenabwehr mit dem ABC-Abwehrregiment 750 „BADEN“ aus Bruchsal an der werkseigenen Kläranlage statt.

Rund 75 BASF-Kräfte und rund 40 Soldaten mit 13 Fahrzeugen probten chemietypische Schadenslagen, Brandbekämpfung mit Verletzten, Spürarbeiten und Dekontamination. Die Maßnahme war eingebettet in die Regimentsübung „BADISCHER STURM“, die vom 14. bis 25. September 2026 mit rund 500 Soldaten in einem Raum von Saarbrücken bis Offenburg stattfindet.

Großübungen forderten zudem Kräfte im ländlichen Raum und im Katastrophenschutz: Auf Schloss Zeil bei Leutkirch trainierten Feuerwehr und Rotes Kreuz mit 180 Einsatzkräften einen Brand mit Menschenrettung und Wasserförderung über 89 Meter Höhenunterschied und rund zwei Kilometer Förderleitung, unterstützt durch die Feuerwehr Bad Wurzach mit einer Drehleiter und 16 Kräften.

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Bei der Katastrophenschutzvollübung „CRANA 2026“ im Landkreis Kronach waren rund 950 Helfer aus Bayern und Thüringen im Einsatz, darunter das Hilfeleistungskontingent Eichstätt mit rund 110 Einsatzkräften und 25 Fahrzeugen, um nach einer simulierten Unwetter- und Hitzeperiode Waldbrände zu bekämpfen sowie Dämme und Photovoltaikanlagen zu sichern.

Die Übung im Mainzer Hechtsheimer Tunnel reiht sich damit in eine Serie intensiver Belastungsproben ein, mit denen Hilfs- und Rettungsorganisationen ihre Einsatzkonzepte unter Extrembedingungen überprüfen.

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