Online-Druck, Online-Druckereien

Digitalisierung im Druck: Wie Online-Druckereien den deutschen Mittelstand erobern

08.06.2026 - 16:10:00

Die Digitalisierung erreicht allmählich den deutschen Mittelstand, jedoch nicht gleichmäßig und in einem überschaubaren Umfang. Etwas mehr als ein Drittel aller kleinen und mittelgroßen deutschen Unternehmen haben Digitalisierungsprojekte abgeschlossen, der Rest hinkt hinterher. Zeit, einen genaueren Blick auf die traditionelle Branche zu werfen, die den Sprung ins Digitalisierungszeitalter gemeistert hat.

Der Mittelstand und die Digitalisierung

Laut KfW-Mittelstandspanel 2025 haben 35 % der mittelständischen Unternehmen erfolgreich Projekte zur Digitalisierung abgeschlossen, was zwar einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bedeutet, aber dennoch wenig beeindruckend ist. Erschreckend gering wirkt die Zahl vor dem Hintergrund, dass seit Februar 2025 die KfW mit einem ERP-Digitalisierungskredit eine Modernisierung durch zinsgünstige Kredite ohne Mindestbetrag fördert.

Trotzdem scheitern gerade Unternehmen mit Innovationsdrang an der Finanzierung digitaler Projekte, besonders im Vergleich zu "klassischen" Betrieben. Und das, obwohl der Online-Umsatz mittelständischer Unternehmen bereits 2024 um 11 % auf 306 Milliarden anstieg. Dies ist sicherlich einer der Hauptgründe für die Zurückhaltung vieler Unternehmen auf dem Weg ins digitale Zeitalter. Eine Branche scheint davon jedoch weniger betroffen zu sein als andere.

Online-Druck als Digitalisierungs-Vorreiter

Gerade Druckereien profitieren immens von dem Schritt in die digitale Welt und dem Wechsel zur modernen Online-Druckerei. Cewe, Cimpress, Flyeralarm, Onlineprinters, The Customization Group und Celebrate bilden dabei die 6 umsatzstärksten Online-Druckereien im DACH-Raum. Gemeinsam erwirtschafteten sie bereits 2023 einen Umsatz von 2,33 Milliarden Euro. Betrachtet man Flyeralarm als Marktführer, so wuchs allein deren Umsatz im Jahr 2024 um 11,4 %, was letztlich zu einem Gesamtumsatz von 450 Millionen Euro führte.

Die ersten Hochrechnungen für das Wirtschaftsjahr 2025 lassen sich ebenfalls sehen: Der Umsatz für die Branche wird auf 15 Milliarden Dollar (ca. 12,75 Milliarden Euro) geschätzt. Dabei ist der Online-Druckmarkt noch nicht auf seinem Höhepunkt angekommen. Es wird weiterhin ein jährliches Wachstum von etwa 7 % erwartet.

HelloPrint als Beispiel für gelungene Digitalisierung

HelloPrint hat sich unter der Konkurrenz als besonders positives Marktplatz-Modell hervorgetan. HelloPrint arbeitet mit über 300 Druckpartnern, verteilt auf 31 Ländern, zusammen. Eigene Algorithmen bestimmen, welcher Partner welchen Auftrag produziert und liefert, denn HelloPrint setzt auf kurze Lieferwege durch lokale Produktion für mehr Nachhaltigkeit und geringere Emissionen.

Für den Mittelstand bietet HelloPrint außerdem besondere Konditionen: keinen Mindestbestellwert, sämtliche Schnittstellen sind auf Deutsch und die Lieferung innerhalb Deutschlands erfolgt besonders schnell. Durch das große Produktportfolio, von der Visitenkarte bis hin zum Messebanner, kann alles aus einer Hand bezogen werden.

Ein deutliches Zeichen für den Erfolg sind nicht nur die 800.000 zufriedenen Kunden, sondern auch der Umsatz von 70 Millionen Euro. HelloPrint ist zudem seit 2024 B Corp-zertifiziert mit einem Score von 87. Mit FSC-Papier als Standard und CO2-Kompensation wird eine Net Zero bis 2030 angezielt.

Digitalisierung der Druckbranche als Vorreitermodell

Durch gelungene Plattform-Ökonomie, lokale Produktionen und Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell kristallisiert sich besonders die Druckbranche als Vorzeigebranche der Digitalisierung heraus. Selbst wenn der eigene Schritt zum Digitalisierungsprojekt noch aussteht, ist für mittelständische Unternehmen, die noch analog bestellen, der Umstieg auf Online-Druck oft der einfachste erste Digitalisierungsschritt.