Ratenzahlung, Onlinekäufe

Ratenzahlung bei Onlinekäufen: Jeder Siebte finanziert 1.000 Euro

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 13:24 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Eine Verivox-Umfrage zeigt, dass immer mehr Verbraucher größere Onlinekäufe in Teilbeträgen finanzieren möchten. Besonders häufig nennen Menschen mit weniger als 2.000 Euro Nettoeinkommen diese Möglichkeit; Verbraucherschützer warnen vor wachsender Überschuldung.

Umfrage: Ratenzahlung bei Onlinekäufen immer beliebter
Frau mit Laptop (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Ratenzahlungen für größere Onlineeinkäufe werden in Deutschland beliebter. Rund jeder siebte Befragte würde einen Onlinekauf von 1.000 Euro lieber in Raten zahlen, wie eine Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox zeigt.

Deutlich höherer Anteil als 2024

2024 lag der Anteil den Angaben zufolge noch bei etwa neun Prozent. Für die aktuelle Erhebung wurden rund 1.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren befragt.

Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier erklärte, für immer mehr Menschen sei es inzwischen selbstverständlich, Onlineeinkäufe über längere Zeit in Teilbeträgen abzuzahlen. Besonders attraktiv ist die Finanzierung demnach für Menschen mit geringerem Einkommen.

Geringverdiener greifen häufiger auf Teilzahlung zurück

Fast jeder Vierte mit weniger als 2.000 Euro netto würde eine größere Anschaffung im Internet auf Pump bezahlen. Damit ist die Ratenzahlung gerade dort verbreitet, wo unerwartete Ausgaben das Haushaltsbudget besonders stark belasten können.

Verbraucherschützer warnen vor Schuldenrisiko

Verbraucherschützer sehen die Entwicklung mit Sorge. Aus vielen kleinen Beträgen könne schnell ein Schuldenberg werden.

Neue Verbraucherkreditregeln, die ab November gelten, sollen Konsumenten besser schützen. Vorgesehen ist unter anderem eine verpflichtende Bonitätsprüfung.

Ratenzahlung verschiebt die Belastung eines Onlinekaufs aus dem Zeitpunkt des Erwerbs in mehrere spätere Monatsraten. Dadurch sinkt die unmittelbare Zahlungsschwelle, zugleich kann der Gesamtpreis durch Zinsen, Gebühren oder zusätzliche Vertragskosten über dem ursprünglichen Kaufpreis liegen.

Besonders relevant ist der Trend bei Haushalten mit knappem Budget. Wenn bereits laufende Verpflichtungen bestehen, können mehrere parallel abgeschlossene Teilzahlungsverträge die monatliche Belastung unübersichtlich machen. Aus einzelnen kleinen Raten kann so eine dauerhaft hohe Kreditlast entstehen. Für Verbraucher zählt deshalb nicht nur die Höhe der Monatsrate, sondern vor allem der effektive Jahreszins, der Gesamtbetrag und die Laufzeit.

Neue Regeln sollen Kreditprüfung stärken

Die angekündigten Verbraucherkreditregeln zielen darauf, Kreditangebote transparenter zu machen und die Zahlungsfähigkeit der Kunden stärker einzubeziehen. Eine verpflichtende Bonitätsprüfung soll verhindern, dass Finanzierungen ohne ausreichende Prüfung der finanziellen Belastbarkeit vergeben werden.

Für Käufer bedeutet das voraussichtlich mehr Informationen vor dem Vertragsabschluss und möglicherweise häufiger eine Ablehnung von Ratenkäufen. Händler und Zahlungsdienstleister müssen ihre Abläufe entsprechend anpassen. Die Regelungen beseitigen jedoch nicht das Grundrisiko: Auch ein formal genehmigter Kredit kann das Haushaltsbudget überfordern, wenn mehrere Zahlungsverpflichtungen zusammentreffen.

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