Edeka testet Gesundheitswürfel: Telemedizin startet 2027 in zwei Filialen
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Lebensmittelhändler Edeka will die medizinische Grundversorgung näher an den Alltag der Verbraucher heranbringen. Ab Januar 2027 erprobt das Unternehmen sogenannte Gesundheitswürfel in zwei süddeutschen Filialen.
Die kompakten Telemedizin-Kabinen mit den Maßen 1,5 mal 1,5 Meter werden im E-Center im baden-württembergischen Überlingen am Bodensee sowie im Marktkauf in Ostfildern aufgestellt. Für die Umsetzung hat der Betreiber der Kabinen, die CubeDoc SE, eine Absichtserklärung mit der Edeka Südwest Stiftung & Co. KG unterzeichnet.
Diagnostik und Videosprechstunden im Markt
Die Stationen sollen Kundinnen und Kunden eine Reihe medizinischer Basismessungen ohne langen Vorlauf ermöglichen. Das Leistungsspektrum der Einheiten umfasst Herz-Kreislauf-Checks, Lungenfunktionstests sowie grundlegende Laboranalysen.
Ergänzt wird die technische Ausstattung durch eine Videosprechstunde mit medizinischem Fachpersonal. Sollte die Testphase in Überlingen und Ostfildern erfolgreich verlaufen, stellt das Unternehmen eine schrittweise Ausweitung des Konzepts in Aussicht.
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Das Potenzial für eine Skalierung im Vertriebsgebiet ist beachtlich: Edeka Südwest betreibt über 1100 Märkte in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie Teilen Hessens und Bayerns. Rund 1,5 Millionen Kundinnen und Kunden besuchen diese Standorte täglich.
Der Vorstoß stößt jedoch auch auf berufsständische Vorbehalte. Markus Blumenthal-Beier vom Hausärzteverband warnte vor anonymen Videosprechstunden bei Drittanbietern und mahnte eine kontinuierliche Betreuung der Patientinnen und Patienten an.
Expansionsziele und Finanzdaten des Anbieters
Für CubeDoc markiert die Vereinbarung mit Edeka den Einstieg in den Lebensmitteleinzelhandel. Bislang betreibt das Unternehmen seine Stationen vor allem in Seniorenpflege- und Wohnheimen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Bis zum Jahr 2030 plant die Gesellschaft, drei bis fünf Prozent der potenziellen Standorte in den Bereichen Pflege und Apotheken zu erschließen.
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Die wirtschaftliche Kalkulation hinter dem Modell sieht laut dem Businessplan des Unternehmens einen einmaligen Preis von rund 80.000 Euro pro installiertem Würfel vor, ergänzt um wiederkehrende Kosten von 18.000 Euro pro Jahr. Die internen Produktionskosten beziffert die Gesellschaft auf 40.000 Euro je Einheit, während sich die Investitionskosten der zweijährigen Startphase auf rund 1,2 Millionen Euro belaufen.
Bis zum Jahresende 2026 sollen noch 50 Geräte in Betrieb gehen. Für das Gesamtjahr 2026 stellte CubeDoc einen Umsatz mindestens im mittleren einstelligen Millionenbereich in Aussicht und peilt im vierten Quartal das Erreichen der Gewinnschwelle an.
Im Businessplan sind für 2026 bei 250 Einheiten insgesamt 23 Millionen Euro Erlös veranschlagt. Für 2027 peilt die Gesellschaft bei 600 Kabinen 63 Millionen Euro Umsatz an, gefolgt von 113 Millionen Euro bei 1000 Standorten im Jahr 2028 und 152 Millionen Euro bei 1200 Installationen im Jahr 2029.
Die Aktien des Unternehmens werden im Freiverkehr der Börse Düsseldorf gehandelt, woraus sich zuletzt eine Marktbewertung von rund 130 Millionen Euro ergab. Die beiden Gründer Dr. Kaneschka Jahanyar und Fynn Niklas Gronewald halten jeweils rund 37 Prozent der Anteile. Patrik Matthias Paulus besitzt 20 Prozent, Hubertus Seidler rund sieben Prozent. Der Streubesitz liegt kurzfristig bei 10 bis 15 Prozent.
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