E-Rechnungspflicht, Handwerk

E-Rechnungspflicht: Handwerk fordert Aufschub bis Januar 2028

Veröffentlicht: 01.07.2026 um 22:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die E-Rechnungspflicht rückt näher, viele Betriebe sind unvorbereitet. Neue Plattformen und KI-Tools sollen die Umstellung erleichtern.

E-Rechnungspflicht 2026: Software-Updates und KI-Helfer für Unternehmen
Digitale Vernetzung von Büros und Datenströmen, die elektronische Rechnungen und digitale Transformation symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

90 Prozent der Unternehmen sind betroffen, doch 70 Prozent haben die Umstellung noch nicht abgeschlossen.

Das zeigt eine aktuelle Studie von Quadient und OpinionWay. Zwar bewerten 64 Prozent der Betriebe die E-Rechnung grundsätzlich als nützlich, doch der Handlungsdruck wächst. Wirtschaftsverbände warnen vor erheblichen Umsetzungshürden in der Praxis.

Neue Plattform für Steuerkanzleien

Wolters Kluwer hat zum Juli 2026 die Plattform ADDISON Direkt gestartet. Sie bündelt Mandanten-Onboarding, Dokumentenaustausch und E-Rechnungsstellung über das PEPPOL-Netzwerk in einer zentralen Oberfläche.

Das System integriert laut den Verantwortlichen Stefan Wahle und Bas Kniphorst zudem KI-gestütztes Dokumentenmanagement und einen automatisierten Bankabgleich.

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Auch spezialisierte Anbieter treiben die Vernetzung voran. Star Finanz und DocuWare haben eine neue Schnittstelle geschaffen. Rechnungsdaten lassen sich damit ohne Medienbrüche direkt an den Zahlungsverkehr übermitteln. Die Bearbeitungszeiten in der Rechnungsprüfung sollen sich so um bis zu 70 Prozent verkürzen.

Handwerk fordert Aufschub

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) fordert eine Verschiebung der E-Rechnungspflicht um ein Jahr auf den 1. Januar 2028. Zwei Drittel der Handwerksbetriebe melden Probleme beim Empfang elektronischer Dokumente.

Kritik gibt es vor allem an Abweichungen zwischen Datensätzen und PDF-Ansichten sowie einer fehlerhaften Umsetzung der CEN-Norm EN 16931. Eine verlängerte Testphase sei notwendig, um die Validität der Dokumente sicherzustellen.

Im Gesundheitswesen gelten besondere Fristen. Für umsatzstarke Apotheken endet die Übergangsfrist bereits Ende 2026. Gleichzeitig müssen Betriebe im Pflegesektor neue Mindestlöhne berücksichtigen, die heute in Kraft getreten sind.

KI-Agenten übernehmen Buchhaltung

Die Softwareentwicklung setzt zunehmend auf autonome Funktionen. Lucanet hat zum 30. Juni 2026 eine CFO-Plattform mit spezialisierten KI-Agenten vorgestellt. Sie sollen den Aufwand beim XBRL-Tagging um bis zu 95 Prozent reduzieren.

Basware setzt auf ein Framework für „kontrollierte Autonomie“. Die KI agiert in verschiedenen Stufen – vom Berater bis zum Operator.

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Im Bereich der Kreditorenbuchhaltung stufte Forrester den Anbieter Ivalua im zweiten Quartal 2026 als führend ein. Die Plattform zeichne sich durch hohe Compliance-Abdeckung und ein nahtloses Lieferantenportal aus.

Österreich: DATEV zieht sich zurück

Auch am österreichischen Markt bahnen sich Veränderungen an. DATEV Österreich beendet seine Geschäftstätigkeit zum 31. Dezember 2029. Mitbewerber positionieren sich als Alternative.

Das Unternehmen dvo Software bietet Ende Juli 2026 Informationsveranstaltungen für Kanzleien an. Ziel ist der Umstieg auf cloudbasierte Lösungen mit hohen Automatisierungsquoten bei der Vorkontierung.

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