EH55-Plus: Rund 1 Milliarde Euro sichert Neubauförderung bis Jahresende
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 16:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung stellt zusätzliche Haushaltsmittel für das Neubauförderprogramm EH55-Plus bereit. Wie das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) mitteilte, soll mit dem Schritt die Finanzierung des Programms bis zum Jahresende 2026 abgesichert werden. Insgesamt stellt die schwarz-rote Koalition im laufenden Jahr rund 1 Mrd. Euro für die Förderung bereit.
Ohne die Bereitstellung weiterer Gelder wäre der bisherige Fördertopf in Höhe von 800 Mio. Euro nach Angaben des Bauministeriums vorzeitig ausgeschöpft gewesen, möglicherweise bereits Ende Oktober. Olaf Demuth, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, erklärte hierzu, dass das Budget andernfalls schon in der kommenden Woche erschöpft gewesen wäre.
Die genaue Höhe der aktuellen Nachbelegung nannte das Ministerium offiziell nicht. Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, geht von zusätzlichen Mitteln in Höhe von 250 Mio. Euro aus.
Hohe Nachfrage nach zinsverbilligten Krediten
Bauministerin Verena Hubertz (SPD) betonte, dass die Nachfrage nach den Mitteln spürbar angezogen habe und die Förderung nun bis zum Jahresende genutzt werden könne. Das Förderprogramm war ursprünglich bis Ende Juni befristet gewesen, ehe Hubertz am 19. Juni eine Verlängerung ankündigte. Nach den Förderrichtlinien sind Anträge bis zur Erschöpfung der Mittel möglich, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2026.
Die Bilanz seit dem Start des Förderangebots fällt umfangreich aus: Nach Angaben der staatlichen Förderbank KfW und des BMWSB wurden seit dem Programmstart im Dezember 2025 bis Anfang Oktober 2026 rund 52.100 Wohneinheiten gefördert.
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Zum Stichtag am 5. Oktober 2026 belief sich das vergebene Kredit- und Zuschussvolumen über die KfW-Programmnummern 297 und 298 auf rund 4,9 Mrd. Euro. Die Förderkulisse umfasst zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, während Kommunen einen Zuschuss von 7,5 Prozent in Anspruch nehmen können.
Gefördert werden der Neubau sowie der Ersterwerb von Wohn- und Nichtwohngebäuden im Standard Effizienzhaus 55. Zu den Bedingungen gehört, dass die Wärmeerzeugung vollständig aus erneuerbaren Energien stammt, während Öl- und Gasheizungen ausgeschlossen sind. Zudem müssen Antragsteller bereits bei der Einreichung eine gültige Baugenehmigung vorweisen.
Reaktionen aus Politik und Bauwirtschaft
Jan-Marco Luczak, baupolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hob hervor, dass durch die Wiederaufnahme der EH55-Förderung bereits mehr als 50.000 neue Wohnungen angestoßen worden seien. Angesichts steigender Bauzinsen bleibe eine verlässliche Förderung für die Branche unerlässlich.
Iris Schöberl, Präsidentin des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), begrüßte den Schritt ebenfalls und wies darauf hin, dass viele Vorhaben baureif seien und Planungssicherheit für die Realisierung entscheidend bleibe.
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Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), äußerte Erleichterung darüber, dass eine abrupte Förderlücke abgewendet worden sei. Noch im Juni sei den Akteuren mitgeteilt worden, die bereitgestellten Mittel stünden nur einmalig zur Verfügung und würden nicht aufgestockt.
Der ZDB verweist darauf, dass zwei Drittel der Aufträge im Wohnungsbau von Familien sowie kleineren Investoren stammten und die Spanne von der Genehmigung bis zur Fertigstellung durchschnittlich 27 Monate betrage.
Der Verband drängt daher auf eine nahtlose Fortführung von EH55-Plus bis zur Einführung der sogenannten Zwei-Programme-Welt im Sommer 2027 sowie auf unbürokratische Neuregelungen, um einen Förderstopp ab dem 1. Januar 2027 zu verhindern. Der Kostendruck im Wohnungsbau bleibt derweil hoch: Das Statistische Bundesamt bezifferte den Preisanstieg für den Neubau konventioneller Wohngebäude im August auf 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

