Digitale, Gewalt

Digitale Gewalt: Microsoft und Hubig starten Schutzoffensive

28.05.2026 - 21:51:46 | boerse-global.de

Microsoft führt neue Meldeformulare und KI-Erkennung gegen intime Deepfakes ein. Der Schritt folgt auf das US-Gesetz „Take It Down Act“.

Digitale Gewalt: Microsoft und Hubig starten Schutzoffensive - Foto: über boerse-global.de
Digitale Gewalt: Microsoft und Hubig starten Schutzoffensive - Foto: über boerse-global.de

Am 27. Mai 2026 kündigte Microsoft ein Bündel neuer Maßnahmen an, die sowohl die Erkennung als auch die Meldung solcher Inhalte auf seinen Plattformen verbessern sollen.

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Neue Meldewege und technische Hürden

Im Zentrum der Initiative stehen speziell entwickelte Meldeformulare, die sowohl echte als auch KI-generierte intime Inhalte erfassen können. Microsoft weitet zudem die Nutzung der sogenannten StopNCII.org-Hashes aus. Diese digitalen Fingerabdrücke ermöglichen es, verbotenes Material zu identifizieren und zu entfernen, ohne dass die Dateien selbst angesehen werden müssen. Künftig kommen sie auch auf Teams Free, OneDrive und Xbox zum Einsatz.

Der Schritt folgt auf das Inkrafttreten des US-amerikanischen "Take It Down Act". Das Gesetz markiert einen Wandel hin zu mehr unternehmerischer Verantwortung bei bildbasierter Gewalt. Nutzer sollen einfachere Wege erhalten, digitale Gewalt zu melden – und manipulierte Aufnahmen sollen genauso streng behandelt werden wie echte, nicht-einvernehmliche Fotos.

Deutschland und EU ziehen rechtliche Schritte nach

Die Ankündigung aus Redmond fällt in eine Zeit verschärfter Regulierung. Erst am 27. Mai 2026 präsentierte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig einen Gesetzentwurf zum Schutz vor digitaler Gewalt. Die Produktion sexualisierter Deepfakes soll demnach künftig strafbar sein.

Damit reiht sich Deutschland in eine europäische movement ein. Bereits Anfang Mai einigte sich die EU im Trilog-Verfahren auf ein Verbot sogenannter "Nudifier"-Anwendungen. Diese Programme nutzen KI, um Menschen auf Bildern ohne deren Einwilligung zu entkleiden. Ab dem 2. Dezember 2026 tritt zudem eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte in Kraft. Hessen reagierte bereits im April und richtete eine zentrale Anlaufstelle für Deepfake-Fälle ein.

Windows 25H2: Das KI-Betriebssystem

Parallel zu den Schutzmaßnahmen treibt Microsoft die Integration Künstlicher Intelligenz voran. Mit dem Windows 11 Update 25H2 positioniert der Konzern sein Betriebssystem als KI-nativ. Neue Funktionen wie "Click to Do" und "Ask Copilot" in der Taskleiste sollen die Bedienung vereinfachen.

Für Unternehmen startete am 27. Mai 2026 eine weitere Neuerung: Microsoft 365 Copilot erstellt nun automatisch Highlight-Videos aus aufgezeichneten Meetings – sofern diese zwischen zehn und 90 Minuten dauern.

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Sicherheitslücke geschlossen, Zertifikate laufen aus

Am selben Tag veröffentlichte Microsoft ein außerplanmäßiges Update für SharePoint Server. Es schließt eine kritische Sicherheitslücke (CVE-2026-45659), über die Angreifer mit geringen Berechtigungen Schadcode ausführen konnten.

Nutzer müssen zudem auf ein bevorstehendes Zertifikat-Ablaufen vorbereitet sein. Die aktuellen Secure-Boot-Zertifikate verlieren Ende Juni 2026 ihre Gültigkeit – für manche Systeme bereits am 27. Juni. Microsoft rollt Updates aus, die die Zertifikate bis Juni 2038 verlängern. Wer die Aktualisierung versäumt, riskiert Hardware-Probleme oder Konflikte mit Anti-Cheat-Software.

Ebenfalls in der Preview-Phase: Microsoft Defender for Endpoint kann infizierte Geräte seit dem 26. Mai automatisch vom Netzwerk trennen, um die Ausbreitung von Malware zu stoppen.

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