E-Mopeds, Pflichten

E-Mopeds ab Oktober: Neue Pflichten für 20.000 Nutzer in Österreich

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab Oktober benötigen E-Mopeds in Österreich Zulassung, Versicherung und AM-Führerschein. Für Lieferdienste folgen Umstellungen und hohe Strafrisiken.

Österreich stuft E-Mopeds ab Oktober als Kraftfahrzeuge ein
Eine leere, asphaltierte Stadtstraße mit Verkehrszeichen und städtischer Architektur im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Ab dem 1. Oktober 2026 gelten E-Mopeds der Fahrzeugklasse L1e-B in Österreich offiziell als Kraftfahrzeuge. Mit diesem Schritt gehen für gewerbliche Nutzer sowie private Halter umfassende Auflagen hinsichtlich Zulassung, Ausrüstung und Fahrtrainings einher.

Nach Angaben des Mobilitätsministeriums gibt es für die Umstellung keine Übergangsfrist. Laut einem Bericht vom 14. September 2026 erinnerte Mobilitätsminister Peter Hanke an das Inkrafttreten der Bestimmungen und bezeichnete diese als einen gewaltigen Schritt für die Verkehrssicherheit.

Umfassende Pflichten und Verbot auf Radwegen

Die Neuregelung erfasst rein elektrische Zweiräder ohne Pedale sowie Modelle mit reinem Gasgriff und einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 km/h. Klassische E-Bikes mit ausschließlicher Tretunterstützung bleiben von den Regelungen unberührt.

Nach Vorgabe des Mobilitätsministeriums müssen L1e-B-Fahrzeuge ab dem Stichtag über eine offizielle Zulassung, ein behördliches Kennzeichen sowie eine Kfz-Haftpflichtversicherung verfügen. Zudem sind das Tragen eines Sturzhelms und die regelmäßige Begutachtung gemäß §57a verpflichtend.

Für das Lenken ist mindestens eine Lenkberechtigung der Klasse AM ab einem Mindestalter von 15 Jahren vorgeschrieben. Zugleich sinkt die zulässige Alkoholgrenze für Fahrer von 0,8 auf 0,5 Promille. Das Befahren von Radwegen, Gehsteigen und Zebrastreifen ist für diese Fahrzeugklasse untersagt.

Die Behörden beziffern die Kosten für die Zulassung je nach Bundesland auf etwa 100 bis 180 Euro. Für Wien fallen für die Erstzulassung circa 130 Euro an, während das Kennzeichen bei der Versicherung etwa 260 Euro kostet. Die Zulassung mit einer neuen Kennzeichentafel liegt derzeit bei 255,50 Euro.

Hohe Strafdrohungen und Kritik an den Übergangsbedingungen

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Ab dem 1. Oktober 2026 gelten E-Mopeds der Klasse L1e-B in Österreich als Kraftfahrzeuge — ohne Übergangsfrist. Wer gewerblich fährt, braucht dann Zulassung, Kennzeichen, Kfz-Haftpflicht, Lenkberechtigung AM und Sturzhelm; Radwege sind tabu. Unser Leitfaden führt Sie in klaren Schritten durch Zulassung, Kosten je Bundesland und den Umstieg Ihrer Flotte. Kostenlosen Zulassungs-Leitfaden anfordern

Die Polizei hat bereits angekündigt, die Einhaltung der neuen Bestimmungen zu kontrollieren. Nach Behördenangaben drohen bei Verstößen empfindliche Strafen: Das Fahren ohne Führerschein wird mit 363 bis 2.180 Euro geahndet, unzulässiges Fahren auf Radwegen mit bis zu 726 Euro und das Bewegen von Fahrzeugen ohne Zulassung oder Versicherung mit bis zu 10.000 Euro.

ÖAMTC-Chefjurist Hoffer bezifferte das Befahren von Radwegen auf mindestens 1.000 Euro pro Verstoß, das Fahren ohne Bewilligung auf einen Höchstsatz von bis zu 10.000 Euro und Fahrten ohne Lenkerberechtigung auf 363 Euro.

Der ÖAMTC geht von mindestens 20.000 privaten Nutzern in Österreich aus, deren Fahrzeuge durch die neuen Vorgaben praktisch wertlos würden. Die Organisation fordert eine vereinfachte Zulassung, klare Rechtssicherheit sowie einen runden Tisch zum Thema Mikromobilität.

Konsequenzen für Essenszusteller und Lieferflotten

Besonders stark trifft die Neuregelung die Branche der Essenszustellung. Schätzungsweise 5.000 Zustellerinnen und Zusteller sind betroffen; allein in Wien könnten rund 5.000 E-Mopeds und Fatbikes von den Vorgaben erfasst werden.

Die Initiative Riders Collective wies darauf hin, dass für die Fahrzeuge der Boten meist eine Einzelgenehmigung nötig sei, da Typenscheine häufig fehlten. Zudem erlaubten Lieferando und Foodora keine Zustellung per Kraftfahrzeug. Bei einer typischen Vergütung von 4 bis 5 Euro pro Bestellung stünden mögliche Strafen von über 1.000 Euro in keinem Verhältnis zu den Einnahmen.

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Ohne Zulassung oder Versicherung drohen bis zu 10.000 Euro Strafe — und Lieferando wie Foodora erlauben keine Zustellung per Kraftfahrzeug. Wer jetzt nicht umstellt, riskiert Fahrzeuge, die praktisch wertlos werden. Der Leitfaden zeigt Ihnen den konkreten Umstiegsplan auf E-Bikes und Fahrräder, Schritt für Schritt. Umstiegsplan jetzt herunterladen

Die Lieferplattformen reagieren unterschiedlich auf die Vorgaben. Foodora stellt die Flotte ab dem 1. Oktober vollständig auf Fahrräder und E-Bikes um und beziffert die dafür nötige Investition bis 2027 auf einen siebenstelligen Betrag. Bei Wolt liegt die Fahrzeugwahl bei den unabhängigen Zustellpartnern; das Unternehmen stellt für den Umstieg für drei Jahre einen siebenstelligen Betrag bereit.

Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, bietet das Mobilitätsministerium für die Jahre 2026 bis 2029 spezielle Verkehrssicherheitstrainings für Essenszusteller an, für die ab dem 1. Oktober 2026 Anmeldungen möglich sind. Die Unternehmen Lieferando, foodora und Wolt unterstützen die Teilnahme an diesen Schulungen mit jeweils 50 Euro pro Teilnehmer.

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