E-Rechnungspflicht, Firmen

E-Rechnungspflicht: Ab 2027 für Firmen ab 800.000 Euro

04.06.2026 - 07:18:58 | boerse-global.de

Ein Online-Portal erleichtert den Start in die Selbstständigkeit, während neue Sicherheits- und Steuerregeln Unternehmer fordern.

E-Rechnungspflicht: Ab 2027 für Firmen ab 800.000 Euro - Bild: über boerse-global.de
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Digitale Plattform für Gründer gestartet

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Erst am Dienstag dieser Woche ging ein neues Online-Portal an den Start, das Existenzgründern unter die Arme greifen soll. Die Seite gruender-werkzeug.de wurde von Unternehmer Markus Tonn entwickelt und bietet praktische Werkzeuge wie Liquiditätsplaner, Stundensatzrechner und einen Leitfaden für Behördengänge.

Das Angebot richtet sich sowohl an Einzelgründer als auch an Unternehmensberater. Aktuell vermittelt die Plattform Kontakte zu einem Netzwerk von 60 Beratern bundesweit. Ziel ist es, die Lücke zwischen erster Geschäftsidee und nachhaltiger Unternehmensführung zu schließen.

Strengere Regeln beim Arbeitsschutz

Wer ein Unternehmen führt, muss sich auf veränderte Sicherheitsvorschriften einstellen. Eine Änderung des Sozialgesetzbuchs (SGB VII) trat bereits am 29. Mai in Kraft. Betriebe mit 50 bis 250 Beschäftigten sind nun verpflichtet, mindestens eine Sicherheitsfachkraft zu bestellen. Bei kleineren Firmen mit 20 bis 50 Mitarbeitern greift die Pflicht nur dann, wenn die Tätigkeiten ein erhöhtes Risiko bergen.

Auch für bestimmte Branchen gibt es Neuerungen. Seit dem 1. Juni gelten überarbeitete Unfallverhütungsvorschriften (DGUV-Vorschrift 2) für Zahnarztpraxen. Die sogenannte „kleine Basisbetreuung" steht nun Praxen mit bis zu 20 Beschäftigten offen – bisher lag die Grenze bei zehn. Zudem darf künftig bis zu einem Drittel der erforderlichen Sicherheitsbetreuung digital erfolgen. Eine Übergangsfrist läuft bis Ende Mai 2027.

Compliance-Startup kassiert Millionen

Im Technologiesektor zeigt ein Münchner Startup, wie groß der Bedarf an digitalen Lösungen für Regulierungsfragen ist. Das Unternehmen Bayshore sicherte sich kürzlich eine Seed-Finanzierung von knapp sieben Millionen Euro. Die Runde wurde von Earlybird Venture Capital angeführt. Die Plattform des Startups nutzt große Sprachmodelle und juristische Regelwerke, um Compliance-Prozesse zu automatisieren.

Der Vorstoß kommt nicht von ungefähr. Die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie, die in Deutschland zwischen Ende 2025 und Januar 2026 in Kraft trat, bereitet vielen Firmen noch immer Kopfzerbrechen. Zwar ist die Meldefrist beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits im März abgelaufen, doch aktuelle Zahlen zeigen: Nur 38,5 Prozent der rund 29.000 betroffenen Unternehmen haben den Prozess abgeschlossen. Wer in regulierten Branchen mehr als 50 Mitarbeiter oder einen Umsatz von zehn Millionen Euro hat und die Vorgaben nicht erfüllt, riskiert empfindliche Strafen – bis hin zur persönlichen Haftung für die Geschäftsführung.

Steuerliche Änderungen und E-Rechnungspflicht

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Auch steuerlich tut sich einiges. Die Kleinunternehmerregelung bleibt 2026 bei 22.000 Euro Umsatz im Vorjahr und 50.000 Euro im laufenden Jahr bestehen. Eine neue EU-weite Regelung erlaubt zudem die Umsatzsteuerbefreiung für B2C-Verkäufe bis zu einem Gesamtumsatz von 100.000 Euro – Voraussetzung ist die Registrierung beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt).

Unternehmen sollten zudem die Einführung der verpflichtenden elektronischen Rechnung im Blick behalten. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Firmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz strukturierte E-Rechnungen im B2B-Bereich ausstellen – etwa im XRechnung- oder ZUGFeRD-Format. Ab Anfang 2028 gilt die Pflicht dann für alle Unternehmen, unabhängig von der Größe. Zwar verschicken bereits 42 Prozent der Firmen regelmäßig E-Rechnungen, doch ein Drittel aller deutschen Unternehmen hat das Format bislang noch nie genutzt.

Onlinehandel wächst weiter

Trotz aller regulatorischer Hürden zeigt der digitale Handel weiter nach oben. Der HDE Online-Monitor 2026 erwartet ein nominales Umsatzplus von 4,3 Prozent auf insgesamt 96,3 Milliarden Euro. Damit liegt das Wachstum deutlich über den prognostizierten 1,6 Prozent für den stationären Einzelhandel. Ein Zeichen für die zunehmende Digitalisierung: 35 Prozent der deutschen Verbraucher nutzen inzwischen Künstliche Intelligenz, um vor dem Kauf Produkte zu recherchieren.

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