Digitale, Kupplung

Digitale Kupplung: 15.000 Tests ohne Fehler – Schienengüter ab 160 km/ h

02.06.2026 - 21:31:40 | boerse-global.de

Europäischer Schienengüterverkehr: Digitale Automatikkupplung besteht Praxistest mit Bravour und ebnet Weg für Milliardeninvestitionen.

Digitale Kupplung: 15.000 Tests ohne Fehler – Schienengüter ab 160 km/h - Bild: über boerse-global.de
Digitale Kupplung: 15.000 Tests ohne Fehler – Schienengüter ab 160 km/h - Bild: über boerse-global.de

Der digitale Wandel im Schienengüterverkehr nimmt Fahrt auf. In Lippstadt präsentierte das DAC4EU-Konsortium die erfolgreiche Testphase der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) – eine Technologie, die den europäischen Gütertransport grundlegend verändern könnte.

Gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium stellte der Forschungsverbund die Ergebnisse des DAK-Demonstrator-Projekts vor. Seit 2020 arbeiteten die Partner an der Zukunft der Zugverbindungstechnik – und die Bilanz kann sich sehen lassen.

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15.000 Kupplungen ohne Fehler

Der Testzug mit 13 Waggons absolvierte beeindruckende 15.000 Kupplungsvorgänge – und das ohne ein einziges technisches Problem. Anders als bei der herkömmlichen manuellen Methode verbindet das DAK-System die Waggons automatisch. Es stellt nicht nur die mechanische Kopplung her, sondern auch die Strom- und Datenverbindung zwischen den Fahrzeugen.

Die Technik erlaubt Güterzügen Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h. Nach der erfolgreichen Erprobung geht es nun in die Praxis: Die erste kommerzielle Anwendung ist auf der Strecke zwischen Warstein und Neubeckum bereits in Betrieb.

Milliardeninvestition für die Schiene

Das Bundesverkehrsministerium förderte das Demonstrationsprojekt mit rund 30 Millionen Euro. Doch die flächendeckende Einführung in Europa wird deutlich teurer. Experten schätzen die Kosten für die Nachrüstung eines einzelnen Güterwaggons auf etwa 16.000 Euro. Summiert auf den gesamten Kontinent ergibt sich ein Investitionsvolumen im Milliardenbereich.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder betonte bei der Vorstellung: Die langfristigen wirtschaftlichen Vorteile der Umstellung würden die anfänglichen Investitionen voraussichtlich übertreffen. Die nächste Phase des Projekts konzentriert sich nun auf die Vorbereitung einer breiten Markteinführung.

Schienengüterverkehr unter Druck

Der Digitalisierungsschub kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Auf einer europäischen Schienengüterverkehrskonferenz Ende Mai in Krakau wurde deutlich: Der Marktanteil der Bahn am gesamten Gütertransport liegt bei mageren 18 Prozent – weit entfernt vom Zielwert von 30 Prozent.

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In Krakau wählte die Branche zudem Peter Reinshagen zum neuen Präsidenten der Internationalen Union der Wagenhalter (UIP). Der Verband nannte zentrale Herausforderungen: hohe Infrastrukturkosten, bürokratische Hürden und die starke Konkurrenz durch den Lkw-Verkehr. Die UIP fordert daher eine EU-Plattform für den Schienengüterverkehr und einen stärkeren Schutz des europäischen Binnenmarkts.

Auch der Lkw-Verkehr wird digital

Parallel zur Schiene treibt das Verkehrsministerium die Digitalisierung auf der Straße voran. Noch am heutigen Dienstag startete Minister Schnieder offiziell den neuen digitalen Parkinformationsdienst (SID) für Lastwagen. Der Dienst wurde an der Rastanlage Rhynern Süd an der A2 eingeweiht.

Das System nutzt Daten der Lkw-Maut von Toll Collect und zeigt in Echtzeit die Belegung von 1.850 Autobahnraststätten an. Dahinter stehen das Ministerium, das Bundesamt für Logistik und Mobilität sowie die Autobahn GmbH. Ziel ist es, die lästige Parksuche zu reduzieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Branchenverbände schätzen die aktuelle Lücke an Lkw-Stellplätzen auf 25.000 bis 40.000 – ein Problem, das die neue Technik zumindest entschärfen soll.

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