Europa, EU

EU-Kommission will digitalen Euro für Verbraucher

15.06.2023 - 15:43:41 | dpa.de

Die Zahlung mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen hat sich noch lange nicht durchgesetzt. Während die EZB noch prüft, kommt die EU-Kommission mit einem eigenen Vorschlag für einen digitalen Euro.

Die EU-Kommission will künftig neben Euro-Münzen und -Scheinen auch einen digitalen Euro zur Bezahlung ermöglichen. - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die EU-Kommission will künftig neben Euro-Münzen und -Scheinen auch einen digitalen Euro zur Bezahlung ermöglichen. - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Verbraucher sollen nach dem Willen der EU-Kommission neben Euro-Münzen und -Scheinen in Zukunft auch einen digitalen Euro zur Bezahlung nutzen können. Ein Gesetzentwurf aus der Brüsseler Behörde für eine digitale Variante der europäischen Gemeinschaftswährung, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sieht vor, dass ein digitaler Euro offline und online verfügbar sein soll. Genutzt werden können soll er etwa mit Smartphones oder Smartwatches.

Die Digitalisierung präge zunehmend das Leben der Menschen in Europa und die europäische Wirtschaft, schreibt die Kommission in ihrem Gesetzesvorschlag. Europäer nutzten zunehmend private digitale Zahlungsmittel für ihre Transaktionen. Zentralbankgeld in Form von Banknoten und Münzen könne allerdings nicht für Online-Zahlungen verwendet werden. Es sei daher notwendig, eine neue Form der offiziellen Währung mit gesetzlichem Zahlungsmittel einzuführen, die risikofrei sei.

Kein Ersatz, nur Ergänzung

Die Europäische Zentralbank prüft als Reaktion auf den steilen Aufstieg sogenannter Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether seit einer Weile eine Einführung eines digitalen Euros. Mitte Juli 2021 beschloss die EZB, die Vorarbeiten auf die nächste Stufe zu heben: In einer zweijährigen Untersuchung geht es seit Oktober 2021 etwa um Technologie und Datenschutz. In diesem Oktober will der EZB-Rat entscheiden, ob eine Vorbereitungsphase zur Entwicklung und Erprobung des digitalen Euros eingeleitet werden soll. In jedem Fall soll Bargeld nicht ersetzt, sondern nur ergänzt werden. Mit der Einführung wird frühestens im Jahr 2026 gerechnet.

Grundlegende Zahlungsfunktionen sollen nach dem Willen der Kommission für Verbraucher kostenfrei sein. Weiter soll der digitale Euro einfach zu benutzen sein, auch für Menschen mit Behinderungen oder Ältere Menschen. Der Entwurf kann noch verändert werden. Nach derzeitigen Plänen will die Kommission ihn voraussichtlich am 28. Juni vorstellen. Über die neuen Regeln müssen dann die EU-Länder und das Europäische Parlament verhandeln.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der christdemokratischen EVP-Fraktion im EU-Parlament, Markus Ferber, sagte, der Vorschlag sei technisch sauber. «Aber er bleibt die Antwort auf die Frage nach dem "Warum?" schuldig.» Weder EZB noch Kommission hätten bisher plausibel erklären können, worin der konkrete Mehrwert des digitalen Euros für die Bürger bestehe.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos

wirtschaft | 63790237 |

Weitere Meldungen

Zoff um Oligarchen: EU hat Kompromiss zu Russland-Sanktionen. Um zwei von ihnen gab es Streit – nun steht kurz vor Fristende ein Kompromiss. Die EU hat wegen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine Sanktionen gegen etliche kremlnahe Oligarchen verhängt. (Ausland, 14.03.2026 - 17:09) weiterlesen...

Interne Chats belegen Kooperation von Webers EVP mit Rechten. Eine WhatsApp-Gruppe und ein Treffen lassen daran Zweifel aufkommen. Die Brandmauer zur AfD stehe auch im Europaparlament - das beteuerte CSU-Politiker Manfred Weber noch vor kurzem. (Ausland, 14.03.2026 - 13:54) weiterlesen...

Merz will EU-Einreiseverbot für russische Ukraine-Kämpfer. Auch in der EU werden sie als Gefahr gesehen. Nun soll es Konsequenzen geben. Kreml-Chef Wladimir Putin schickt Hunderttausende Soldaten in den Krieg gegen die Ukraine. (Ausland, 14.03.2026 - 05:10) weiterlesen...

Musks X reicht Vorschläge für Korrekturen nach EU-Strafe ein. Die Zahlung einer Millionenstrafe steht aber noch aus. Gibt Elon Musks X am Ende nach? Das US-Unternehmen ist laut EU-Kommission in konstruktivem Austausch mit der Brüsseler Behörde. (Wissenschaft, 13.03.2026 - 14:28) weiterlesen...

Parlament für Erleichterung bei CO2-Gutschriften für Lkw. Hersteller können Emissionsgutschriften sammeln, um später Strafzahlungen zu vermeiden. Das soll ihnen bis 2029 erleichtert werden. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen Lkw Emissionen einsparen. (Wirtschaft, 12.03.2026 - 15:09) weiterlesen...

Nach US-Ankündigung: EU warnt Trump vor neuen Sonderzöllen Erwägt US-Präsident Donald Trump eine Aufkündigung des Zolldeals mit der EU? Eine neue Untersuchung zu Überkapazitäten sorgt in Brüssel für Unruhe. (Wirtschaft, 12.03.2026 - 13:20) weiterlesen...