E-Rechnung, EU-ViDA-Richtlinie

E-Rechnung: EU-ViDA-Richtlinie macht Digitalisierung ab 2030 zur Pflicht

09.06.2026 - 14:11:25 | boerse-global.de

Post Business Solutions und Banqup lancieren gemeinsame E-Rechnungsplattform für den österreichischen Markt.

E-Rechnung Austria: Neue Plattform für KMU und Konzerne
E-Rechnung - Eine digitale Schnittstelle zeigt Finanzdaten und Diagramme, umgeben von stilisierten Darstellungen von KI und digitalen Dokumenten, die Automatisierung symbolisieren. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juni 2026 eine gemeinsame Plattform für elektronische Rechnungen vorgestellt. „E-Rechnung Austria“ richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, Steuerberater und Großkonzerne. Ziel ist es, Zahlungs- und Rechnungsprozesse zu automatisieren und Unternehmen auf kommende EU-Vorgaben vorzubereiten.

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ViDA-Richtlinie treibt die Digitalisierung

Der Druck kommt aus Brüssel. Die EU-Richtlinie „VAT in the Digital Age“ (ViDA) macht elektronische Rechnungen für grenzüberschreitende B2B-Transaktionen ab Mitte 2030 zur Pflicht. Schon seit April 2025 gilt: Einfache PDFs zählen nicht mehr als elektronische Rechnungen.

Die Zahlen zeigen, wie groß der Markt ist. Das weltweite B2B-Fakturavolumen liegt bei rund 300 Milliarden Euro pro Jahr. Bisher werden etwa 29 Prozent elektronisch abgewickelt. Europa ist mit 64 Prozent Vorreiter. Bis 2030 soll die Zahl der elektronischen B2B-Transaktionen von 88 Milliarden auf 107 Milliarden steigen.

KI beschleunigt die Bearbeitung

Künstliche Intelligenz ist der entscheidende Treiber. Laut Branchenanalysen verkürzt KI die Bearbeitungszeit von Dokumenten um bis zu 88 Prozent.

Ein Beispiel: Die Münchener UMT United Mobility Technology AG hat den Tiefkühllogistiker NORDFROST als Kunden gewonnen. Das System verarbeitet automatisch Fangbescheinigungen und Importdokumente für EU-Verfahren.

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Auch Kommunen profitieren. Der Landkreis Oldenburg hat seit Jahresbeginn 29.000 SEPA-Lastschriftmandate für Abfallgebühren per KI erfasst. Der Verwaltungsaufwand sank erheblich.

Factoring-Boom und Systemumstellungen

Die Digitalisierung zeigt sich auch in den Finanzierungszahlen. Die deutsche Factoring-Branche erzielte 2025 ein Rekordvolumen von 423,5 Milliarden Euro – ein Plus von 6,2 Prozent. 94 Prozent der Kunden kommen aus dem KMU-Segment. Die Factoring-Quote liegt 2026 bei 9,5 Prozent.

Große Versorger ziehen nach. Die ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH hat sich für eine neue Abrechnungsplattform von Arvato Systems auf Basis von SAP S/4HANA entschieden. Der Umstieg ist bis Oktober 2027 geplant. Grund: Der Support für alte SAP-Branchenlösungen läuft aus.

International beschleunigt sich der Trend ebenfalls. Beim Digital Finance Festival 2026 in Ho-Chi-Minh-Stadt wurden innerhalb kurzer Zeit fast 2.000 neue Bankkonten eröffnet. Zahlungskarten gab es in fünf Minuten vor Ort.

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