Dienstwagen-Check: Nur 36 Prozent der staatlichen Flotte elektrisch
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 03:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat am 1. September 2026 die Ergebnisse ihres aktuellen Dienstwagen-Checks vorgelegt. Der Bericht zeichnet eine rückläufige Entwicklung bei der ökologischen Transformation staatlicher Fahrzeugflotten.
Von den insgesamt 249 untersuchten Dienstwagen der Bundes- und Landesebene sind lediglich 90 Fahrzeuge rein elektrisch betrieben. Dies entspricht einer Quote von 36 Prozent, womit der Anteil der Elektroautos im Vergleich zu früheren Erhebungen gesunken ist. Zudem wurde festgestellt, dass 160 Fahrzeuge die geltenden EU-Flottengrenzwerte überschreiten.
Landesregierungen verfehlen ökologische Standards
Im Rahmen der Untersuchung wurde deutlich, dass keine einzige Landesregierung die Kriterien für eine „grüne Karte“ erfüllt. Lediglich die Regierungen von Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein erhielten eine „gelbe Karte“ als Anerkennung für moderatere Emissionswerte.
Den besten Durchschnittswert unter den Bundesländern erzielte Schleswig-Holstein mit 112 g CO2/km. Als Schlusslicht der Analyse erwies sich Mecklenburg-Vorpommern mit einem Durchschnitt von 181 g CO2/km, was zur Einstufung mit einer „roten Karte“ führte.
Die DUH kritisierte in diesem Zusammenhang die mangelnde Vorbildfunktion der Politik. Es wurde gefordert, bei der Neubeschaffung von Dienstwagen künftig ausschließlich auf reine Elektroautos zu setzen, um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen.
Individuelle Bilanz: Große Diskrepanz bei den Emissionswerten
Die Analyse der individuellen Fahrzeuge zeigt eine weite Spanne bei der CO2-Belastung. Zu den effizientesten Modellen gehören die Dienstwagen von Reem Alabali-Radovan mit 64 g CO2/km sowie von Cem Özdemir (Baden-Württemberg) mit 66 g CO2/km. Damit führt Özdemir die Liste der sparsamsten Dienstwagen unter den Länderchefs an, dicht gefolgt von Daniel Günther aus Schleswig-Holstein, dessen Fahrzeug einen Wert von 67 g CO2/km aufweist.
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Am anderen Ende der Statistik stehen die Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (Nordrhein-Westfalen), Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) und Kai Wegner (Berlin) mit jeweils 262 g CO2/km. Auch die Fahrzeuge von Stefanie Hubig und Stefanie Prien überschreiten mit 196 g CO2/km den Durchschnitt deutlich. Das Fahrzeug des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz wurde aufgrund seiner speziellen Panzerung nicht in die Wertung aufgenommen.
Problematik der Plug-in-Hybride in öffentlichen Flotten
Ein zentrales Ergebnis des Berichts betrifft den hohen Anteil von Plug-in-Hybriden, die 42 Prozent der gesamten Flotte ausmachen. Laut der DUH-Auswertung werden diese Fahrzeuge jedoch nur zu 11 Prozent im rein elektrischen Modus bewegt, was die reale CO2-Bilanz erheblich verschlechtert.
Besonders auffällig ist die Situation in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo zum Zeitpunkt der Erhebung kein einziges rein elektrisches Fahrzeug in den untersuchten Flottenteilen vorhanden war.
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Regionale Schwerpunkte und Einzelwertungen
In Nordrhein-Westfalen belegt die Landesregierung Platz 9 und erhielt eine rote Karte, wobei Ministerpräsident Wüst den höchsten Emissionswert der Untersuchung verzeichnete. In Niedersachsen wurde Ministerpräsident Olaf Lies mit 196 g CO2/km auf Platz 12 geführt, was ebenfalls zur Bewertung mit einer roten Karte führte.
Bremen erreichte mit Bürgermeister Andreas Bovenschulte und einem Wert von 156 g CO2/km zwar Platz 3 im Bundesländervergleich, erhielt jedoch aufgrund der Überschreitung von Richtwerten dennoch eine rote Karte.
Auch in Thüringen zeigt sich ein ähnliches Bild: Das Land belegt mit 175 g CO2/km Platz 12 und erhielt eine rote Karte. Im dortigen Kabinett ist lediglich ein reines Elektroauto im Einsatz.
Während Umweltminister Kummer mit 56 g CO2/km einen Wert im grünen Bereich erzielt, liegen die Werte der Kabinettsmitglieder Wolf und Schenk bei jeweils 198 g CO2/km. Mario Voigt wird in der Erhebung mit einem Wert von 166 g CO2/km geführt.
