Dividendenskandal: BaFin beziffert Gesamtrisiken auf 7,01 Milliarden Euro
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 04:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Laut einer Erhebung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vom Montag belaufen sich die Gesamtrisiken aus Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäften auf rund 7,01 Milliarden Euro.
Cum-Cum-Geschäfte dominieren die Verlustbilanz
Die Aufsichtsbehörde schlüsselt die Belastungen nach den zugrunde liegenden Geschäftspraktiken auf. Der Großteil entfällt mit 4,82 Milliarden Euro auf sogenannte Cum-Cum-Geschäfte. Die Belastungen aus Cum-Ex-Transaktionen bezifferte die Behörde auf 2,2 Milliarden Euro.
Die Umfrage lief von Dezember 2025 bis März 2026. Rund 59 Prozent der Gesamtsumme – etwa 4,1 Milliarden Euro – haben die betroffenen Institute bereits gezahlt. Die verbleibenden 41 Prozent (2,9 Milliarden Euro) stehen noch aus.
Um diese Risiken abzufedern, bildeten die Unternehmen Rückstellungen von insgesamt 926 Millionen Euro. Davon entfallen 638 Millionen Euro auf Cum-Cum-Risiken und 288 Millionen Euro auf Cum-Ex-Verfahren.
73 Banken und 21 Versicherer in den Skandal verwickelt
Wer die 7-Mrd-Euro-Risiken aus Cum-Ex und Cum-Cum für sein Institut einordnen will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die wichtigsten Prüf-Schritte – von Governance bis Rückstellungsminimierung. Jetzt Compliance-Leitfaden anfordern
An der Befragung nahmen 267 Kreditinstitute, 542 Versicherungsunternehmen und 58 Wertpapierinstitute teil. Eine tatsächliche Beteiligung an den umstrittenen Aktiendeals gaben 73 Banken, 21 Versicherer und 12 Wertpapierdienstleister zu.
Besonders die Versicherungsbranche ist betroffen: Die Belastungen liegen bei rund 750 Millionen Euro. Trotz der enormen Summen betonte die BaFin, dass nach aktuellem Kenntnisstand kein Institut in seiner Existenz gefährdet sei. Die Branche habe ausreichend Substanz, um die Forderungen zu bewältigen.
BaFin kündigt schärfere Kontrollen an
Die Veröffentlichung der Zahlen ist erst der Anfang. Die Aufsichtsbehörde kündigte an, künftig verstärkt auf die internen Kontrollsysteme und das Steuerrisikomanagement der betroffenen Häuser zu achten. Im Fokus stehe insbesondere die Governance der Institute.
Finanzvorstände, deren Bilanzen bereits durch 926 Mio Euro Rückstellungen belastet sind, brauchen jetzt einen klaren Fahrplan zur Risikominimierung – bevor die BaFin mit Maßnahmen gegen Führungskräfte vorgeht. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie offene Risiken von 2,9 Mrd Euro systematisch reduzieren. Risiko-Fahrplan jetzt sichern
Dabei nimmt die BaFin auch einzelne Führungskräfte ins Visier. Die Verantwortung von Managern bei der Durchführung dieser Geschäfte werde detailliert geprüft. Ergeben sich begründete Zweifel an der fachlichen Eignung oder Zuverlässigkeit von Verantwortlichen, drohen konkrete aufsichtliche Maßnahmen.
Damit signalisiert die Behörde eine konsequente Aufarbeitung der strukturellen Mängel, die diese Steuergeschäfte überhaupt erst ermöglicht haben.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
