DMA-Strafe, Milliarden-Bußgeld

DMA-Strafe: EU verhängt Milliarden-Bußgeld gegen Google

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 10:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erstmalig verhängt die EU eine Strafe auf Basis des Digital Markets Act. Google droht eine Zahlung von rund einer Milliarde Euro.

EU-Kommission: Milliardenstrafe gegen Google nach DMA-Regeln
Modernes Bürogebäude einer Tech-Zentrale als Symbol für regulatorische Verfahren der EU gegen Google. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission will gegen Google ein Bußgeld von rund einer Milliarde Euro verhängen. Es wäre die erste Strafe auf Grundlage des Digital Markets Act (DMA). Die offizielle Bekanntgabe wird für Donnerstag erwartet.

Suchergebnisse und App-Store im Visier

Im Zentrum stehen zwei Verfahren aus dem März 2024. Google soll eigene Dienste in den Suchergebnissen bevorzugen. Zudem geht es um Einschränkungen für App-Entwickler: Diese konnten Nutzer nicht auf günstigere Angebote außerhalb des Google Play Stores hinweisen.

Die Höhe des Bußgelds könnte sich auf eine Milliarde Euro belaufen. Der DMA erlaubt Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Alphabet setzte 2025 rund 402,8 Milliarden US-Dollar um. Die Strafe gilt als Signal: Die EU will die neuen Wettbewerbsregeln konsequent durchsetzen.

Rekordbußen aus der Vergangenheit

Erst Anfang Juli 2026 zahlte Google eine Kartellstrafe von 4,6 Milliarden Euro inklusive Zinsen. Grundlage war ein EuGH-Urteil zu Wettbewerbsverstößen beim Betriebssystem Android aus dem Jahr 2018.

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Die Zahlungen fließen in den EU-Haushalt und senken die nationalen Beiträge der Mitgliedstaaten. Für Deutschland bedeutet das eine Entlastung von rund einer Milliarde Euro. Bereits im September 2025 wurden fast drei Milliarden Euro wegen Verstößen im Werbemarkt fällig.

Neue Auflagen für KI und Daten

Die EU zwingt Google zu operativen Änderungen. Bis Juli 2027 muss der Konzern Android für konkurrierende KI-Assistenten öffnen. Ziel ist mehr Wettbewerb gegen Googles Dienst Gemini. Ab Januar 2027 muss das Unternehmen zudem bestimmte Suchdaten mit Wettbewerbern teilen.

Seit Dezember 2025 läuft ein weiteres Verfahren. Der Vorwurf: Google nutzte Inhalte von Dritten aus der Suche und von YouTube ohne Zustimmung für KI-Training. Google und Apple warnen vor Sicherheits- und Datenschutzrisiken durch die erzwungene Öffnung.

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Geopolitische Sprengkraft

Die DMA-Regeln stoßen international auf Kritik. Besonders die US-Administration sieht die neuen Vorschriften skeptisch. Die Milliardenstrafe könnte die transatlantischen Spannungen weiter verschärfen.

Auch national gerät Google unter Druck. Deutsche Landesmedienanstalten stellten Verstöße gegen den Medienstaatsvertrag fest. Google soll als Intermediär journalistische Inhalte behindern. Der Konzern kündigte bereits rechtliche Schritte an. Branchenverbände begrüßen die Einstufung. Wettbewerber wie Microsoft und das europäische KI-Unternehmen Mistral AI bauten im Juli 2026 ihre Allianz massiv aus – ein weiteres Zeichen für den wachsenden Druck auf US-Tech-Giganten.

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