DORA, Vorstände

DORA: Vorstände haften persönlich für IT-Ausfälle

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 22:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue EU-Regeln machen Führungskräfte persönlich haftbar für schwere IT-Pannen. Strenge Meldefristen und die ISO 27001 werden zum Standard.

DORA & Co.: Persönliche Haftung für Vorstände bei IT-Ausfällen
Ein Geschäftsmann unterschreibt ein Dokument, im Hintergrund unscharfe Finanzberichte und ein Laptop mit Cybersicherheitssymbolen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Digital Operational Resilience Act (DORA) und aktuelle Berichte der europäischen Aufsicht ESMA machen klar: Vorstände und Geschäftsführer haften persönlich, wenn ihre Unternehmen schwere IT-Ausfälle erleiden. Grundlage dafür sind unter anderem die Sorgfaltspflichten aus Aktien- und GmbH-Gesetz.

Strenge Meldefristen setzen Unternehmen unter Druck

Die neuen Regeln lassen wenig Spielraum. Eine Erstmeldung über einen IKT-Vorfall muss innerhalb von vier Stunden nach der Klassifizierung raus. Nach 72 Stunden folgt ein Zwischenbericht, der Abschlussbericht ist nach einem Monat fällig. Dass die Aufsicht ernst macht, zeigen die Zahlen: Bereits über 3.300 IKT-Vorfälle wurden gemeldet.

ISO 27001 wird zum Pflichtprogramm

Um den Anforderungen gerecht zu werden, setzen Unternehmen verstärkt auf die ISO 27001. Die Norm bildet die Grundlage für ein Information Security Management System (ISMS). Seit Jahresanfang verlangt DORA von Finanzinstituten zudem laufende Zuverlässigkeitsprüfungen – sogenannte Fit-&-Proper-Prüfungen – für ihr IKT-Personal. Dienstleister bieten dafür bereits globale Hintergrundchecks an, die nach ISO 27001 zertifiziert sind.

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KI-Angriffe werden zur Geduldsprobe

Die Bedrohungslage verschärft sich rasant. Laut ENISA nutzen KI-gestützte Angriffe Schwachstellen oft innerhalb weniger Minuten aus. Viele Unternehmen brauchen dafür Stunden oder Tage. Das größte Problem: zu langsame interne Entscheidungswege.

Hinzu kommt der Druck durch die EU-KI-Verordnung. Seit Februar 2025 müssen Unternehmen die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter sicherstellen. Ab August gelten neue Kennzeichnungspflichten für KI-Inhalte. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 15 Millionen Euro oder einem Anteil am weltweiten Umsatz.

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Banken sehen Cybergefahren als größtes Risiko

Die Finanzbranche hat die Zeichen der Zeit erkannt. In einer aktuellen Umfrage unter europäischen Banken stufen 70 Prozent der Risikomanager Cybergefahren als größtes Risiko ein – ein sprunghafter Anstieg von 35 Prozent im Vorjahr. Nur ein Viertel der Befragten glaubt, dass ihre Institute im Ernstfall ausreichend wiederherstellungsfähig sind.

Doch der Spielraum für Sicherheitsinvestitionen schrumpft. Laut einer Deloitte-Studie priorisieren über 70 Prozent der Finanzverantwortlichen derzeit Kostenreduktion. Geopolitische Unsicherheiten und hohe Kosten belasten die strategische Planung zusätzlich. Das dürfte für so manchen Vorstand zur Zerreißprobe werden.

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