E-Auto-Reparatur, BAuA

E-Auto-Reparatur: BAuA definiert neue Hochvolt-Sicherheitsbereiche

02.06.2026 - 02:18:18 | boerse-global.de

Neue BAuA-Vorgaben für Hochvoltsysteme in E-Autos erfordern aktualisierte Gefährdungsbeurteilungen in Unternehmen.

E-Auto-Reparatur: BAuA definiert neue Hochvolt-Sicherheitsbereiche - Bild: über boerse-global.de
E-Auto-Reparatur: BAuA definiert neue Hochvolt-Sicherheitsbereiche - Bild: über boerse-global.de

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat ihr „Handbuch Gefährdungsbeurteilung“ grundlegend überarbeitet. Besonders im Fokus: die steigenden Risiken durch Hochvoltsysteme in Elektroautos.

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Neue Vorschriften für die E-Auto-Reparatur

Die im Juni 2026 veröffentlichte Aktualisierung reagiert auf die wachsende Bedeutung der Elektromobilität. Für Reparaturen an Hochvoltsystemen in Fahrzeugen definiert die BAuA jetzt einen spezifischen Sicherheitsbereich: 30 bis 1000 Volt Wechselstrom (AC) beziehungsweise 60 bis 1500 Volt Gleichstrom (DC). Mechaniker und Elektrofachkräfte müssen diese Grenzwerte künftig bei jeder Wartung beachten.

Die Zahlen der Vergangenheit zeigen, warum der Handlungsbedarf groß ist. Zwischen 2000 und 2015 starben in Deutschland jährlich zwischen 36 und 100 Menschen durch Stromunfälle. Besonders überraschend: Rund 90 Prozent dieser tödlichen Unfälle ereigneten sich im Niederspannungsbereich – also zwischen 50 und 1000 Volt AC oder 75 bis 1500 Volt DC. Hochspannungsunfälle über 1000 Volt machten lediglich zehn Prozent aus.

Mechanische Gefahren bleiben die Hauptursache

Doch nicht nur Strom birgt Risiken. Die aktuelle BAuA-Dokumentation zeigt: Mechanische Gefahren verursachen mit rund 75 Prozent die meisten Arbeitsunfälle überhaupt. Die Hauptrisikofaktoren im Überblick:

  • Bewegte Teile und gefährliche Oberflächen – 25 Prozent der Unfälle
  • Stolpern, Rutschen, Stürzen – ebenfalls 25 Prozent
  • Innerbetrieblicher Transport – 20 Prozent
  • Stürze aus der Höhe – sechs Prozent

Die Behörde empfiehlt eine klare Hierarchie bei Schutzmaßnahmen: Energie reduzieren, Mitarbeiter von Gefahrenquellen trennen, persönliche Schutzausrüstung (PSA) vorschreiben.

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Schichtarbeit betrifft jeden Sechsten

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Gefährdungsbeurteilung: Die BAuA meldete am 1. Juni 2026, dass 15 Prozent der deutschen Beschäftigten in Schichtsystemen arbeiten. Acht Prozent davon im Wechselschichtmodell, sieben Prozent in speziellen Schichtmodellen. Für Sicherheitsbeauftragte bedeutet das: Die Tageszeit und die individuelle Belastung der Mitarbeiter müssen in die Risikobewertung einfließen.

Neue Pflichten für Unternehmen

Die verschärften Elektro-Richtlinien sind nicht die einzige Neuerung. Seit dem 1. Juni 2026 ist „Energy Sharing“ gesetzlich erlaubt – Nachbarschaften dürfen jetzt Solarstrom teilen. Voraussetzung: Smart Meter für 15-Minuten-Intervalle sowie zwei getrennte Vertragstypen für Stromlieferung und -nutzung.

Auch der Brandschutz bleibt ein Kostentreiber. Nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der DGUV V1 sind jährliche Unterweisungen zur Brandverhütung Pflicht. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 25.000 Euro. Zudem müssen mindestens fünf Prozent der Belegschaft als Brandschutzhelfer ausgebildet sein – eine Vorgabe, die nach einer Allianz-Studie von 2022 besondere Bedeutung gewinnt. Damals identifizierten die Versicherer Feuer und Explosionen als Hauptschadensursachen.

Milliarden für die Infrastruktur

Die Sicherheitsdebatte betrifft auch die Gasversorgung. Nach einem Gashaus-Einsturz in Görlitz im Mai 2026 betont der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW), dass schwere Gasunfälle äußerst selten seien. Dennoch investiert allein der Regionalbetreiber Mitnetz Gas in diesem Jahr 54 Millionen Euro in die Netzerneuerung in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

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