Digitalisierung Verwaltung: Nur 39% der Dienste flächendeckend online
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 17:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während immer mehr Verwaltungen auf digitale Zeiterfassung und Online-Serviceportale setzen, dokumentieren Außendienstmitarbeiter ihre Arbeit vielerorts noch auf Papier.
Digitale Zeiterfassung: Mehr als nur Stempeln
Mitte Juli veröffentlichte die ISGUS GmbH aus Villingen-Schwenningen praxisorientierte Hinweise zur Einführung digitaler Zeiterfassungssysteme im kommunalen Sektor. Moderne Lösungen gehen weit über die reine Anwesenheitskontrolle hinaus. Sie ermöglichen den digitalen Abruf der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), automatisierte Reisekostenabrechnung und projektbezogene Leistungserfassung.
Entscheidend für die Akzeptanz: Die frühzeitige Einbindung der Belegschaft und umfassende Schulungsangebote. Das Unternehmen bietet zudem Demotermine für spezialisierte Software wie ZEUS® an, um den Umstieg zu erleichtern.
Außendienst: Zettelwirtschaft statt Tablet
Während die Kernverwaltungen Fortschritte machen, bleibt der Außendienst eine Baustelle. Bauhöfe und Winterdienste dokumentieren ihre Leistungen oft noch handschriftlich. Der Deutschland-Index Digitalisierung 2025 zeigt das Ausmaß: Nur 39 Prozent der Verwaltungsleistungen sind derzeit flächendeckend digital verfügbar.
Spezialisierte Apps sollen die Lücke schließen. Die Tablano-App ermöglicht GPS-Routentracking und digitale Streubücher. Die kostenlose Captis-App erlaubt GPS-gestützte Fotodokumentation. Beide Tools versprechen bessere Nachweisbarkeit und ein Ende der Zettelwirtschaft.
Gesetzesreformen: Mehr Flexibilität oder weniger Schutz?
Während die Digitalisierung voranschreitet, verschärft die aktuelle Rechtsprechung die Anforderungen an die Dokumentation von Arbeitszeiten massiv. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeiterfassung rechtssicher und unkompliziert umsetzen. Kostenlose Mustervorlage zur Arbeitszeiterfassung sichern
Das Bundeskabinett verabschiedete am 15. Juli das Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Arbeitsförderung. Unter dem Motto „Digital First" sollen Videotelefonie mit Arbeitsagenturen und elektronische Arbeitslosmeldungen zum Standard werden.
Für den Herbst erwartet die Branche einen Gesetzentwurf zur Reform des Arbeitszeitgesetzes. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte eine Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit in Aussicht. Die Reaktionen sind gespalten: Arbeitgeberverbände fordern mehr Flexibilität, Gewerkschaften lehnen längere Arbeitstage ab.
Städte voran – Sicherheitslücken bleiben
Der Bitkom Smart City Index 2025 liefert gemischte Ergebnisse. Neun von zehn deutschen Großstädten betreiben bereits digitale Serviceportale. Aber nur 48 Prozent der Kommunen verfügen über ein umfassendes IT-Sicherheitsmanagement. Viele IT-Verantwortliche finden im operativen Tagesgeschäft kaum Zeit für strategische Planungen. Managed Services gelten zunehmend als Lösung zur Stabilisierung öffentlicher IT-Strukturen.
Die zunehmende Vernetzung der Verwaltung bietet Angreifern neue Ziele, während viele Sicherheitskonzepte noch lückenhaft sind. Erfahren Sie im kostenlosen E-Book, wie Sie IT-Sicherheitslücken schließen und Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation proaktiv vor Cyberangriffen schützen. Gratis Cyber-Security-Ratgeber jetzt herunterladen
Bayern und Sachsen-Anhalt zeigen, wie es geht
Konkrete Projekte laufen in mehreren Bundesländern. Die Münchner Lokalbaukommission präsentierte am 15. Juli ihre Digitalisierungsstrategie. Nach digitalen Bauanträgen seit Anfang 2024 folgen nun Baugenehmigungen, Denkmalschutzverfahren und Statikprüfungen.
In Sachsen-Anhalt führte das Landesverwaltungsamt die elektronische Akte (E-Akte) auf Basis der VIS-Suite ein. Rund drei Millionen Seiten werden dort jährlich gescannt. Nach Vorbereitung und Schulungen in der ersten Jahreshälfte sollen weitere Landesbehörden im Jahresverlauf folgen.
Am 21. Juli diskutieren Vertreter des IT-Dienstleisters Komm.ONE und der kommunalen Ebene in Baden-Württemberg über die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG), die Registermodernisierung und Cyber-Sicherheit. Die Haushaltslage und der Fachkräftemangel setzen den Kommunen dabei enge Grenzen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
