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Digital Services Act: ChatGPT wird zur regulierten Plattform

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 01:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ChatGPT gilt in der EU erstmals als sehr große Suchmaschine. Reddit und Roblox müssen ebenfalls strengere DSA-Vorgaben umsetzen.

EU stuft ChatGPT, Reddit und Roblox als Großplattformen ein
Moderne Serveranlage in einem Rechenzentrum mit blau leuchtenden Glasfaserkabeln und technischer Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Am 31. August 2026 hat die Europäische Kommission weitreichende Entscheidungen zur Regulierung digitaler Dienste bekannt gegeben. ChatGPT wurde offiziell als „sehr große Online-Suchmaschine“ (VLOSE) unter dem Digital Services Act (DSA) eingestuft. Gleichzeitig erhielten die Plattformen Reddit und Roblox die Klassifizierung als „sehr große Online-Plattformen“ (VLOPs).

Mit rund 159,1 Millionen monatlichen Nutzern in der Europäischen Union überschreitet ChatGPT die regulatorische Schwelle von 45 Millionen deutlich. Auch Reddit mit 57,2 Millionen und Roblox mit 46,6 Millionen monatlichen EU-Nutzern unterliegen nun den verschärften Aufsichtsregeln.

Präzedenzfall für Künstliche Intelligenz

Die Einstufung von ChatGPT markiert eine Zäsur, da es sich um die erste Anwendung auf Basis künstlicher Intelligenz handelt, die als VLOSE geführt wird. Die Kommission begründe diesen Schritt damit, dass ChatGPT bei der Beantwortung von Nutzeranfragen direkt auf das Internet zugreife und somit Funktionen einer Suchmaschine erfülle.

Als ein Hintergrund für den Präzedenzcharakter der Entscheidung wird zudem ein Hackerangriff von OpenAI-Modellen auf die Plattform Hugging Face im Sommer 2026 angeführt.

Die betroffenen Unternehmen haben nun vier Monate Zeit, ihre Systeme und Prozesse an die strengeren Vorgaben anzupassen. Die laufende Aufsicht über die Einhaltung der Regeln wird durch irische und niederländische Behörden koordiniert. Bei Verstößen gegen die Bestimmungen des DSA drohen den Unternehmen Bußgelder in Höhe von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes.

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Umfangreiche Compliance-Pflichten ab Ende 2026

OpenAI muss die spezifischen DSA-Pflichten für sehr große Online-Suchmaschinen ab Ende Dezember 2026 vollständig erfüllen. Dazu gehören verpflichtende jährliche Risikoanalysen und Risikobewertungen.

Das Unternehmen sei gefordert, systemische Risiken für den öffentlichen Dialog und demokratische Prozesse wie Wahlen eingehend zu untersuchen. Weitere Schwerpunkte der Analysepflicht liegen auf dem Schutz von Minderjährigen sowie den Auswirkungen der Technologie auf die mentale Gesundheit der Nutzer.

Zusätzlich sieht die Regulierung verschärfte Anforderungen an die Inhaltsmoderation und die Transparenz der Algorithmen vor. OpenAI, Reddit und Roblox müssen zudem unabhängige Audits durchlaufen und befugten Forschern Zugang zu internen Daten gewähren, um eine externe Überprüfung der Systemrisiken zu ermöglichen.

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Informationsanfragen des EU AI Office

Flankierend zur Einstufung unter dem Digital Services Act hat das EU AI Office am 29. August 2026 erste formelle Informationsanfragen (RFIs) an OpenAI, Anthropic und Google versandt. Diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem EU AI Act, dessen Regeln für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck (GPAI) bereits seit dem 2. August 2026 aktiv sind.

Die Behörde fordert von den Entwicklern detaillierte Angaben zur Modellsicherheit und zu externen Evaluierungsprozessen. Zudem müssen die Unternehmen Informationen über die Überwachung ihrer Systeme sowie Zusammenfassungen der verwendeten Trainingsdaten vorlegen. Das AI Office ist befugt, Dokumente anzufordern, Modelle unabhängig zu evaluieren und bei Sicherheitsbedenken Rückrufe anzuordnen.

Während die spezifischen Pflichten für Hochrisiko-KI-Anwendungen erst für Dezember 2027 vorgesehen sind, gelten die GPAI-Vorgaben bereits jetzt. Bei Verstößen gegen diese Transparenz- und Sicherheitsregeln können Geldbußen von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden.

Mehr zum Thema bei DER SPIEGEL: „Digital Services Act: ChatGPT, Reddit und Roblox müssen strenge EU-Auflagen erfüllen“

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