E-Rechnungspflicht, Schnittstelle

E-Rechnungspflicht: Neue Schnittstelle ab sofort für automatisierte Buchung

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 00:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die neue Schnittstelle von Reybex und GetMyInvoices automatisiert den Belegfluss und unterstützt Unternehmen bei kommenden E-Rechnungspflichten.

EDIT Systems verknüpft Reybex mit GetMyInvoices für E-Rechnungen
Ein minimalistisch gestalteter, heller Büroraum mit geordneten Unterlagen und natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Essener EDIT Systems GmbH hat für ihr ERP-System Reybex eine direkte Anbindung an GetMyInvoices der fino data services GmbH bereitgestellt. Wie aus einem Branchenbericht vom 18. September 2026 hervorgeht, ist die neue Schnittstelle ab sofort verfügbar.

Ziel der Integration ist die durchgängig automatisierte Erfassung und Weiterleitung von Eingangsbelegen in die betriebswirtschaftliche Software, um manuelle Buchungsschritte im Unternehmensalltag zu reduzieren.

Automatisierter Belegtransfer zwischen Portalen und ERP

Durch die neue Verknüpfung werden digitale Rechnungsdokumente künftig ohne manuelle Zwischenschritte aus GetMyInvoices an Reybex übermittelt. Die Plattform von fino data services sammelt Belege nach Unternehmensangaben aus mehr als 10.000 Online-Portalen, E-Mail-Postfächern sowie mobilen Anwendungen ein und stellt mittlerweile über 50 Integrationen bereit.

Mehr als 20.000 Unternehmen greifen den Angaben zufolge auf die Lösung zurück. Neben der technischen Erfassung erfüllt das System Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form (GoBD).

Das Hosting der Daten erfolgt in Deutschland. Über die standardisierte Anbindung gelangen die Belege direkt in die Rechnungsverarbeitung von Reybex, wodurch Medienbrüche zwischen dem Empfang von Rechnungen und deren Verbuchung im ERP-System entfallen.

Zunehmender Automatisierungsdruck durch B2B-E-Rechnungspflicht

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Die funktionale Erweiterung erfolgt vor dem Hintergrund strikter gesetzlicher Fristen für den elektronischen Geschäftsverkehr in Deutschland. Seit dem 1. Januar 2025 gilt für inländische B2B-Umsätze bereits die Pflicht, strukturierte E-Rechnungen nach der Norm EN 16931 – beispielsweise in den Formaten XRechnung oder ZUGFeRD – empfangen zu können.

Zum 31. Dezember 2026 läuft nun die gesetzliche Übergangskonzession aus. Ab dem 1. Januar 2027 sind Lieferanten mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 Euro gesetzlich verpflichtet, für inländische B2B-Geschäfte strukturierte E-Rechnungen auszustellen.

Für kleinere Unternehmen und bestimmte EDI-Verfahren greift die Pflicht nach einer weiteren Übergangsfrist zum 1. Januar 2028. Ein im Juni 2026 von einem Wirtschaftsverband formell eingebrachter Antrag auf eine Verschiebung der Fristen fand keine Zustimmung.

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In der Praxis besteht bei vielen Marktteilnehmern weiterhin Nachholbedarf: Laut einer im Juni durchgeführten Erhebung von Easybill verschickten zu diesem Zeitpunkt lediglich rund 42 Prozent der befragten Unternehmen regelmäßig E-Rechnungen.

Vor diesem Hintergrund startete der aus der ZUGFeRD-Community hervorgegangene Verein eurofactura eine anonyme Online-Umfrage, die den Umsetzungsstand, die Verbreitung und den Aufwand in sieben Themenblöcken detailliert erfassen soll.

Hohe Relevanz cloudbasierter Rechnungswesen-Lösungen

Die Kooperation bedient zugleich den anhaltenden Trend zur Verlagerung administrativer Prozesse in Cloud-Umgebungen. Einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) aus dem Jahr 2025 zufolge nutzen 54 Prozent der deutschen Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten kostenpflichtige Cloud-Dienste; im Segment zwischen 10 und 49 Beschäftigten liegt der Anteil bei 51 Prozent.

Unter den kleineren Unternehmen, die bezahlte Cloud-Services einsetzen, nutzen 61 Prozent diese Dienste gezielt für das Finanz- oder Rechnungswesen. Schnittstellen wie die zwischen Reybex und GetMyInvoices zielen darauf ab, diese Cloud-Ökosysteme zu verknüpfen und den verbleibenden Prüf- und Freigabeaufwand vor den anstehenden Stichtagen weiter zu senken.

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