E-Rechnung, Milliarden

E-Rechnung: 105 Milliarden Euro Effizienzpotenzial bestätigt

11.06.2026 - 05:02:07 | boerse-global.de

VeR-Strategiepapier bestätigt Machbarkeit des digitalen Meldesystems. Effizienzgewinne von bis zu 105 Milliarden Euro erwartet.

E-Rechnung: Milliardenpotenzial durch digitales Meldesystem
E-Rechnung - Abstrakte Darstellung digitaler Datenströme und vernetzter Knotenpunkte, die elektronische Rechnungsstellung und Datenaustausch symbolisieren. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Verband elektronische Rechnung (VeR) legte am 10. Juni ein Strategiepapier vor, das die technische Machbarkeit und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit bestätigt. Die Experten beziffern das Effizienzpotenzial auf bis zu 105 Milliarden Euro.

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Technisches Rückgrat sind die Provider. Das System muss europäisch anschlussfähig sein – etwa im Rahmen der ViDA-Initiative (VAT in the Digital Age). Ziel ist ein durchgängiger End-to-End-Prozess: Daten werden einmal erzeugt und mehrfach genutzt.

Neue Regeln für das Vorsteuer-Vergütungsverfahren

Das Bundesfinanzministerium (BMF) gab Anfang Juni detaillierte Änderungen bekannt. Für Unternehmer außerhalb der EU wird die digitale Übermittlung von Nachweisen über das BZSt-Portal Pflicht. Die Regelung gilt für Anträge ab dem 1. Januar 2026.

Der Schwellenwert für Kleinbetragsrechnungen liegt bei 250 Euro. Neu ist: Der Nachweis der Unternehmereigenschaft kann direkt mit dem Vergütungsantrag übermittelt werden. Parallel konkretisierte das BMF die Fristen für den automatischen Austausch von Finanzkonten-Daten. Meldende Institute müssen die Daten für 2025 bis zum 31. Juli 2026 ans BZSt liefern. Der internationale Austausch soll planmäßig zum 30. September 2026 erfolgen.

Elektronische Kassen und weniger Bürokratie

Ab dem 1. Januar 2027 verschärfen sich die Regeln für den stationären Handel. Betriebe mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz müssen dann elektronische Kassen einsetzen. Im Gegenzug entfällt die Bonpflicht bei Beträgen unter 30 Euro.

Die Bundesregierung rechnet mit einer jährlichen Entlastung von 89 Millionen Euro. Die einmaligen Umstellungskosten beziffert sie auf 99 Millionen Euro.

Flankiert wird das durch eine Modernisierungsagenda: Das Digitalministerium plant, die Berichtspflichten für Bürger und Unternehmen um 30 Prozent zu senken. Ein zentraler Baustein ist das nationale Datenaustauschsystem „Noots“, das bereits im Februar 2026 startete. Zudem sollen Sicherheitsbeauftragte künftig erst ab 50 Mitarbeitern verpflichtend sein – das entlastet rund 123.000 Firmen.

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Branchenlösungen und KI-Integration

Die Österreichische Post AG und die Banqup Group starteten am 9. Juni die gemeinsame Lösung „E-Rechnung Austria“. Sie automatisiert Zahlungs- und Rechnungsverarbeitung für KMU und Steuerberater.

Auch in der Versorgungswirtschaft tut sich was: Die ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH setzt auf eine neue SAP-basierte Abrechnungsplattform von Arvato Systems. Der Umstieg soll bis Oktober 2027 abgeschlossen sein.

Die technologische Entwicklung fokussiert sich zunehmend auf KI. Mitte Juni werden Lösungen vorgestellt, die mit vortrainierten Sprachmodellen Kontierungsvorschläge direkt in ERP-Systeme einspielen. Ziel: Reduzierung der Durchlaufzeiten in der Buchhaltung um bis zu 80 Prozent.

Auch im Gesundheitswesen geht es voran. Auf der Fachmesse OTWorld im Mai 2026 gab es Praxisberichte zur volldigitalen Abrechnung in Sanitätshäusern. Dank qualifizierter Signaturen nach BSI-Standards lassen sich Belege nun rechtssicher digital verarbeiten.

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