Dunstabzug und Kamin: Unterdruckwächter sind bei gemeinsamem Betrieb Pflicht
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der gleichzeitige Betrieb von Dunstabzugshauben im Abluftmodus und raumluftabhängigen Feuerstätten stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wenn Dunstabzugshauben Raumluft nach außen befördern, während parallel Kamine, Öfen oder Gasthermen betrieben werden, kann ein kritischer Unterdruck entstehen.
In solchen Fällen besteht die Gefahr, dass giftiges und potenziell tödliches Kohlenmonoxid (CO) aus den Feuerungsanlagen in die Räume gezogen wird, anstatt ordnungsgemäß über den Schornstein abzugehen.
Gerichtliche Urteile und verbindliche Vorgaben zum Unterdruckschutz
Um Unfälle durch austretende Verbrennungsgase zu verhindern, greifen klare technische Vorschriften. Befindet sich eine raumluftabhängige Feuerstätte im selben Raum wie die Entlüftungseinrichtung, ist die Installation eines Unterdruckwächters verpflichtend vorgeschrieben.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen wurden auch durch die Rechtsprechung weiter präzisiert. Im Jahr 2021 entschied das Verwaltungsgericht München, dass eine Dunstabzugshaube über einem Herd bei gleichzeitiger Kamin-Nutzung in einem offenen Raumverbund nur dann zulässig ist, wenn eine automatische Fensteröffnung dem Entstehen eines Unterdrucks zuverlässig entgegenwirkt.
Welche gravierenden Folgen Montagefehler haben können, verdeutlicht ein Präzedenzfall aus Österreich. Im Jahr 2012 montierte ein damals 41-jähriger Installateur in Wien einen Abluft-Dunstabzug unfachmännisch über ein Rohr an den Sammelkamin eines Wohngebäudes.
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Der laufende Abzug erzeugte einen Unterdruck, der Kohlenmonoxid aus der Gastherme einer Nachbarin in deren Badezimmer zog; eine junge Frau kam dadurch ums Leben. Im Jahr 2021 verurteilte ein Gericht in Wien den 41-jährigen Handwerker wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe.
Gefahrenpotenzial bei Wäschetrocknern und empfohlene Schutzmaßnahmen
Das Risiko einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ist nicht auf Dunstabzugshauben in Küchen beschränkt. Das CO-Risiko besteht ebenso bei Wäschetrocknern mit Abluftbetrieb, da auch diese Geräte der Umgebungsluft kontinuierlich Volumen entziehen.
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Gegen die Gefahren des Unterdrucks stehen verschiedene bauliche und technische Vorkehrungen zur Verfügung. Als direkte Alternative gilt der Umluftbetrieb, bei dem die Luft gefiltert im Raum verbleibt. Grundsätzlich sollten Abluftgeräte und Feuerstätten niemals ungesichert zeitgleich betrieben werden.
Ergänzend schützen das bewusste Kippen von Fenstern zur Zuluftsicherung, der Einsatz spezieller Zuluftwächter sowie die Montage von CO-Meldern. Einen verlässlichen Schutz vor gefährlichen Druckdifferenzen bietet darüber hinaus die Verwendung vollständig raumluftunabhängiger Geräte.

