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Digitale Identität: Alle EU-Staaten müssen EUDI-Wallet bis Dezember

28.06.2026 - 02:40:00 | boerse-global.de

Die EU-Kommission überarbeitet ihre Leitlinien für Unternehmensübertragungen. Neue E-Rechnungspflichten und digitale Identitäten prägen die Reformen.

EU-Kommission aktualisiert KMU-Empfehlungen zur Unternehmensübertragung
Digitale - Geschäftsleute in einem modernen Büro betrachten digitale Bildschirme mit Diagrammen und Daten, symbolisch für die E-Rechnungspflicht. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Neufassung ersetzt die Leitlinien von 1994 und zielt auf Betriebskontinuität ab. Hintergrund: Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Steuerkontrollen schreitet weltweit voran.

Harmonisierung der E-Rechnung im Binnenmarkt

Ein zentrales Thema bleibt die elektronische Rechnungsstellung. Bei den Tagen der elektronischen Rechnungsstellung im Mai 2026 diskutierten Experten die Kompatibilität nationaler Reformen mit der EU-Initiative ViDA (VAT in the Digital Age). Die ViDA-Vorgaben streben eine europäische Norm an. Doch operative Details zur Datenübermittlung sind noch offen. Ein Anwendungsleitfaden wird derzeit erarbeitet.

Polen zeigt, wie komplex die Umstellung sein kann: Beim nationalen KSeF-System ist für den Vorsteuerabzug das Datum der KSeF-Nummer-Zuweisung maßgeblich. Das kann bedeuten: Der steuerliche Empfang einer Rechnung erfolgt im April, die buchhalterische Erfassung erst im Juni.

Internationale Fristen laufen ab

Auch außerhalb der EU verschärfen Staaten ihre Anforderungen. In der Türkei treten zum 1. Juli 2026 neue Pflichten für e-Fatura und e-?rsaliye in Kraft. Bereits in der ersten Jahreshälfte wurden elektronische Inventarbücher eingeführt. „Diese Maßnahmen steigern Transparenz und Effizienz“, sagt S?la Gül Ottan von Kolaysoft.

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China treibt die Digitalisierung noch schneller voran: Das System „e-Fapiao“ ist dort das alleinige Rechnungsformat. Papierrechnungen verschwinden. Die Steuerverwaltung überwacht mit „Golden Tax Phase IV“ Verträge, Rechnungen, Zahlungen und Logistikdaten in Echtzeit.

Deutschland und Österreich ziehen nach

Das Bundesfinanzministerium kündigte Maßnahmen gegen Umsatzsteuerbetrug an. Besonders bargeldintensive Branchen wie die Gastronomie stehen im Fokus. Staatssekretär Michael Schrodi verwies auf geplante Regelungen zur Registrierkassenpflicht und die Förderung bargeldloser Zahlungen.

Österreich plant eine Anhebung der Buchführungsgrenze. Ein Maßnahmenpaket vom April 2026 sieht vor: Die Umsatzgrenze steigt von 700.000 auf 1 Million Euro. Zudem soll ein Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände kommen.

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Digitale Identität und digitaler Euro

Flankiert werden die Reformen durch den Aufbau einer digitalen Identitätsinfrastruktur. Bis Dezember 2026 müssen alle EU-Staaten die EUDI-Wallet ausgeben können. Estland hat bereits Ausschreibungen gestartet. In Deutschland ist ein Rollout für Anfang 2027 geplant. Öffentliche Stellen müssen die digitale Identität ab Ende 2026 akzeptieren. Für Banken und Energieversorger gilt die Pflicht ab Dezember 2027.

Der Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments (ECON) hat am 25. Juni 2026 den Rechtsrahmen für den digitalen Euro angenommen. Ein Start wird nach einer Pilotphase frühestens für 2029 erwartet. Experten empfehlen zudem, bewährte Mechanismen wie das Reverse-Charge-Verfahren über den 31. Dezember 2026 hinaus zu verlängern.

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