Drohnen-Fund, Wunstorf

Drohnen-Fund Wunstorf: Sprengstoff-Verdacht neben Bundeswehr-Fliegerhorst

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 23:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Fund einer beschädigten Drohne nahe Wunstorf prüfen Ermittler mögliches Sprengstoffmaterial und Verbindungen zum Leipziger Vorfall.

Drohnenfund bei Bundeswehr-Fliegerhorst Wunstorf wirft Fragen auf
Ein nebliges, dicht bewachsenes Moorgebiet bei Dämmerung in der Nähe eines Waldrandes. Illustration mit AI erstellt.

Der Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt (BKA) führen Ermittlungen nach dem Fund einer abgestürzten Drohne in der Nähe des Bundeswehr-Fliegerhorsts Wunstorf in Niedersachsen.

Wie am 15. September bekannt wurde, stellten die Ermittler nur wenige Meter vom Wrack entfernt verdächtiges Material sicher. Sicherheitskreisen zufolge könnte es sich dabei um Sprengstoff handeln, wobei die kriminaltechnische Untersuchung zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist.

Ein Landwirt hatte die in mehrere Teile zerbrochene Drohne in einem dicht bewachsenen Gelände entdeckt. Der Fundort liegt etwa einen Kilometer vom Fliegerhorst entfernt in einem Moorgebiet nördlich des Standorts, östlich des Steinhuder Meeres.

Der Finder alarmierte umgehend die Polizei. Erst einige Tage nach dem Fund der Drohnenteile stießen die Ermittler auf das verdächtige Material, das in einer Metalldose gelagert war. Die genaue Zuordnung des Materials zur Drohne ist Gegenstand laufender Untersuchungen.

Parallelen zum Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle

Die Sicherheitsbehörden prüfen derzeit intensiv einen möglichen Zusammenhang mit einem gescheiterten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle, der sich Anfang August ereignete. Die Bauweise des in Wunstorf entdeckten Fluggeräts weise laut Ermittlern deutliche Ähnlichkeiten mit dem Leipziger Modell auf.

In beiden Fällen wurde mindestens ein Bauteil mittels eines 3D-Druckers gefertigt. Zudem ähnele die Metalldose aus Wunstorf der in Leipzig verwendeten Konservenbüchse, in der sich militärischer Sprengstoff befunden hatte.

Bei dem Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle am Abend des 4. August war eine mit Sprengstoff beladene Drohne auf dem Vorfeld in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt worden. Es handelte sich dabei um einen modifizierten Racecopter mit Frontkamera, der über einen mobilen Router samt SIM-Karte auch aus großer Entfernung steuerbar war.

Der Sprengsatz war an einer 3D-gedruckten Halterung befestigt, löste jedoch beim Aufprall auf die Tragfläche einer Antonow-Maschine aufgrund eines defekten Zünders nicht aus.

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Strategische Bedeutung des Standorts Wunstorf

Der Fliegerhorst Wunstorf gilt als zentrale logistische Drehscheibe für weltweite Material- und Truppentransporte der Bundeswehr. Am Standort ist die A400M-Transportflotte der Luftwaffe mit insgesamt 40 Maschinen stationiert. Aufgrund dieser strategischen Bedeutung wurde die NATO noch am Tag des Fundes vorsorglich über den Vorfall unterrichtet.

Ermittler nehmen an, dass es sich bei der in Niedersachsen gefundenen Drohne nicht um ein handelsübliches Modell handelt, da die spezifische Bauweise nicht auf dem freien Markt erhältlich ist. Es besteht zudem die Vermutung, dass das Fluggerät möglicherweise bereits seit zwei Jahren oder länger unentdeckt an der Absturzstelle im Moor gelegen haben könnte.

Politische Einordnung und Ermittlungsstand

Die Bundesregierung hatte bereits am 2. September Russland für den Vorfall in Leipzig verantwortlich gemacht. Medienberichten zufolge wurden zwei Tatverdächtige identifiziert: Ein Lette mit russischem Pass sowie ein belarussisch-russischer Doppelstaatler, dessen DNA am Tatort sichergestellt worden sein soll.

Moskau bestritt jegliche Beteiligung. Als Reaktion auf den Vorzug in Leipzig schloss Deutschland das russische Generalkonsulat in Bonn sowie das Russische Haus in Berlin und verschärfte die Einreisekontrollen.

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Ein verdächtiges Material wenige Meter vom Wrack, ein Bauteil aus dem 3D-Drucker, ein Fund, der womöglich zwei Jahre unentdeckt blieb: Für Sicherheitsverantwortliche stellt sich nicht die Frage ob, sondern wie schnell sie auf ein verdächtiges Flugobjekt reagieren. Der Leitfaden liefert Notfallplan und Meldepflichten für den Ernstfall. Notfallplan und Meldepflichten jetzt sichern

Der aktuelle Drohnenfund in Wunstorf war laut einem Bericht vom 22. September auch Thema in der wöchentlichen Nachrichtendienstlichen Lage im Bundeskanzleramt. Während das Innenministerium in Hannover für weitere Auskünfte an den Generalbundesanwalt verwies, äußerte sich dieser bislang nicht im Detail zu den laufenden Verfahren.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius erklärte im Zusammenhang mit der Bedrohungslage, dass es gegen Drohnen keinen absoluten Schutz gebe. Die Bundesanwaltschaft ermittelt weiterhin wegen des Verdachts auf das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und den gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr.

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