DIW-Präsident warnt: Enteignung von Wohnungsgesellschaften in Berlin kein gangbarer Ausweg
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 07:29 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Kaum ausgesprochen, ist das Wort „Enteignung“ schon in aller Munde – heikel, aufgeladen, fast schon wie ein Koloss im Berliner Politikbetrieb.
Vergesellschaftung – Mehr Last als Lösung?
Marcel Fratzscher, der mit analytischem Blick auf das wirtschaftliche Geschehen schaut, sieht die Enteignungsidee kritisch. Nach seiner Einschätzung, geäußert gegenüber dem 'Redaktionsnetzwerk Deutschland', droht am Ende nicht Erleichterung für Berliner Mieter:innen, sondern eine noch größere Belastung: Steigende Mieten und womöglich sogar weniger neue Wohnungen – ironischerweise das Gegenteil dessen, was eigentlich gebraucht wird.Stadtfinanzen und der Preis für die Gemeinschaft
Einer seiner Hauptpunkte ist das liebe Geld. Die Kosten, die durch eine Enteignung entstehen, könnten erheblich sein, womöglich so hoch, dass die Stadt künftig gezwungen wäre, bei Schulen, Infrastruktur oder anderen essentiellen Bereichen zu sparen. Es entsteht ein Dominoeffekt: Mehr Ausgaben für die Übernahme der Wohnungen, weniger Spielraum für das, was das tägliche Leben eigentlich lebenswerter macht. Wirklich ein Gewinn für alle? Zweifel bleiben.Wahlkampfgetöse und parteipolitische Fronten
Angesichts des aktuellen Berliner Wahlkampfs bekommt das Thema zusätzlich Schub. Die Linke forciert die Idee mit Nachdruck – sie will große Wohnungsunternehmen vergesellschaften. Laut aktueller Forsa-Umfrage scheint diese Haltung auch bei vielen Berliner:innen anzukommen. Dennoch: CDU und andere Parteien stellen sich entschieden dagegen und warnen genauso vor schwerwiegenden Folgen.Die Alternative: Bauen, nicht enteignen?
Fratzscher liefert einen Kontrapunkt – ja, es gibt ein dickes Problem mit den galoppierenden Mieten in Berlin, und ja, so geht es nicht weiter. Aber statt mit der „Brechstange Enteignung“ vorzugehen, plädiert er für einen Ausbau des Wohnungsbestands und eine intelligentere Regulierung. Wohnungen entstehen nicht aus Luft und politischem Willen allein – irgendwo zwischen Baukran, Zinsniveau und Lokalpolitik muss eine handfeste Lösung wachsen.Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, hält die Enteignung großer Berliner Wohnungsunternehmen für eine kontraproduktive Maßnahme, die mehr Nachteile als Vorteile bringen würde. Er argumentiert, die Kosten der Enteignung würden Gelder binden, die besser in öffentliche Investitionen wie Bildung und Infrastruktur gesteckt werden sollten, und der Wohnungsmarkt würde nicht durch mehr Angebot, sondern durch Regulierung und Neubau entschärft. In der Berliner Politik sorgt dieses Thema für erhebliche Spannungen, insbesondere, da die Linke die Vergesellschaftung fordert, CDU und andere Parteien aber massiv dagegenhalten.
Ergänzende journalistische Stimmen
Jüngste Recherchen zeigen, dass die Mietdebatte in deutschen Großstädten weiter eskaliert – auch weil sich viele Normalverdiener*innen keinen Wohnraum mehr leisten können. Diskussionen um eine Reform des Mietspiegels und bundesweite Mietdeckel nehmen Fahrt auf, gleichzeitig stoßen Enteignungs- und Neubaupläne bei Wirtschaftsverbänden und Mieterinitiativen gleichermaßen auf Kritik. In den vergangenen Stunden berichteten mehrere Leitmedien zudem, dass steigende Zinsen und Baukosten aktuell den Wohnungsbau generell erheblich ausbremsen und Behörden sich um neue Lösungsansätze bemühen, etwa durch Vergabemodelle für günstigen Grund oder steuerliche Entlastungen für Neubauprojekte.
- Bei der FAZ wird diskutiert, wie der soziale Wohnungsbau trotz steigender Finanzierungshürden in Deutschland beschleunigt werden könnte, etwa durch innovative Fördermodelle und bessere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen (Quelle: FAZ).
- Ein ausführlicher Artikel der Süddeutschen Zeitung thematisiert die anhaltende politische Spaltung beim Thema Enteignungen und Mietpreisbremse, wobei angemerkt wird, dass fehlende Investitionen in Neubauten die Lage weiter verschärfen (Quelle: Süddeutsche Zeitung).
- Die Zeit bietet einen Einblick in aktuelle Umfragen, wonach die Bevölkerung mehrheitlich für strengere Mietregulierung, aber gegen großflächige Enteignungen großer Wohnungsunternehmen votiert – obwohl der politische Druck in Berlin weiter steigt (Quelle: Die Zeit).
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