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E-Auto-Prämie: Bund bewilligt seit Mai 100.000 Förderanträge

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Im September legten neue batterieelektrische Pkw um rund 95 Prozent zu; zugleich wurden seit Mai 100.000 Förderanträge bewilligt.

E-Auto-Prämie: Bund bewilligt 100.000 Anträge, Neuzulassungen steigen
Eine ruhige Wohnstraße in einem deutschen Vorort bei Abendlicht ohne Fahrzeuge. Illustration mit AI erstellt.

Die Neuauflage der staatlichen Förderung zeigt deutliche Wirkung auf dem deutschen Automarkt. Wie aus Regierungsangaben hervorgeht, hat der Bund seit Mai 2026 insgesamt 100.000 Anträge auf die E-Auto-Prämie bewilligt.

Das Förderprogramm, das ein Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro für geschätzt 800.000 Fahrzeuge im Zeitraum von 2026 bis 2029 umfasst, richtet sich ausschließlich an private Neuzulassungen und schließt Dienstwagen sowie Gebrauchtwagen aus.

Einkommensstaffelung und Leasing prägen die Nachfrage

Die Fördersumme von bis zu 6.000 Euro steht für den Kauf und das Leasing neuer reiner E-Autos, bestimmter Plug-in-Hybride sowie Modellen mit Reichweitenverlängerern zur Verfügung, sofern die Zulassung seit dem 1. Januar 2026 erfolgte.

Ein Antrag kann erst nach erfolgter Zulassung gestellt werden. Nach Angaben von Umweltminister Carsten Schneider erhalten den Maximalbetrag von 6.000 Euro ausschließlich Familien mit zwei minderjährigen Kindern und einem zu versteuernden Jahreseinkommen von höchstens 45.000 Euro.

Die Auswertung der bisherigen Anträge verdeutlicht die soziale Ausrichtung: Die Hälfte der Antragsteller verfügt über ein Haushaltsjahreseinkommen von maximal 45.000 Euro, drei Viertel liegen bei höchstens 60.000 Euro. Nach Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) entscheidet sich zudem jeder zweite Förderempfänger für ein Leasingmodell.

Besonders häufig werden kleinere Fahrzeuge mit niedrigen Listenpreisen nachgefragt. Verbraucherschützer weisen in diesem Zusammenhang auf mögliche Risiken hin und mahnen zur Vorsicht vor langen Lieferzeiten sowie versteckten Mehrkosten bei Leasingverträgen.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Einer BAFA-Auswertung zufolge führt das Saarland bei den bewilligten Anträgen mit 340 Förderungen pro Million Einwohner, gefolgt von Bayern mit 290 und Thüringen mit 190. Nach Angaben des Kfz-Verbands Saarland belegt der VW-Konzern den ersten Platz bei den geförderten Fahrzeugen; Befürchtungen, wonach vor allem asiatische Fabrikate profitieren würden, hätten sich demnach bislang nicht bestätigt. Nach Angaben des Umweltministeriums entfallen weniger als 15% der Anträge auf Fahrzeuge aus China.

Kräftiger Zuwachs bei Neuzulassungen im September

Die Wiederbelebung der Prämie nach dem Auslaufen des vorherigen Umweltbonus Ende 2023 schlägt sich massiv in der Zulassungsstatistik nieder. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden im September 2026 in Deutschland 88.599 rein batterieelektrische Pkw (BEV) neu zugelassen – ein Plus von rund 95% gegenüber dem Vorjahresmonat mit 45.500 Fahrzeugen. Der Anteil reiner Stromer am Gesamtmarkt stieg auf 34,5%, nach 19,3% im September 2025.

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Über alle elektrifizierten Antriebe hinweg registrierte das KBA im September 2026 116.280 E-Fahrzeuge (BEV, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge), was einem Zuwachs von 59% und einem Marktanteil von 45,3% entspricht.

Bei den Plug-in-Hybriden verharrten die Neuzulassungen bei 27.681 Einheiten (0% Veränderung), ihr Marktanteil lag bei 10,8%. Der Gesamtmarkt legte im September 2026 um 9% auf 256.774 Neuzulassungen zu, wobei private Zulassungen um 28,5% stiegen und einen Anteil von gut zwei Fünfteln (40,3%) erreichten.

Die gewerblichen Neuzulassungen gingen hingegen um 1,2% zurück (Anteil 59,7%). Klassische Verbrenner verloren spürbar an Boden: Reine Benziner sanken um rund 29% auf rund 44.600 Fahrzeuge (17,4% Anteil), Diesel-Pkw um rund 20% auf rund 23.000 Einheiten (9,0% Anteil).

Diskussion um Marktentwicklung und Mitnahmeeffekte

Trotz der Erholung bleibt die Gesamtproduktion nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) verhalten: Von Januar bis September 2026 wurden in Deutschland 3,03 Mio. Pkw gebaut, was einem Rückgang von 4% gegenüber dem Vorjahr und 15% gegenüber dem Vorkrisenniveau von 2019 entspricht. Die inländischen BEV-Bestellungen legten im September 2026 laut VDA jedoch um 79% zu.

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Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ermittelte in einer Studie, dass bis Anfang September 2026 mehr als 52.000 Anträge bewilligt worden waren, rund 90% davon für reine E-Autos. Rund zwei Drittel der Förderbescheide gingen an kinderlose Haushalte.

DIW-Experte Wolf-Peter Schill hob hervor, dass Technologieklarheit wichtiger sei als dauerhafte Kaufprämien, und empfahl eine rasche Beendigung der Plug-in-Förderung. Constantin Gall von der Beratungsgesellschaft EY betonte zwar die kräftige Wirkung der Prämie, gab jedoch zu bedenken, dass der Aufschwung teuer mit Steuergeldern erkauft sei und nach dem Förderende erneut ein Einbruch drohen könnte.

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