E-Fahrzeuge: Restwerte von nur 47-51% treiben Flottenstop an
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Schwarz-Gruppe, Muttergesellschaft der Handelsketten Lidl und Kaufland, hat die Neubestellung von Elektrofahrzeugen für ihre Dienstwagenflotte in Deutschland gestoppt. Hintergrund dieser Entscheidung ist die wirtschaftliche Herausforderung durch den hohen Wertverlust von Batteriefahrzeugen auf dem Gebrauchtwagenmarkt.
Wirtschaftliche Erwägungen und Wertverlust am Gebrauchtwagenmarkt
Wie Branchenberichte Ende Juli 2026 verdeutlichen, resultiert der Bestellstopp primär aus der Kalkulation des Wiederverkaufswerts. Da der Konzern seine Fahrzeuge direkt erwirbt und zu einem späteren Zeitpunkt wieder veräußert, wirkt sich die aktuelle Marktsituation bei gebrauchten Elektroautos unmittelbar auf die Bilanz aus. Experten der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) beziffern die Restwerte für Elektrofahrzeuge nach einem Zeitraum von drei Jahren derzeit auf lediglich 47 bis 51 Prozent des ursprünglichen Listenpreises.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den allgemeinen Marktdaten wider. Im Juni 2026 entfielen lediglich 6,4 Prozent der Besitzumschreibungen auf gebrauchte Elektroautos. Ein wesentlicher Faktor für die geringe Nachfrage im Zweitmarkt wird in der geltenden Steuergesetzgebung gesehen. Während der Staat die private Nutzung von Elektro-Dienstwagen durch eine reduzierte Versteuerung des geldwerten Vorteils von 0,25 Prozent statt der üblichen 1 Prozent fördert, treibt dies zwar die Nachfrage nach Neuwagen an, bietet jedoch keinen Anreiz für Käufer von Gebrauchtfahrzeugen.
Die steuerliche Behandlung von Dienstwagen ist komplex und entscheidet oft über die tatsächliche Rentabilität für das Unternehmen. Mit diesem kostenlosen Excel-Rechner finden Sie in unter 3 Minuten heraus, ob die 1%-Regelung oder das Fahrtenbuch die günstigere Lösung für Ihren Firmenwagen ist – inklusive Berücksichtigung von Elektrofahrzeugen. Optimalen Steuervorteil jetzt berechnen
Festhalten an Klimazielen und Infrastrukturausbau
Trotz der Entscheidung gegen weitere E-Fahrzeuge in der deutschen Dienstwagenflotte betont das Unternehmen, weiterhin an seinen Klimazielen festzuhalten. In anderen EU-Ländern setzt die Schwarz-Gruppe die Beschaffung von Elektroautos zudem fort. Als Alternativen zum klassischen Dienstwagen bietet der Konzern verstärkt Jobräder und Firmentickets an.
Zudem wird der Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter vorangetrieben. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 verfügte das Unternehmen über 24.024 Ladepunkte an insgesamt 6.973 Standorten. Dies entspricht einer Steigerung von 245 Prozent innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren.
Viele Unternehmer zahlen bei der Besteuerung ihres Fuhrparks unnötig drauf, da sie die günstigste Methode nicht kennen. Ein aktuelles Gratis-Tool vergleicht für Sie die 1%-Regelung mit der Fahrtenbuch-Methode und zeigt Ihnen sofort, wie viel Sie bei Ihrem Firmenwagen sparen können. Kostenlosen Firmenwagenrechner herunterladen
Regulatorisches Umfeld und europäische Perspektive
Die Entscheidung des Handelsriesen fällt in eine Zeit, in der auf europäischer Ebene über strengere Vorgaben für Unternehmensflotten diskutiert wird. Die EU erwägt derzeit die Einführung einer Umstiegspflicht für große Unternehmen, um die Dekarbonisierung des Verkehrssektors zu beschleunigen. Sollten solche Regelungen in Kraft treten, müssten Konzerne wie die Schwarz-Gruppe ihre Flottenstrategie erneut anpassen, ungeachtet der aktuellen Restwertproblematik auf dem deutschen Markt.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
