E-Auto-Studie: TUM belegt 41% weniger CO2 als Verbrenner
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 12:08 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine neue Untersuchung der Technischen Universität München (TUM) zur Klimabilanz der Elektromobilität sorgt derzeit für erhebliche Diskussionen in Wissenschaft und Politik. Die Studie stellt fest, dass Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg im Durchschnitt 41 % weniger CO2-Emissionen verursachen als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Dennoch weist die Analyse eine breite Streuung auf, wobei die Ergebnisse im Vergleich zu Verbrennern von einer Einsparung von 89 % bis hin zu einem Mehrverbrauch von 21 % reichen.
Laut den Ergebnissen der TUM erweisen sich 92 % der untersuchten Elektroautos als klimafreundlicher als vergleichbare Modelle mit fossilen Brennstoffen.
Die Autoren der Studie kritisieren in diesem Zusammenhang die EU-Verordnung 2019/631. Diese basiere auf der falschen Annahme, dass Elektrofahrzeuge zu 100 % klimaneutral seien, da die Europäische Union lediglich die Emissionen am Auspuff bewerte. Die Lebenszyklusanalyse der TUM zeige hingegen, dass der reale Vorteil geringer ausfalle, wenn Produktion und Strommix einbezogen werden.
Massive Kritik an Methodik und Expertise
Innerhalb der Technischen Universität München stößt das Paper auf deutlichen Widerstand. Der TUM-Professor Lienkamp distanzierte sich öffentlich von der Arbeit seiner eigenen Hochschule. Er bemängelte, dass die beteiligten Autoren über keine ausgewiesene Automobil-Expertise verfügen würden und das Dokument zudem keinem Peer-Review-Verfahren, also einer unabhängigen wissenschaftlichen Begutachtung, unterzogen worden sei.
Lienkamp bezeichnete die Inhalte als bereits bekannte Erkenntnisse und betonte, dass das Elektroauto langfristig die einzige Lösung für den Verkehrssektor bleibe.
Die neue TUM-Studie sorgt für Aufsehen: E-Autos sollen im Schnitt 41 % weniger CO2 ausstoßen – doch die Spanne reicht von -89 % bis +21 %. Was ist da dran? Unser kostenloser Report liefert den Faktencheck und zeigt, wie Sie Studien kritisch bewerten. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Auch internationale Forscher meldeten Zweifel an der Darstellung an. Der Wissenschaftler Tukker von der Universität Leiden, dessen Forschungsarbeiten in der TUM-Studie zitiert werden, beklagte eine heftige Verzerrung seiner Ergebnisse. Er distanzierte sich von der Schlussfolgerung der Münchener Untersuchung und stellte klar, dass Elektroautos ein hervorragendes Mittel seien, um CO2-Emissionen zu senken.
Der Ersatz von Benzinern müsse beschleunigt werden. Der Energieökonom Hertwich vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) bezeichnete die Forderungen von TUM-Präsident Hofmann als grob falsch informiert und forderte eine Rücknahme des entsprechenden Statements.
Herstellerangaben und politische Auswirkungen
In der Studie werden auch spezifische Daten der Automobilhersteller aufgeführt. So erreiche die Mercedes E-C-Klasse eine Reduktion der CO2-Emissionen um zwei Drittel. Für den BMW iX3 wird ein Einsparpotenzial von 56 % bis 72 % angegeben, wobei dieser Wert stark vom verwendeten Strommix abhänge.
TUM-Präsident Hofmann plädierte vor diesem Hintergrund dafür, künftig verpflichtende Lebenszyklusanalysen zur Bewertung der Umweltfreundlichkeit von Fahrzeugen heranzuziehen.
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Die Veröffentlichung hat bereits politische Reaktionen ausgelöst. Markus Söder forderte unter Verweis auf die Studienergebnisse eine Abkehr vom geplanten Verbot von Verbrennungsmotoren. In der EU-Flotte machten Verbrenner im Jahr 2026 noch 78 % aus.
Bis zum Jahr 2030 verfolgt die Europäische Union das Ziel, die Emissionen im Vergleich zu 1991 um 55 % zu senken. Ob die neuen Erkenntnisse der TUM Einfluss auf die künftige Regulierung haben werden, bleibt angesichts der wissenschaftlichen Kontroverse abzuwarten.
