E-Autos: EU erreicht 2025 Rekordanteil bei Neuzulassungen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 10:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWSReine Elektroautos haben 2025 in der Europäischen Union einen Rekordanteil an den Neuzulassungen erreicht.
Gut jeder sechste Neuwagen elektrisch
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts auf Grundlage von Eurostat entfielen 17,3 Prozent aller neu zugelassenen Pkw auf Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb. Damit war gut jeder sechste neue Pkw in der EU ein E-Auto.
Weitere 42,4 Prozent der Neuzulassungen waren Hybridfahrzeuge. Auf reine Benziner entfielen 27,3 Prozent, auf reine Dieselautos 9,8 Prozent. Andere Antriebsarten wie Flüssig- oder Erdgas spielten nur eine geringe Rolle.
Deutschland über EU-Schnitt
Der Anteil reiner Elektroautos ist damit binnen zehn Jahren deutlich gestiegen: 2015 hatte er in der EU noch bei 0,4 Prozent gelegen. Deutschland kam 2025 auf 19,1 Prozent und lag damit leicht über dem EU-Durchschnitt.
Deutlich höher war der Anteil in Dänemark mit 67,8 Prozent. Es folgten die Niederlande mit 40,2 und Malta mit 37,6 Prozent. Die niedrigsten Werte verzeichneten Kroatien mit 1,9 Prozent, die Slowakei mit 4,7 und Bulgarien mit 4,9 Prozent.
Mehr E-Autos auch 2026
In Deutschland wurden im August nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts rund 69.000 reine Elektroautos neu zugelassen, gut 75 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Als Gründe für den Aufschwung gelten unter anderem hohe Spritpreise, eine bessere Ladeinfrastruktur, günstigere Einstiegsmodelle und die Förderprämie der Bundesregierung.
Auch im ersten Halbjahr 2026 stieg der Anteil reiner Elektroautos an den EU-Neuzulassungen nach Angaben des europäischen Autoverbands Acea auf 20,7 Prozent, nach 15,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Besonders stark war das Wachstum demnach in Deutschland, Frankreich und Dänemark.
Deutschland größter Einzelmarkt
Außerhalb der EU führte Norwegen den europäischen Vergleich an: Dort hatten 2025 rund 95 Prozent der neu zugelassenen Pkw einen reinen Elektroantrieb. Die große Spannweite innerhalb Europas wird vor allem mit unterschiedlichen Investitionen in die Ladeinfrastruktur und einer unterschiedlichen Förderpolitik erklärt.
Deutschland bleibt wegen seiner Marktgröße für die europäische Elektromobilität besonders wichtig. Rund 545.100 E-Autos wurden 2025 hierzulande neu zugelassen. Das entsprach 28,9 Prozent der insgesamt rund 1,89 Millionen E-Auto-Neuzulassungen in der EU. Frankreich folgte mit etwa 330.900 Fahrzeugen und einem Anteil von 17,5 Prozent.
Vom Nischenantrieb zum Massenmarkt
Der Sprung von 0,4 Prozent im Jahr 2015 auf 17,3 Prozent 2025 zeigt, wie stark sich der europäische Neuwagenmarkt verändert hat. Reine Elektroautos sind damit vom Nischenprodukt zu einem wesentlichen Teil des Neuwagengeschäfts geworden. Deutschland liegt mit 19,1 Prozent über dem EU-Durchschnitt, obwohl der Abstand zu Dänemark und den Niederlanden groß bleibt.
Die Unterschiede zwischen den Ländern verweisen auf strukturelle Faktoren. Entscheidend sind unter anderem die Dichte und Zuverlässigkeit öffentlicher Ladepunkte, Strom- und Kraftstoffpreise, Kaufanreize sowie die Zusammensetzung des jeweiligen Fahrzeugmarkts. Der hohe deutsche Anteil an den absoluten EU-Neuzulassungen beruht vor allem auf der Größe des deutschen Automarkts; beim prozentualen Umstieg gehört Deutschland nicht zur Spitzengruppe.
2026 verschiebt sich der Maßstab
Der für das erste Halbjahr 2026 genannte EU-Anteil von 20,7 Prozent deutet auf eine weitere Zunahme hin. Für Käufer wird damit wichtiger, ob Fahrzeuge, Ladeangebote und Stromtarife im Alltag konkurrenzfähig sind. Eine aktuelle Befragung von E-Auto-Fahrern zeigt zugleich, dass die grundsätzliche Zufriedenheit hoch ist, während Preise, Tariftransparenz, Reichweiten im Winter und die Sicherheit an öffentlichen Ladepunkten als Schwachstellen gelten.
Für die Autoindustrie verschärft der Wandel den Wettbewerbsdruck. Deutschland bleibt wegen seiner hohen absoluten Zulassungszahlen ein zentraler Markt, muss beim relativen Umstieg aber zu den führenden EU-Staaten aufschließen. Für Verbraucher bedeutet der wachsende Markt mehr Modell- und Preisoptionen, zugleich aber eine größere Abhängigkeit von regional gut ausgebauter Ladeinfrastruktur.
