Digitalpakt 2.0: Bund und Länder starten mit 5 Mrd. Euro
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 13:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Bund hat zum 1. September 2026 ein neues Förderprogramm zur Stärkung der betrieblichen Bildung aufgelegt. Bis Ende 2028 stehen für dieses Vorhaben insgesamt 3 Mio. Franken zur Verfügung. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) unterstützt damit Kantone sowie Organisationen der Arbeitswelt, um die Sensibilisierung und Vernetzung in diesem Bereich voranzutreiben und konkrete Projekte zu realisieren.
Impulse für die Vernetzung und Projektförderung in der Schweiz
Das neue Programm zielt darauf ab, die Strukturen der betrieblichen Weiterbildung zu modernisieren und die Akteure stärker miteinander zu verbinden. Rémy Hübschi, stellvertretender Direktor des SBFI, rief zum Start des Programms dazu auf, die neuen Fördermöglichkeiten aktiv für die Weiterentwicklung der Bildungslandschaft zu nutzen.
Neben der finanziellen Unterstützung liegt ein Schwerpunkt auf der Koordination zwischen den verschiedenen Organisationen der Arbeitswelt, um Synergien in der Qualifizierung von Fachkräften effizienter zu nutzen.
Digitalpakt 2.0 und regionale Initiativen in Deutschland
Parallel zu den Schweizer Bestrebungen startete am 1. September 2026 in Deutschland der Digitalpakt 2.0. Bund und Länder stellen hierfür über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt fünf Milliarden Euro bereit, die zu gleichen Teilen von beiden Seiten getragen werden.
Während der Bund 2,25 Mrd. Euro für die Infrastruktur und 250 Mio. Euro für die Forschung vorsieht, beteiligen sich die Länder mit 500 Mio. Euro. Diese Maßnahmen gelten rückwirkend zum 1. Januar 2026. Bildungsministerin Karin Prien erklärte dazu, dass die deutsche Schulbildung durch diese Investitionen digital anschlussfähig werde.
Ergänzend dazu hat das Land Niedersachsen zum Monatsbeginn einen zweiten Förderaufruf für überbetriebliche Projekte in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Transformation gestartet. Anträge können bis zum 23. Oktober bei der NBank eingereicht werden.
Der Digitalpakt 2.0 ist gestartet: Bund und Länder stellen fünf Milliarden Euro für die digitale Bildung bereit. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Leitfaden, wie Sie als Schulträger Fördermittel beantragen und Ihre IT-Ausstattung zukunftsfähig machen. Jetzt Leitfaden zum Digitalpakt 2.0 sichern
Gefördert werden Vorhaben mit einem Volumen zwischen 10.000 und 100.000 Euro, wobei der Zuschuss bis zu 70 % betragen kann. Ein Projektstart ist frühestens für den 15. November vorgesehen, der Abschluss muss bis zum 1. Dezember 2027 erfolgen.
Fachkräftesicherung im Handwerk und im Gesundheitswesen
Auch das Handwerk mahnt verstärkte Investitionen an. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) forderte eine verlässliche Finanzierung der Bildungsstätten, da das notwendige Investitionsvolumen über 3,6 Mrd. Euro liege.
Für das Jahr 2026 stellt das Bundesbildungsministerium (BMBF) 97 Mio. Euro und das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) 55 Mio. Euro bereit. Kritisch sieht der Verband die Planungen für 2027, in denen das BMWK lediglich 47,8 Mio. Euro vorsieht. Der ZDH fordert hingegen eine Aufstockung auf 55 Mio. Euro und mittelfristig 70 Mio. Euro bis zum Jahr 2030.
Im Bereich der Pflege starteten in Niedersachsen am 1. September 2026 Modellvorhaben in den Landkreisen Grafschaft Bentheim und Emsland. Diese werden mit 785.000 Euro beziehungsweise 946.000 Euro bis Ende 2028 gefördert. Land und Pflegekassen bringen hierfür jeweils über 2 Mio. Euro jährlich auf.
Deregulierung und technologische Transformation
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Ein wesentlicher Umbruch zeichnet sich bei der staatlichen Zulassung von Online-Kursen ab. Das Bundesbildungsministerium plant, die Zulassungspflicht nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) zum 1. Juli 2027 abzuschaffen. Das entsprechende Gesetz soll am 30. June 2028 außer Kraft treten. Diese Maßnahme verspricht eine jährliche Entlastung der Wirtschaft um 4,8 Mio. Euro und der Länder um 1,1 Mio. Euro.
Zusätzlich rücken die Auswirkungen neuer Technologien auf die Sozialpolitik in den Fokus der Forschung. Die Universitäten Duisburg-Essen und Bremen starten am 7. September 2026 in Berlin das Projekt DIFIS-SOFO. Dieses Vorhaben wird vom Bundesarbeitsministerium mit 56 Mio. Euro über eine Laufzeit von acht Jahren finanziert und untersucht die Wirkung von Schlüsseltechnologien auf gesellschaftliche Sicherungssysteme.
