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Digitale Brieftasche: d-you startet am 2. Januar 2027

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 05:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das BMDS plant die kostenlose Identitäts-App d-you ab Januar 2027. Zum Auftakt sind rund 40 Partner beteiligt, technische Risiken bleiben offen.

Digitale Brieftasche d-you: Start für Januar 2027 angekündigt
Ein minimalistisches, modernes Regierungsgebäude mit klaren Linien und natürlichem Lichteinfall in einem ruhigen Innenraum. Illustration mit AI erstellt.

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) hat die Einführung der neuen digitalen Brieftasche „d-you“ angekündigt. Wie Digitalminister Wildberger (CDU) in dieser Woche erläuterte, soll die Anwendung am 2. Januar 2027 starten.

Bürgerinnen und Bürger erhalten damit die Möglichkeit, ihren Personalausweis in einer digitalen Version auf dem Smartphone mitzuführen. In weiteren Schritten ist die Integration des Führerscheins sowie anderer Identitätsnachweise vorgesehen.

Funktionsumfang und Kooperationspartner zum Projektstart

Die Nutzung der App „d-you“ ist freiwillig und für die Bevölkerung kostenlos. Zum geplanten Start Anfang Januar 2027 sollen rund 40 Launch-Partner die Anwendung unterstützen.

Zu diesem Kreis gehören Unternehmen und Institutionen wie die Deutsche Post, Vodafone, der Sparkassen- und Giroverband sowie die TU München und das Land Baden-Württemberg. Die Anwendung ermöglicht unter anderem Altersnachweise, Vertragsabschlüsse und die Eröffnung von Bankkonten auf digitalem Weg.

Perspektivisch soll das System über den Personalausweis hinausgehen. Nutzer können laut Ministeriumsangaben künftig auch die Krankenkassenkarte, Zeugnisse, Gehaltsabrechnungen und Kundenkarten in der verschlüsselten Brieftasche speichern.

Der Präsident des Branchenverbandes Bitkom teilte mit, dass bereits 170 Unternehmen ein entsprechendes Memorandum of Understanding unterzeichnet haben. Zu den weiteren Partnern aus Wirtschaft und Verwaltung zählen Rossmann, Eon, die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Rentenversicherung.

Gesetzlicher Rahmen und europäische Anforderungen

Die Einführung der App erfolgt vor dem Hintergrund einer EU-Verordnung, die alle 27 Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2027 eine staatliche Anwendung für digitale Identitäten bereitzustellen.

Ziel ist es, dass Bürger in der gesamten Europäischen Union eine digitale Brieftasche für Behördengänge und private Dienstleistungen nutzen können. In Deutschland zeigt sich jedoch ein deutlicher Nachholbedarf: Laut Daten der Initiative D21 hat bisher lediglich ein Viertel der Bürger die bestehende Online-Ausweisfunktion verwendet.

Das Budget des BMDS für das Jahr 2026 sieht für die Verwaltungsdigitalisierung rund 1 Milliarde Euro vor. Insgesamt umfasst der Haushalt des Ministeriums etwa 1,44 Milliarden Euro, ergänzt durch ca. 3,75 Milliarden Euro aus Sondervermögen. Davon fließen rund 2,6 Milliarden Euro in den Breitbandausbau.

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Technische Sicherheit und potenzielle Risiken

Die Speicherung der Daten in der „d-you“-App erfolgt verschlüsselt direkt auf dem Endgerät der Nutzer. Die technische Umsetzung wird unter anderem von der Common Codes GmbH begleitet. Trotz des festgesetzten Starttermins im Januar 2027 bestehen laut Berichten noch technische Hürden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wird die maßgebliche Technische Richtlinie 03189 voraussichtlich erst Ende des Jahres veröffentlichen.

Ein Experte des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie warnte vor möglichen Sicherheitslücken und rechnet damit, dass die Anwendung zu Beginn nur über minimale Funktionen verfügen wird. Zudem wurde bekannt, dass die Bundesregierung den Starttermin bei unvorhergesehenen Restrisiken verschieben könnte. Ein Bug-Bounty-Programm zur Identifizierung von Schwachstellen soll in Kürze eingeleitet werden.

Digitalisierung und Förderung im Mittelstand

Parallel zur staatlichen Identitätslösung forcieren auch die Bundesländer die Digitalisierung der Wirtschaft. Das saarländische Wirtschaftsministerium zog eine positive Bilanz für das Programm „DigitalInvest KMU Saarland“: Bisher wurden über 540 Anträge von kleinen und mittleren Unternehmen gestellt und mehr als 3,8 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt.

Ein Beispiel für die Inanspruchnahme ist die Masons Beteiligungs GmbH, die rund 13.200 Euro für die Einführung eines Dokumentenmanagementsystems und eines KI-Prognosesystems erhielt.

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Auf Bundesebene berät der Bundestag derzeit über die Fortführung des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) ab 2027. Eine Umfrage unter Mittelständlern durch den BVMW verdeutlicht die Relevanz solcher Maßnahmen: 79 Prozent der Befragten sehen im digitalen Wandel großes Potenzial, wobei derzeit etwa 11 Prozent der Unternehmen mehr als ein Zehntel ihres Umsatzes in diesen Bereich investieren.

Die Zuse-Gemeinschaft, ein Zusammenschluss von rund 80 industrienahen Forschungsinstituten, unterstrich die Bedeutung einer verlässlichen Finanzierung für die rund 17.000 jährlichen Forschungsprojekte mit mittelständischen Partnern.

Mehr zum Thema bei DER SPIEGEL: „Karsten Wildberger: Digitales Portemonnaie »d-you« startet ab Januar 2027“

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