EH-55-Plus-Förderung: Bund stockt Mittel für Neubauhäuser auf
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 11:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas Bundesbauministerium stockt die Förderung für energieeffiziente Neubauhäuser auf, weil die Nachfrage nach der EH-55-Plus-Förderung deutlich gestiegen ist.
800 Millionen Euro reichen nicht
Bauministerin Verena Hubertz (SPD) teilte mit, dass zusätzliche Mittel bereitgestellt würden. Das ursprünglich eingeplante Budget von 800 Millionen Euro wäre sonst bereits vor Jahresende ausgeschöpft gewesen.
Seit dem Start des Programms im vergangenen Jahr befinden sich nach Angaben des Ministeriums rund 52.100 Wohnungen in der Umsetzung. Die Vorhaben seien bereits genehmigt gewesen, aber noch nicht gebaut worden.
Erneuerbare Wärme als Voraussetzung
Die Förderung erfolgt über zinsverbilligte Kredite der KfW. Voraussetzung ist neben dem Effizienzhausstandard EH 55, dass die Wärme vollständig mit erneuerbaren Energien erzeugt wird.
Neubauten mit Öl- oder Gasheizungen sind deshalb ausgeschlossen. Beim Antrag muss außerdem bereits eine Baugenehmigung vorliegen.
Anträge nur bis Jahresende möglich
Die Förderung kann beantragt werden, solange der Fördertopf nicht ausgeschöpft ist. Spätestens endet die Möglichkeit zur Antragstellung mit Ablauf dieses Jahres.
Förderung soll Neubau ankurbeln
Die EH-55-Plus-Förderung setzt an einem zentralen Problem des Wohnungsbaus an: Hohe Bau- und Finanzierungskosten haben viele Projekte verzögert oder wirtschaftlich erschwert. Zinsverbilligte KfW-Kredite können die monatliche Belastung senken und bereits genehmigten Vorhaben den Baubeginn erleichtern.
Die Förderung ist zugleich an einen anspruchsvolleren Energiestandard gebunden. Neben dem Effizienzhausstandard müssen Antragsteller die Wärmeversorgung vollständig auf erneuerbare Energien stützen. Damit verbindet das Programm Wohnungsbaupolitik mit dem Ziel, fossile Heizungen im Neubau auszuschließen.
Frist und begrenzter Fördertopf
Für Interessierte ist entscheidend, dass die Mittel nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Anträge können nur gestellt werden, solange der Fördertopf reicht, spätestens bis zum Jahresende. Voraussetzung ist außerdem eine bereits vorliegende Baugenehmigung.
Die Zahl von rund 52.100 Wohnungen in der Umsetzung zeigt die Größenordnung des Programms. Die Aufstockung kann kurzfristig zusätzliche Sicherheit für Projekte schaffen, ersetzt aber keine dauerhaft verlässliche Förderstrategie. Für Bauherren bleibt daher eine schnelle Prüfung der Voraussetzungen wichtig, während die Wirkung auf Baupreise und Neubauzahlen erst mit zeitlichem Abstand sichtbar werden dürfte.

