DNK startet Bildungsoffensive zur CSRD-Umstellung
20.05.2026 - 12:44:01 | boerse-global.deAngesichts wachsender regulatorischer Anforderungen in Europa will die Organisation Unternehmen den Übergang zur CSRD erleichtern.
Erst Anfang der Woche, am 18. Mai, veranstaltete das DNK-Trainingsnetzwerk ein Intensivseminar zur praktischen Umsetzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Im Fokus stand die Schnittstelle zwischen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und dem freiwilligen Standard für kleine Unternehmen (VSME). Bereits am 21. Mai folgt ein Webinar, das den VSME branchenspezifisch beleuchtet.
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Vom Standard zum Service
Seit Anfang 2025 hat sich der DNK grundlegend gewandelt: Aus einem eigenständigen Berichtsstandard wurde ein umfassender Unterstützungsdienst für die CSRD-konforme Berichterstattung. Finanziert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), zielt das Angebot darauf ab, den bürokratischen Aufwand für Unternehmen zu reduzieren – bei gleichzeitig hoher Datenqualität und Vergleichbarkeit in der EU.
Das Herzstück der aktuellen Schulungen ist der „DNK Sustainability Campus“ – eine zentrale digitale Plattform mit kostenlosen Trainingsmodulen, Erklärvideos und technischen Leitfäden. Die neue Infrastruktur ermöglicht es Unternehmen, ihre CSRD-Berichte komplett digital zu erstellen, inklusive automatisierter Hilfsfunktionen und einem Live-Assistenten.
„Die Umstellung ist eine echte Herausforderung, aber auch eine Chance“, betonten die Referenten der Schulungspartner wie Dr. Vieweg Beratung, die die Sitzung am 18. Mai durchführte. In praktischen Übungen bewerteten die Teilnehmer ihre eigenen Nachhaltigkeitskriterien nach dem „Comply-or-Explain“-Prinzip.
Hilfe für den Mittelstand
Ein Schwerpunkt der DNK-Bildungsoffensive liegt auf dem VSME, dem freiwilligen Standard für nicht börsennotierte KMU. Das Webinar am 21. Mai zeigt konkret, wie kleinere Unternehmen indirekte Berichtspflichten von Banken, Großkunden und Versicherungen erfüllen können. Zwar fallen viele dieser Firmen nicht direkt unter die CSRD – doch ohne Nachhaltigkeitsdaten drohen Wettbewerbsnachteile in globalen Lieferketten.
Der DNK hat die Sprache der europäischen Berichtstexte bewusst vereinfacht. Die DNK-Checkliste für VSME bündelt über 1.000 Datenpunkte in einem strukturierten Format und unterscheidet klar zwischen Pflicht- und freiwilligen Angaben. „Unser Ziel ist es, dass auch Unternehmen ohne große Compliance-Abteilungen robuste, transparente Berichte erstellen können“, erklärt Projektleiterin Victoria Diekkamp-Reimann.
Mehr als 1.000 Unternehmen nutzen den DNK inzwischen als ihr primäres Instrument für nichtfinanzielle Transparenz.
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Fristen im Blick
Der DNK operiert unter dem Dach des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt. Die finanzielle Unterstützung des BMWK seit Februar 2024 sichert den Ausbau der Bildungsangebote und die Modernisierung der digitalen Infrastruktur.
Ein wichtiges Datum steht bereits fest: Die alte DNK-Datenbank steht nur noch bis November 2026 für die Erstellung neuer Erklärungen zur Verfügung. Ab April 2027 wechselt das Altsystem in den reinen Lese- und Download-Modus. Für Unternehmen, die ihre Daten auf die neue Plattform migrieren wollen, wird die aktuelle Schulungsoffensive zur Pflichtveranstaltung.
Mehr als nur Bürokratie
Die Intensität des DNK-Seminarplans spiegelt den grundlegenden Wandel der europäischen Regulierung wider. CSRD und ESRS stellen die nichtfinanzielle Berichterstattung fast auf eine Stufe mit der Finanzberichterstattung. Für viele deutsche Unternehmen dient der DNK als Brücke zwischen nationaler Tradition und europäischer Innovation.
Marktbeobachter sehen die Rolle des DNK zunehmend strategisch: Durch kostenlose, staatlich finanzierte Schulungen und digitale Werkzeuge verhindert die Organisation, dass nur Großkonzerne mit hohen Beratungsbudgets die neuen Transparenzstandards erfüllen können. Der Fokus auf digitale Formate – etwa die XBRL-fähige Report-Export-Funktion – ist die direkte Antwort auf das europäische Ziel eines Single European Access Point (ESAP) für Unternehmensinformationen.
In den kommenden Monaten will der DNK sein Netzwerk an Schulungspartnern weiter ausbauen, um flächendeckende Unterstützung in allen deutschen Regionen zu gewährleisten. Das Ziel: Nachhaltigkeitsberichterstattung vom reinen Regulierungsaufwand zum strategischen Managementinstrument machen.
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