Edge 151: Microsoft erzwingt Passkey-Umstellung ab September
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 00:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat am 1. August 2026 mit der Veröffentlichung der Browser-Version Edge 151.0.4129.59 umfassende Aktualisierungen für die digitale Identitätssicherheit und den Zugriffsschutz in Unternehmen implementiert. Das Update adressiert nicht nur bestehende Sicherheitslücken, sondern markiert auch einen strategischen Wendepunkt bei der Authentifizierung durch die Einführung einer Passkey-Synchronisierung für Unternehmenskunden.
Systemanforderungen und Funktionsänderungen im Browser
Die neue Version des Edge-Browsers setzt für Nutzer von Apple-Systemen macOS 13 als Mindestanforderung voraus. Im Zuge der technologischen Neuausrichtung stellt das Unternehmen zudem die bisher integrierte Drop-Funktion ein. Parallel dazu wurde der Support für den Microsoft Translator in älteren Versionen zum 30. Juli 2026 beendet. Diese Maßnahmen unterstreichen das Bestreben, die Software-Infrastruktur auf modernere und sicherere Standards zu konzentrieren.
Ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsstrategie ist die forcierte Umstellung auf Passkeys innerhalb von Microsoft Entra ID. Wie das Unternehmen ankündigte, soll ab dem 1. September 2026 eine automatische Umstellung von der bisherigen Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) via SMS oder Sprachnachricht auf Passkeys erfolgen. Die endgültige Abschaltung der herkömmlichen SMS- und Sprach-MFA-Methoden ist für den 1. Februar 2027 geplant.
Abwehr von gezielten Phishing-Kampagnen
Die Notwendigkeit für phishing-resistente Authentifizierungsverfahren wird durch aktuelle Bedrohungsanalysen verdeutlicht. Sicherheitsexperten warnten Ende Juli vor der sogenannten CaptiveCrunch-Kampagne, die dem Akteur Storm-2945 (Teil der Gruppe Midnight Blizzard) zugeschrieben wird. Dabei werden kompromittierte Hotel-WLAN-Verbindungen genutzt, um DNS- und HTTP-Anfragen zu manipulieren. Ziel ist es, Nutzer auf gefälschte Update-Seiten oder präparierte Portale für Device-Code-Phishing umzuleiten.
Angesichts immer raffinierterer Methoden wie der Manipulation von WLAN-Verbindungen ist der Schutz vor Identitätsdiebstahl wichtiger denn je. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie die neue Passkey-Technologie bei Diensten wie Microsoft oder Amazon einrichten, um Hackern keine Chance mehr zu lassen. Passkeys einrichten und Passwort-Stress vermeiden
Seit dem 16. July 2026 wurde beobachtet, dass Angreifer verstärkt auf die Microsoft Device-Code-Authentifizierung umleiten. Statistische Erhebungen zeigen, dass rund 99 Prozent aller Angriffe mittels Device-Code-Phishing gegen Microsoft-Infrastrukturen gerichtet sind, wobei alle 24 Stunden zwischen 10 und 15 neue Kampagnen registriert werden. Im Rahmen dieser Aktivitäten kommt spezialisierte Malware zum Einsatz, darunter der in Go geschriebene Remote-Access-Trojaner CornFlake sowie der PowerShell-Stealer ChocoShell, die beide seit Anfang Mai 2026 aktiv sind.
Fortschritte in der Cloud-Sicherheit und Künstlichen Intelligenz
Im Bereich der Cloud-Infrastruktur wurden zum 31. Juli 2026 native CIS-Benchmark-Prüfungen für Linux-VMs unter Azure allgemein verfügbar gemacht. Dies betrifft Distributionen wie RHEL, AlmaLinux, Rocky und Ubuntu. Zudem konnte eine kritische Sicherheitslücke in der Cosmos-DB, bekannt unter dem Namen CosmosEscape, im Juli 2026 endgültig behoben werden.
Wer sich mit der Absicherung von Unternehmens-Infrastrukturen und modernen Authentifizierungsverfahren befasst, sollte auch die aktuellen gesetzlichen Anforderungen kennen. Erhalten Sie mit diesem kostenlosen Leitfaden einen Überblick über Risikoklassen und Pflichten für den sicheren Einsatz von KI-Systemen im Betrieb. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act anfordern
Zur Unterstützung der Verteidigungsmaßnahmen setzt Microsoft verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Das Modell MAI-Cyber-1-Flash, welches über 137 Milliarden Parameter verfügt, erreichte im CyberGym-Benchmark eine Erfolgsquote von 95,95 Prozent. Experten raten Unternehmen angesichts der komplexen Bedrohungslage dazu, VPN-Lösungen konsequent zu nutzen, den Device-Code-Flow nach Möglichkeit zu blockieren und auf phishing-resistente MFA-Verfahren umzusteigen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
