Digitalisierung, Bremen

Digitalisierung: Bremen stockt Hub-Finanzierung um 4,3 Millionen auf

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bremen erhöht die DHI-Mittel bis 2033, während Berlin, Bonn und Linz eigene Digitalprogramme fördern und der Bund ZIM-Kürzungen vorsieht.

Digitale Förderung: Bremen braucht 4,3 Millionen Euro mehr
Ein lichtdurchfluteter, leerer Industrieraum mit großen Fenstern und Betonboden in einem modernen Gebäude. Illustration mit AI erstellt.

Der Bremer Senat sieht sich mit einem deutlichen finanziellen Mehrbedarf für die Unterstützung der digitalen Transformation konfrontiert. Für den Digital Hub Industry (DHI) müssen bis zum Jahr 2033 zusätzliche 4,3 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Ursprünglich war für das Projekt über einen Zeitraum von zehn Jahren ein Budget von 7,1 Millionen Euro vorgesehen. Die deutliche Aufstockung der Mittel unterstreicht die Herausforderungen bei der langfristigen Finanzierung regionaler Innovationszentren.

Kostensteigerungen und politische Debatten in Bremen

Als Hauptgründe für den finanziellen Nachschlag gelten hohe allgemeine Preissteigerungen sowie die Mietkosten für den Standort. Der DHI ist bereits seit dem Jahr 2022 im Neos-Gebäude untergebracht und bietet dort 90 Arbeitsplätze für innovative Projekte und Kooperationen. Trotz der Kostensteigerung verweist die Einrichtung auf wirtschaftliche Erfolge: Bisher konnten rund 54 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben werden.

Im Bremer Parlament stieß die zusätzliche Finanzierung jedoch nicht auf uneingeschränkte Zustimmung. Die CDU-Fraktion stimmte dem Vorhaben zwar zu, tat dies laut Berichten aus dem September 2026 jedoch nur mit deutlichem Vorbehalt. Die Debatte verdeutlicht den zunehmenden Druck auf die öffentlichen Haushalte, wenn es um die langfristige Absicherung von Digitalisierungsprojekten geht.

Gezielte Förderprogramme in Berlin und Bonn

Während Bremen die Grundfinanzierung seines Hubs sichert, setzen andere Standorte auf thematische Schwerpunkte. In Berlin stellen das Land und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) eine Million Euro zusätzlich für das Programm B## Plus zur Verfügung. Dieses baut auf dem bestehenden Pre-Seed-Fonds B## auf und richtet sich gezielt an Deeptech-Teams mit mindestens einer Gründerin, die einen Anteil von mindestens 10 Prozent hält und eine aktive Rolle einnimmt.

Solche Teams können bis zu 100.000 Euro an zusätzlicher Finanzierung erhalten. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Schieflage am Risikokapitalmarkt, an dem laut Marktbeobachtungen nur 7 Prozent der Finanzierungen an Teams mit Gründerinnen gehen.

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In Bonn verfolgt der seit 2016 bestehende DIGITALHUB.DE einen anderen Ansatz. Mit dem sechsmonatigen Programm „HUBGRADE“ bietet das Zentrum Unterstützung ohne Teilnahmegebühren und ohne die Abgabe von Firmenanteilen an. Dabei sind Finanzierungen von bis zu 100.000 Euro möglich.

Das Zentrum, das einst mit einem Startkapital von 3 Millionen Euro – davon die Hälfte aus staatlichen Mitteln – begann, hat seit seiner Gründung laut Angaben der Stadtwerke Bonn über 300 Startups unterstützt. Inzwischen sind mehr als 40 Unternehmen an der Initiative beteiligt.

Regionale Investitionen und industrielle KI

Auch in anderen Bundesländern und im benachbarten Ausland werden signifikante Summen in die digitale Infrastruktur investiert:

  • Saarland: Das Wirtschaftsministerium verzeichnete für das Programm „DigitalInvest KMU“ über 540 Anträge. Mehr als 3,8 Millionen Euro wurden bereits bewilligt. Ein Beispiel für die Förderung ist die Masons Beteiligungs GmbH, die rund 13.200 Euro für Serverstrukturen und ein KI-basiertes Prognosesystem erhielt. Das Programm ist der Nachfolger des 2018 gestarteten „DigitalStarter“.
  • Österreich: Am Campus der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz entsteht ein Kompetenzzentrum für physikalische und industrielle KI. Das Gesamtbudget für drei Jahre beläuft sich auf 6,4 Millionen Euro. Den größten Teil trägt mit 3,75 Millionen Euro das Unternehmen Plug and Play, während namhafte Industriepartner wie Voestalpine, KEBA und TGW den Rest finanzieren.
  • Nordrhein-Westfalen: In Duisburg wurden kürzlich Förderbescheide für Projekte wie „CellPort“ im Bereich Smart Logistics und das „D3AM Field Lab“ für additive Fertigung übergeben. Diese Maßnahmen sind Teil des 5-StandorteProgramms NRW, wobei die Universität Duisburg-Essen insbesondere zur 5G/6G-Technologie forscht.
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Bundesweite Kürzungen beim Mittelstandsprogramm ZIM

Kontrastiert werden diese regionalen Ausbaupläne durch Entwicklungen auf Bundesebene. Der Wirtschaftsausschuss des Bundestages übt parteiübergreifend Kritik an den geplanten Kürzungen beim Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM).

Für das Jahr 2027 sind dort etwa 539 Millionen Euro eingeplant, was einen Rückgang gegenüber den 558,4 Millionen Euro des Jahres 2026 bedeutet. Bereits im laufenden Jahr gab es Berichte über Antragsstopps, obwohl allein 2026 rund 3.000 neue Innovationsprojekte bewilligt wurden.

Während bei der direkten Innovationsförderung für den Mittelstand gespart wird, fließen erhebliche Mittel in die Infrastruktur. Aus dem Sondervermögen für Infrastruktur stehen rund 21 Milliarden Euro bereit, wovon 18,6 Milliarden Euro bereits in Förderbescheiden gebunden sind. Etwa eine Milliarde Euro soll davon noch in diesem Jahr in den Markt fließen, um insbesondere den Breitbandausbau voranzutreiben.

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