Eigenheimkauf, Immobilienfinanzierung

Eigenheimkauf: 67 Prozent brauchen Familienhilfe

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 12:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Eine aktuelle Wohntraumstudie zeigt, wie stark junge Menschen beim Immobilienkauf auf Schenkungen, Erbschaften oder andere Hilfen angewiesen sind. Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach den eigenen vier Wänden in Deutschland groß.

Finanzierung junger Käufer

  • Interhyp befragte im August 1.523 Menschen zwischen 18 und 70 Jahren.
  • Bei den 23- bis 30-Jährigen wünschen sich 80 Prozent eigenes Wohnen.
  • Für 48 Prozent dieser Altersgruppe fehlt das Geld für den Immobilienkauf.
  • Insgesamt bezeichnen 47 Prozent der Befragten Wohneigentum als Lebenstraum.
Ohne Geld der Eltern geht für viele Eigenheiminteressenten nichts. (Symbolbild) - Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-tmn

Familienhilfe wird für junge Käufer zum Schlüssel

Ohne finanzielle Unterstützung der Familie bleibt der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses für viele junge Menschen in Deutschland schwer erreichbar. In einer Studie des Finanzierungsvermittlers Interhyp halten nur 32 Prozent der 23- bis 30-Jährigen einen Immobilienkauf ohne familiären Beitrag für machbar.

Wer dagegen mit einer Schenkung, einem Erbe oder anderer Unterstützung rechnet, beurteilt die eigenen Chancen deutlich besser: 67 Prozent dieser Gruppe halten den Kauf für möglich.

Eigenes Zuhause bleibt ein großer Wunsch

Die Befragung umfasst neben Schenkungen und Erbschaften auch private Darlehen, Bürgschaften und weitere Formen familiärer Hilfe. Interhyp ließ im August 1.523 Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren befragen.

Unter den 23- bis 30-Jährigen wünschen sich 80 Prozent, eines Tages in den eigenen vier Wänden zu leben. Zugleich sagt fast die Hälfte dieser Altersgruppe, nämlich 48 Prozent, dass ihr das Geld für den Immobilienkauf fehlt.

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Viele verschieben den Kauf

Die Mehrheit der jungen Befragten gibt die Hoffnung auf Wohneigentum jedoch nicht auf. Viele wollen länger oder mehr sparen oder den Kauf zunächst verschieben.

Über alle Altersgruppen hinweg sagten 68 Prozent, dass sie gern ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung besitzen würden. Für 47 Prozent ist Wohneigentum sogar ein Lebenstraum.

Interhyp vermittelt Kredite

Nach Angaben von Interhyp schafft etwa ein Drittel der jüngeren Eigentümerinnen und Eigentümer den Kauf ohne Hilfe der Eltern oder anderer Familienmitglieder. Das Unternehmen gehört zur niederländischen ING-Gruppe und ist nach eigenen Angaben Deutschlands größter Vermittler privater Immobiliendarlehen mit einem Marktanteil von mehr als zehn Prozent.

Interhyp vergibt selbst keine Kredite, sondern vermittelt Darlehen von rund 500 angeschlossenen Banken und anderen Kreditgebern.

Die Ergebnisse der Wohntraumstudie zeigen, wie stark der Zugang zu Wohneigentum von den finanziellen Voraussetzungen des Elternhauses abhängen kann. Für junge Haushalte wirken dabei mehrere Hürden zusammen: hohe Kaufpreise in Ballungsräumen, gestiegene Finanzierungskosten und die Schwierigkeit, ausreichend Eigenkapital anzusparen.

Familiäre Unterstützung kann diese Hürden auf unterschiedliche Weise senken. Eine Schenkung oder ein Erbe erhöht das Eigenkapital unmittelbar; ein privates Darlehen oder eine Bürgschaft kann die Finanzierung ebenfalls erleichtern. Wer weniger Fremdkapital benötigt, kann zudem geringere monatliche Belastungen oder bessere Kreditkonditionen erreichen.

Eigenkapital entscheidet über Chancen

Die Entwicklung verschärft soziale Unterschiede beim Immobilienkauf. Haushalte ohne familiäre Rücklagen müssen häufig länger sparen, kleinere Objekte wählen oder den Kauf in eine spätere Lebensphase verschieben. Damit wird Wohneigentum für einen Teil der Bevölkerung weniger zu einer Frage des alleinigen Einkommens als der vorhandenen Vermögensbasis.

Für Interessierte bedeutet das, dass neben dem Kaufpreis auch Zinsbindung, Tilgung, Nebenkosten und finanzielle Reserven sorgfältig kalkuliert werden müssen. Unterstützung aus der Familie kann den Erwerb ermöglichen, ersetzt aber keine tragfähige Finanzierung: Schenkungen, Darlehen und Bürgschaften sollten rechtlich und steuerlich klar geregelt werden.

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