EU und Philippinen liberalisieren 94 Prozent der Zolltariflinien
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:56 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Europäische Union und die Philippinen haben eine weitgehende Einigung in ihren Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen erzielt. Die EU-Kommission teilte dies am Dienstag nach einer Videokonferenz von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und der philippinischen Handelsministerin Maria Cristina Aldeguer-Roque mit.
Die endgültige Unterzeichnung ist in den kommenden Monaten geplant.
Mehr als 97 Prozent des Handels erfasst
Das Abkommen soll die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und den Philippinen vertiefen. Vorgesehen ist die Liberalisierung von mehr als 94 Prozent der Zolltariflinien, die mehr als 97 Prozent des bilateralen Handels abdecken.
Durch den Abbau von Zöllen und einen verbesserten Marktzugang sollen die Handels- und Investitionsströme zunehmen. Die Regelungen richten sich an Exporteure, Dienstleister und Investoren auf beiden Seiten.
Regeln für Vergabe und digitalen Handel
Neben Zollsenkungen umfasst die Vereinbarung Bestimmungen zur öffentlichen Auftragsvergabe, zum Schutz geistiger Eigentumsrechte und zum digitalen Handel. Zudem sind Nachhaltigkeitsverpflichtungen vorgesehen.
Die Achtung der Menschenrechte und des Pariser Abkommens soll als wesentlicher Bestandteil des Abkommens festgeschrieben werden. Im nächsten Schritt wollen EU und Philippinen die Verhandlungen auf Grundlage der Einigung abschließen und technische Einzelheiten festlegen.
Die Einigung markiert einen wichtigen Schritt in den seit Jahren laufenden Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und den Philippinen. Im Mittelpunkt steht der Abbau von Handelshemmnissen zwischen einem großen europäischen Binnenmarkt und einer dynamischen Volkswirtschaft Südostasiens.
Mit der vorgesehenen Liberalisierung von mehr als 94 Prozent der Zolltariflinien soll der Marktzugang für Waren, Dienstleistungen und Investitionen deutlich erleichtert werden. Für Unternehmen auf beiden Seiten können dadurch niedrigere Einfuhrkosten, planbarere Regeln und bessere Chancen bei öffentlichen Ausschreibungen entstehen. Die tatsächlichen Effekte hängen jedoch davon ab, wie die technischen Einzelheiten ausgestaltet und die Verpflichtungen umgesetzt werden.
Handel und strategische Bedeutung
Das Abkommen reicht über klassische Zollsenkungen hinaus. Regeln für den digitalen Handel, den Schutz geistigen Eigentums und Nachhaltigkeit sollen einen breiteren Ordnungsrahmen schaffen. Die Bezugnahme auf Menschenrechte und das Pariser Abkommen macht diese Bereiche zu Bestandteilen der Vereinbarung.
Für die EU geht es zugleich um eine engere wirtschaftliche Bindung an einen strategisch wichtigen Partner in Südostasien. Die Philippinen können von besseren Exportbedingungen und zusätzlichen Investitionen profitieren, während europäische Anbieter Zugang zu einem wachsenden Markt erhalten. Bis zur Unterzeichnung müssen die Parteien die technischen Verhandlungen abschließen; anschließend sind die jeweiligen rechtlichen und politischen Verfahren erforderlich.
