E-Lkw-Ladenetz, Milliarde

E-Lkw-Ladenetz: Rund 1 Milliarde Euro für 124 Autobahnrastanlagen

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der VDE fordert eine abgestimmte Planung von Autobahn-Ladepunkten, Depots und Stromnetzen; für 124 Rastanlagen sind die Aufträge bereits vergeben.

VDE unterstützt Planung des Schnellladenetzes für Elektro-Lkw
Ein großes Umspannwerk mit Hochspannungstransformatoren und Kabeln entlang einer Autobahntrasse zur Energieversorgung. Illustration mit AI erstellt.

Der VDE bietet Politik und Industrie seine fachliche Unterstützung beim Aufbau eines öffentlichen Schnellladenetzes für Elektro-Lkw an. Wie aus Berichten vom 23. September 2026 hervorgeht, betont der Verband die Notwendigkeit einer eng abgestimmten Planung, die Autobahnen, betriebliche Depots und das Stromnetz gleichermaßen berücksichtigt.

Förderung und Planung des Schnellladenetzes

Der VDE begrüßt die Ankündigung des Bundesverkehrsministeriums, den Aufbau eines E-Lkw-Schnellladenetzes mit rund 1 Mrd. Euro zu unterstützen. Die standortspezifische Umsetzung soll in einem ersten Schritt an 124 unbewirtschafteten Autobahnrastanlagen erfolgen. Nach Angaben der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur sind die Aufträge für Planung, Bau und Betrieb für diese Standorte bereits vergeben.

Langfristig verfolgt der Ausbau ein Ziel von rund 350 Standorten mit mehr als 4.200 Ladepunkten. Davon entfallen etwa 1.800 Einheiten auf das Megawatt-Ladesystem (MCS) und rund 2.400 Einheiten auf den CCS-Standard.

Integrierter Ansatz für Netz und Betrieb

Für den Erfolg des Markthochlaufs sei eine gesamtheitliche Strategie entscheidend. Dr. Ralf Petri von VDE Mobility und der VDE ETG erklärte, dass die Abstimmung von öffentlicher Ladeinfrastruktur, betrieblichen Depots und Stromnetzen essenziell sei. Dies beinhalte eine frühzeitige Synchronisation von Netzanschlüssen, Ladetechnik, Fuhrparksteuerung und Energiemanagement.

Anzeige

Rund 1 Mrd. Euro, 124 unbewirtschaftete Autobahnrastanlagen als erster Schritt, langfristig rund 350 Standorte mit mehr als 4.200 Ladepunkten — der Markthochlauf des E-Lkw-Ladenetzes beginnt, und die Aufträge für Planung, Bau und Betrieb an den ersten Standorten sind laut Nationaler Leitstelle Ladeinfrastruktur bereits vergeben. Wer seine Flotte jetzt elektrifiziert, muss Netzanschluss, Depot-Laden und Ladetechnik frühzeitig synchronisieren, bevor die Verteilnetze und die Konkurrenz um Anschlusskapazitäten schneller sind. Jetzt kostenlosen Flotten-Report anfordern

Der VDE FNN ergänzte, dass E-Lkw-Ladeparks aufgrund der deutlich höheren Spitzenlasten im Vergleich zu Pkw-Ladepunkten einen parallelen Ausbau der Verteilnetze erforderten. Die dena weist zudem darauf hin, dass für den regionalen Verteiler- und innerstädtischen Lieferverkehr das Laden im Depot oft die wirtschaftlichste und betrieblich verlässlichste Lösung darstelle.

Für zeitkritische Einsätze seien dabei Ladeleistungen von mindestens 400 kW, perspektivisch bis zu 1 MW, erforderlich. Das Fraunhofer ISE untersucht in diesem Kontext bereits Logistikstandorte, die über 2-MW-Netzanschlüsse, Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher sowie eine vorausschauende Ladesteuerung verfügen.

Anzeige

E-Lkw-Ladeparks verursachen deutlich höhere Spitzenlasten als Pkw-Ladepunkte — der parallele Ausbau der Verteilnetze wird damit zum Nadelöhr für jede Elektrifizierungs-Roadmap. Wer heute Ladeleistungen von mindestens 400 kW, perspektivisch bis 1 MW einplant, braucht belastbare Antworten zu Normen-Compliance und Interoperabilität, bevor die nationale Umsetzung der Norm IEC 61851-23-3 als DIN EN IEC 61851-23-3 greift. Dieser Leitfaden ordnet die offenen technischen Fragen ein. Leitfaden zu MCS- und CCS-Standards sichern

Standardisierung als Sicherheitsfaktor

Ein zentraler Baustein für den flächendeckenden Einsatz ist die technische Interoperabilität. Die DKE hat den Schlussentwurf für Gleichstromversorgungseinrichtungen von Megawatt-Ladesystemen dokumentiert. Aktuell arbeitet die Organisation an der nationalen Umsetzung der Norm IEC 61851-23-3 als DIN EN IEC 61851-23-3. Laut Dr. Mahdad Mohammadi von der DKE ist es von hoher Bedeutung, dass das Megawattladen von Beginn an sicher und interoperabel gestaltet wird.

Der fachliche Austausch zu diesen Entwicklungen wird auch auf der 5. VDE E-MOBILITY CONFERENCE fortgeführt, die für den 4. und 5. November im Coreum in Stockstadt am Rhein geplant ist. Zu den angekündigten Teilnehmern zählen unter anderem Vertreter von Daimler Truck, CATL, Fraunhofer IVI, Westnetz, DHL und ABB E-Mobility.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70168316 |