Dienstradleasing: EDEKA spart Mitarbeitern bis zu 40 Prozent
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unternehmen setzen zunehmend auf Fitness-Initiativen für ihre Mitarbeiter – von Gesundheitstagen über Dienstradleasing bis zu digitalen Kursportalen. Der Trend zeigt: Sport im Job soll Wohlbefinden steigern und Netzwerke stärken. Doch es gibt auch rechtliche Grenzen.
Gesundheitstage: Vom Stresstest bis zum Erste-Hilfe-Kurs
Die Gelita AG veranstaltete am 31. Juli an ihrem Stammsitz in Eberbach einen umfassenden Gesundheits- und Arbeitssicherheitstag. Unter den Initiativen „Gesund mit Gelita“ und „Go-Safe“ konnten Mitarbeiter Herzfrequenzvariabilitäts-Messungen, Stoffwechselanalysen und einen Wiener Stresstest absolvieren. Mit Partnern wie der AOK Rhein-Neckar-Kreis und dem DRK gab es zudem Erste-Hilfe-Workshops und einen Mental-Health-Parcours.
Auch andere Betriebe setzen auf Bewegung. Das Katharinenstift schickte am 30. Juli ein Team zum Firmenlauf in Heilbronn, unterstützt durch interne Support-Einheiten. Die ADVITOS GmbH fördert ihre Belegschaft ebenfalls durch Teilnahmen am B2Run oder Bavarian Beach Cup. Dazu kommen Programme wie „Mit dem Rad zur Arbeit“.
Dienstradleasing und digitale Kurse: Was Unternehmen bieten
Mobilität ist ein zentraler Baustein der betrieblichen Gesundheitskultur. EDEKA Minden-Hannover führte bereits im Mai ein Dienstrad-Leasing für Beschäftigte in Einzelhandel, Großhandel und Logistik ein. Über 6.000 Fachhandelspartner sind angebunden, Mitarbeiter sparen laut Unternehmen bis zu 40 Prozent gegenüber einem Direktkauf. Eine Ausweitung auf die Produktionsbetriebe des Konzerns mit rund 76.400 Beschäftigten ist geplant.
Die Heimat Krankenkasse startete am 27. Juli ein Portal mit über 75 zertifizierten Online-Kursen. Die Themen: Stressbewältigung, Ernährung und Bewegung. Versicherte erhalten jährliche Erstattungen für bis zu zwei Kurse.
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Wenn der Betriebssport nicht versichert ist
Doch nicht jede geförderte Aktivität steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das Sozialgericht München entschied am 22. Juli (Az. S 9 U 498/25): Verletzungen während einer vom Arbeitgeber finanzierten Massage fallen nicht unter den Versicherungsschutz. Im verhandelten Fall war eine Mitarbeiterin auf ausgelaufenem Öl in einem betrieblichen Behandlungsraum ausgerutscht. Das Gericht stufte die Massage als eigenwirtschaftliche Tätigkeit ein – sie dient dem persönlichen Wohlbefinden, nicht dem Betrieb.
Sport als Karriere-Booster: Was Daten zeigen
Sportliche Erfahrung kann über die Gesundheit hinaus berufliche Türen öffnen. Eine Analyse des National Bureau of Economic Research untersuchte Daten von über 120.000 Ivy-League-Absolventen aus den Jahren 1950 bis 2020. Ergebnis: Ehemalige Teamkollegen aus dem Hochschulsport haben eine um über 190 Prozent höhere Chance auf eine Einstellung im Finanzsektor. Athleten machten etwa fünf Prozent der Absolventen aus, besetzten aber über sieben Prozent der Stellen bei führenden Finanzinstituten.
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International setzen auch Regierungen auf Bewegung im Arbeitsalltag. Das vietnamesische Gesundheitsministerium veröffentlichte Ende Juli ein Handbuch, das Unternehmen Belohnungssysteme für sportlich aktive Mitarbeiter empfiehlt. Kurze Bewegungspausen von fünf bis zehn Minuten sollen in den Arbeitsablauf integriert werden.
In Deutschland engagieren sich zudem Profisport-Organisationen. Hannover 96 gründete am 31. Juli das Netzwerk „Hannover Zuliebe“ für soziales Engagement. Porsche Leipzig finanziert in Kooperation mit dem Stadtsportbund kostenlose Trainingscamps für verschiedene Ballsportarten – ein Beitrag zur sportlichen Basis in der Region.
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